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Full text of "Wie fertigt man technische Zeichnungen?: Leitfaden für Herstellung von ..."

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Berlin 1890 
Polutechnlsche BuckhandlunQ 



lfC-4illLF 

<dl|l,'|iniiif.iiiu' - 



^A.S&ijdet. 



»■■mmmmmm 



^ingeganpene SeürthBilüiigefl übor die ersten Auflagen des 

Wie fertigt maa teehniseiie ZeieimuDgen? 






-&0 



REESE LIBRARY 
UNIVERSITY OF CALIFORNIA. 

Received CJJ<3^ , . i^y / 



-^ 



icugsquelle, man^es neue Tätfalireu^ Ot'rSth und Msturial duri^Uä küiinen 

Berlin. 15. IX* 88. Profflö^or O* Hanck. 

Deutöche Uteraturxcltung. 1SB8, Jit^S?. ^A'MM 

Eine riurcliang; empfahl en&werthe fltiisiig« Arbeit, welche ihren Zweck 
voUstländig erflUil:. PralttificheD ErfahruogeD entäpnmgeiit wird das Büchlein 
den Lehrern an tedmiacben LeliraDstnlCea i^ine mllkuntmene Erleichterung 
gewähren : e« wlrü alten denfin^ welche eich auf eln^n technischen Beruf vorbereiten , 
ein tfeuei- Rathgeber, uutl dwnen, dits nur gylegöntüch xur Hörntdlung von keh- 
niacl)*;» 55eichniT75^tii verantaast worden , ein ituverHlssjgtfr Wegweiser sein, 
Abflr such schon Vorgesclirittene werclen monchea ihnen noch unUektinnte. 
nüti^llche Zeichen gerilth kennen lernen imd mancheu l>ratiGhbart^n Wink llnrkm, 
der ihiK'n in Schule und Bureaii wichtige Dienr^te leiäteii: küun, Wir köuntfii 
das Werkehen tmr durchauB empfehlen, 
Grewerbeblatt für da.« OroanL. fle&i^en. fDartnatadt) Ni>. 8. Ififiß. 

BäJi Budi enthalt thateilchlicli si^hr interessante b«^chti$nsv('erthe Diiten, 
weicht^ Belbüt einem erfahrenen Zeichner von Beruf gni^nen Nn taten und Vor- 
ihell hrhiKt^n können. 



« - . . . Es i!)t iikrht allein einj 
Bondern dflrfte auch dem älterenJ 



mi Lehrer^ 



ZeitscM 



) Heft 1. 



Fernere BeurthelfuTvgen fiber tfTe ersten Auflagein dieses Buches: 



,. . . . Dieäes BOchluin liilft eiuem wirklif^Tien Bedürfnisse &b. Weiss 
doch jeder Lehrer aua Erfabriing* wl© iintimgänglJch iiothweiidlg ee ist» den 
Sflhtlkr mit riwp von ihm gehandhabten ZeicbeninaterlalQ vertrant i^a machen 
und ihm eine Beihe vim praktischen Anweisangeti zn geben, wo durch viel 
Zeit erspart und so manche vergebliche Atbeit vermieden werden kaun. Der 
vielerfahrene llerrYerfaBBer giebt eine Reihe kur^geftisster zweckentäprecheu- 
der Winke, m\ü der klar gegltederie Inhalt des Bachleins bildet In der That 
eine wiUkomineiii) Beihllfi^ im Zeichetiuiiternchte. Für Lehrer und Lernende 
wli\l dle^ti» Büchlein von grossem Htitisen st^^in und lät die AuscbafFung uud 
das Studium desselben auf das wännete »u empfehlen. * . .■ 

Redakteur der »Zeitschrift des Vereina ÜsteireicbiBcher Zelcbenlebfer', 
Wieu, 3ÜV. Jahrg. No. S, October 1886. 

,. . . Es ist ein imerkenuenawertheB Unteruebmen Megede'a gewesen, 
die Frage Über die Afirertl^nrif? techiiisther ^Zeichnungen in eJner besonderon 
Abbanillnug praktiscli zu behandeln, . * *" 

VSTieoer IBatüuduetrie-^eitiiiie^. No. ^ vom 19. April 1888. 

.^ . . Das Buch nel als eine willkommene Gabe fQr den Welchen unterrioht 
euipinhlen. . .* 

Berlin, Juli 18S8. Th. -Wendler, 

Efädaktour der „Zeichenballe" in Nu. 1. 

a* . . . Eb enChlUt eine Falle von hrauehbaren Regel u und Winien, die 
dem angehenden Techniker sehr zu Nntze kommen."' 

Zeitaclupift f< d. gjewerbL TJjiterriebt- Nn. 2, Febr. ÄS. 

m, . * . Das Thema Ist treulich bebandelt. Wir kOuDen daher das Buch 
ziiT AnBcbafTung empfehlen." 
OlaAer's JlkJuiBlen f* Oe^verbe u* iBau-vEreaen. No.256. 15. IL 8S. 

...... werde nicht verfeltlen, dasselbe Im Kreise meiner Hörer £u em- 
pfehlen.* 

BerUn-CharlnttenbQrg, 3. L 88. ¥CoTi]:*Rd Tüf^rtTnann, 

Bncent an der Kgl. tecbu. Hochschule. 



Aachen 



. empfehlenawerthe Schrift* 

Professor au dt;r Kgl. techn/Hochacbuie. 



mpfehlens 
, i. L 88. 



Forcb-heimeic, 



, . , . Ich glaube, dass das Bach Anlegern sehr nützlich sein kann und 
werde ^ mit Vergn (Igen emptcblen.* 



HaunuTer, B. l. BS. 



Professor au der Kgl. techn. Hochscbtile. 



, . . . , Werde dae Meiuige zur Würdigung und Verbreitung dea Bwchea 
gemi beitragen.* 

Brttnu, S. L 88. ür. X>eschk», 

Professor an der K* K. tecbu. Kochacbule. 

verbind lieb steil Dank für da^ prächtige Werkeben des H*jrrn zur 

Megede. Das Buch bat uiiüh sehr iutereasirt . , Ich giatulire Ihnen zn dem 
glOiiklicheu Griff , . -* 

Mtlncben, 10. L S8. EZi-iist F'iscli«r^ 

ord, Professor an der Kgl. techn. Hochs cbiültJ. 

„ . * . Obwohl uan diese Schrift In erster Reihe für Lehrer und Lernende 
beatimmt Ist, wird der mannigfache Inhalt derselben doch auch tür jedeu 
grOatiore Baubur^au und BaugeÄchaj't von grossem IJutaun seio itnd können 
wir nur das Studium derselben empfehlen." 

:BRue:eweFka-2eitfin^. Nu. 13 v, 11. II, 68. 



Fernere Beurtheilungen über die ersten Auflagen dieses Buchest 

, , . * . lub wi^rcie dasijelbü im Krebe mtiixieir Schülör auTs Beste em- 
pfehti3:D und kann diuö micli mit j^utem GeHi^^aeii thiiu. dünn daa &chriftcb*n 
trifft in iltr Kegel das Riübtiga än6 entJiäH viele belierzigenswertbe Wioke 
für die Zoichuor,* 

MüDcheti, IL L 88. *J- "Vöoderlirea, 

Prjvatdocent au d^r KgK tecba. Ho<!bschTile. 

.... doas fcb Dicht verfebkn werde^ dasselbe meinem Studirunden an- 
l^elegtiQtllcb^t zn ©mpfebleii. Nach meiner üeber7.eogu«g dürfte das Btißh 
Anfängern recht nötzlich und wtllkotnmen (sein/ 

BraunHcbweig, 6. h 88. FroC JJr^ K,. MäUep, 

s.n der H^rzogl techn, Hocbsuhule. 

, . . . Di« Anschaffung dieses MtzUcben Buah«a ist den ScbCÜBrtt nnserttr 
AjQätall empfolilen würden." 
Cobm^g, 16. L 68. 

I>le Directioö der MerssoRl- Ba.tLi2ewei:*l>eaclitUe- 

GifttinaviT, Bäurath. 

-Der Yerfajsser bat mit Dbigcm Leitfaden ein höchst brancbbares nnd 
ntttaljohes Böchlein geliefert, ku welchem jeder Jünger der edlai ^tiicheEi- 
kmitit fleiätiig ia die Lehri^ gbben nullte. . . / 
m> Beldel 
im Central Organ für die loterefisen des Healschulwefifioa. Heft YII. 1S88. 

, * . . Wenn ein wiaaensohsaUch gescbnlter und praktisch erprobter Fach- 
mann seine Erfahrungen TerÖfTentiicht., ao kann man veu vortihfiiTi^ii schun 
annehmen, duasi dlei^e VerßÜfeniliöhutiKöü «inen Wer th haljsti, Diuse» ist ano 
ganz besander^ b«i diesem kleiii&ii Buche der FälL Es verdankt »eine Emt- 
stehnng rein praktischen Erfahrungen niirt sod den Lehrern an tefiixniachen 
Lehranätuiteu eitip willkommene Erlt'ichterung g« währen, - nlieii denen, die 
sich auf einen tecimischen Eernf vorbertiitt^n, ein treuer Rathget»er — und 
dunen, die nur gelogentlicli Tuit tiiicbniäcbem Zeichnen äicb abgeben, ein £U- 
verläsBigeT Wegweiser sein.* 

JÖayr. Q-eTP&i-be-Zeitixnfi;. Pr. J. StockbAuerO 1838. HettT, 

, . . , Ea ist wirklich erfreulich, dass einmal ein Erybitallisatious^tunkt für 
die vielen auf di eifern Gebiete gemachten kleinen und In der Gegammtbelt 
doch go wichtigen Erfabrungen der tecbniJsebüU Welt igtischnfTen ist. . . Ftlr 
die Verbreitung zu sorgcOt aowöit leb vermag, werde ich nicht uuterlaäsen, .* 

Darm Stadt, 9. L 88. m^ :Bi-»Tiei?, 

Professor au der Gros üb* techn - Hochschule, 

^flch habe da^elbe mein an Zuhörern eiupfühleu und werde nicht ver- 
feblyn, dit'äe Empfehlung bei späterer Gelegenheit zu wiederholen, da die 

itt in der That nine wlllkomuiene Buibölfe im Zt^ch hu Unterricht bildet.' 
Sehr Frei l>erg I, S-, 15 L 88. I>r, iSdcuxiidt, 

Professor an der Konig), s^chs. Bergakademie, 

, . t . . . Wenn auch das, was dem Zeichner die eigene Erfahrunt? und 

lungere Uebuug geben mnes, durch eine rierartige Anleitung nie wird geboten 

werden käuaen, so wird das BHchleiii duch von %'ielen willkumiLcn i^elielasen 

werden. Die gegebenen Winke sind zutreffend und beruhen auf Erfahrung . .' 

Oentralblatt der Xlauireirwaltuiis;. No^ 3 Ä, jf&, J. aS. 

,, , . Für techoische Bureanx i^nd tör höhere wie niedere Lehraustalteü 
ist hier ein Lehrbuch geschaffen wordtiu, das als Neirmal-Leitfaden elugefDhrt 
äu werden verdieDt.' Zeitung „üie r*ost", No. 33. 2. H. fi8. 

Empfohlen wurde tlaa Buch ferner im Wochenblatt tUr Baukunde Ko t vom 
3. 1 8ä. üu Gesundheih-Ingei^leur No. 4 vom 15. IL HS. hi der Wochenschrift ile4 
l>»terf. Ingen*- a* Afchlt, -Vereins Nu* 4 vom 21 L &ft, im Deutschen Baugewerkiblatt 
Ko. 9 vom 21} IIJ. 8«. wuii Ht^rrn Prof. Barkhausen (Hannuverl im Organ für difl 
Fortacbrtite des ElBenlaalmwesenB XXV Bit Z. HvU, in h^u Teehnischea iJlttein 
(Rra^j imS II. SiMl« leiOlüL im Sc hwelrerlschen Gewerbeblatt No ;u vom 4, VllL 
SS, in Haarpuann's Zeitschritt mr öauhafUliMther No, 4 vom l&. IL SK in dor Wochen- 
«Chrift für deulsehe Bahnmeister No. 4 \om 22. I 88, in der Zeltimg des Vereint 
dMtscher Eisenbahn -Verwaltungen Ko. 8 vom 28* J. BS, iu der Zeitschritt £lelrtrO<^ 
t»«hni»Cliet Echo JL Jahrg. IMÜS Heft 5 und ia der eächsißeben Geweibezeitung 
^ No. li vom 5. VL 18SS>* 



«^ 



Wie fertigt man 

technische Zeichnnnjren? 



Leitfaden 

für 

Herstellung von technischen Zeichnungen jeder Art 

für den aebrauoh in teohnisohen Lehranstalten und Bureaus, 

entbaltend eine 

Beschreibong der Zeichen-Iaterialien nnd -Apparate, ihrer Torzuge nnd Naehtkeile; 

«ine inweisong für die zweckmässige Handhabung derselben, sowie praktische Winke 

ßr schnelle und sachgemässe Anfertigung schöner und deutlicher Zeichnungen. 

Nebst einem Anhang 

über die Behandlung der Zeichnungen für die Berliner Baupolizei 
und das Kaiserliche Deutsche Patentanr\t. 



Nach eigenen Erfahrungen herausgegeben 



A.. zur Meg-edle, 

Königl. Regienmgs • Baumeister u. Assistent an der Kgl. Techn. Hochschule zu Berlin. 



Dritte durchgesehene und vermehrte Auflage. 

_, Fanftes, sechstes uud siebentes Tausend. 



A'.v.v'-'-'-'^^'« 



"^:I^^r.^^^^erlln W., 1890. 

Polytechnische Buchhandlung. 
A. Seydel. 



<^'> 






Alle Rechte vorbehalten. 



1/ 



Vorwort zur ersten Auflage. 



JM achstehende Anleitung zur Herstellung technischer Zeich- 
nungen ist aus dem yom Verfasser beim Studium des Baufachs 
lebhaft empfundenen Bedürfiiiss nach Rath und Unterweisung 
in der Anfertigung der Zeichnungen entstanden, auf welche in 
der Jetztzeit doch ein bedeutendes Gewicht gelegt wird. 

Die Lernenden sind meistentheils darauf angewiesen, sich 
selbst zu helfen und müssen hierbei Tiel Lehrgeld zahlen, viel 
Zeit und Mühe unnütz vergeuden. Wieviele Zeichnungen ver- 
unglücken nicht hierbei aus ünkenntniss wichtiger Vorsichts- 
maassregeln! 

Docenten und Hülfslehrer an technischen Lehranstalten 
haben während der verhältnissmässig knapp bemessenen Stun- 
den, in denen sie mit ihren Schülern im praktischen Verkehr 
stehen, und die kaum genügen, der oft grossen Zahl Lern- 
begieriger die wichtigsten Constructionen zugänglich zu machen, 
nicht die Zeit, aus dem reichen Schatz ihrer Erfahrungen Winke 
für die praktische Ausführung der Zeichnungen in ausreichen- 
dem Maasse zu gewähren. 

Vorliegendes Büchlein, das rein praktischen Erfahrungen 
seine Entstehung verdankt, soll den Lehrern an technischen 
Lehranstalten eine willkommene Erleichterung gewähren, allen 
denen, die sich auf einen technischen Beruf vorbereiten, ein 
treuer Rathgeber, und denen, die nur gelegentlich zur Her- 
stellung von technischen Zeichnungen veranlasst werden, ein 
zuverlässiger Rathgeber sein. Aber auch schon Vorgeschrittene 
werden manches ihnen noch unbekannte, nützliche Zeichengeräth 
kennen lernen, und manchen brauchbaren Wink finden, der 
ihnen in Schule und Bureau wichtige Dienste leisten kann. 



IV 

Der vorhandene Stoff ist in drei Abschnitte getheilt, von 
denen der erste die allgemein gebräuchlichen Zeichenmaterialien 
behandelt, der zweite die für besondere Fälle vorhandenen 
Hülfsmittel beschreibt, der dritte die bei Ausführung der Zeich- 
nungen erforderlichen Handgriffe, Regeln und Winke enthält. 
Von einer Darstellung der Zeichenapparate ist Abstand genom- 
men, weil die eigene Anschauung der Materialien doch erst ein 
richtiges Bild giebt. 

Die specielle Anwendung der Zeichenkunst auf die ver- 
schiedenen Zweige, als Schiffsbauieichnen, graphisches Zeichnen, 
Situationszeichnen, Darstellung von Heizanlagen u. s. w., die An- 
führung der einschlägigen behördlichen Bestimmungen für die 
Ausführung derselben, Musterblätter zur Veranschaulich ung und 
eine kurze Anleitung zur Ausführung von Zeichnungen für die 
verschiedenen Vervielfältigungs verfahren mögen einem zweiten 
Theile vorliegenden Werkchens vorbehalten bleiben. 

Indem ich hiermit Herrn Geh. Regierungs-Rath Professor 
Dr. G. Hauck für seinen Rath und das rege Interesse, welches 
er dieser Arbeit entgegengebracht hat, meinen wärmsten Dank 
ausspreche, danke ich zugleich allen denen, die in liebens- 
würdiger Weise mein Vorhaben dadurch unterstützt haben, dass 
sie bereitwillig ihre Erfahrungen zur Verfügung stellten, und 
richte an die geehrten Leser die Bitte, entstandene Irrthümer 
freundlichst berichtigen zu woUen, Wünsche über Fehlendes und 
Mittheilungen von Neuerungen, die einer nächsten Auflage zu 
Gute kommen könnten, gütigst an mich gelangen zu lassen. 

Berlin, im October 1887. 

Der Verfasser. 



Vorwort zar zweiten Auflage. 



Binnen weniger als Jahresfrist ist die zweite Auflage dieses 
Werkchens noth wendig geworden, welche bedeutende Aende- 
rungen erfahren hat. Die inzwischen auf diesem Gebiete er- 
schienenen Neuerungen sind berücksichtigt und die zahlreichen 
mitgetheilten Erfahrungen zweckentsprechend verwerthet worden. 
Der Stoff ist durch acht neue Paragraphen erweitert, das Firmen- 
verzeichniss durchgesehen und vervollständigt, und vielfachen 
Wünschen zufolge ein Anhang über die Behandlung der Zeich- 
nungen für Gesuche um Baugenehmigung bei der Berliner Bau- 
polizei und für Gesuche um Patentbewilligung bei dem Kaiser- 
lichen Deutschen Patent-Amt beigefügt. Auch auf die äussere 
Ausstattung (Druck, Papier und Einband) ist grössere Sorgfalt 
verwendet worden. 

Allen Denen, die in freundlichem Entgegenkommen für Ver- 
vollständigung des Stoffes Sorge getragen haben, sei hiermit der 
herzlichste Dank für ihre Mühe ausgesprochen , indem gleich- 
zeitig gebeten wird, auch durch fernerhin bethätigte Antheil- 
nahme die etwa noch vorhandenen Lücken auszufüllen oder auf 
dieselben aufmerksam zu machen. 

Berlin, im September 1888. 

Der Verfasser. 



Vorwort zar dritten Auflage. 



Der schnell vergriffenen zweiten Auflage dieser Schrift folgt 
hiermit die dritte, welche Dank der allgemeinen Mitarbeit und 
in Folge geäusserter Wünsche wiederum durch mehrere neue 
Paragraphen erweitert worden ist. 

Besonders ist den erfreulichen Fortschritten Rechnung ge- 
tragen, welche der vaterländische Gewerbefleiss auf den ein- 
schlägigen Gebieten gemacht hat. Dies betrifft namentlich die 
Herstellung von Zeichenpapieren und Farben, welche den aus- 
ländischen Erzeugnissen den Rang in erheblicher Weise streitig 
machen und im Begriff sind, dieselben von dem deutschen 
Markte zurückzudrängen. 

Indem ich bitte das Interesse für dieses Büchlein nicht er- 
lahmen zu lassen, verfehle ich nicht allen Denen auf das wärmste 
zu danken, welche für die Vervollständigung dieser dritten Auf- 
lage Rath und Zeit in uneigennütziger Weise geopfert haben. 

Berlin, im Februar 1890. 

Der Verfasser. 



Inhaltsverzeichniss. 



I. Abschnitt. Die Zeichenmaterialien. 



Seite 

Einleitung 1 

§ 1. Das ReissbreU ... 2 
1 2. Die Reissschiene . . 4 
§ 3. Die Dreiecke ... 5 
§ 4. Das Prüfen V. Reissbrett, 



Schiene u. Dreieck 
§ 5. Das Zeichenpapier 
§ 6. Das Pauspapier 
§ 7. Die Pausleinwand 
§ 8. Der Leim . . . 
§ 9. Die Reissnägel . 
§ 10. Die Maassstäbe 
§ 11. Die Bleistifte . 
§ 12. Die Anspitzmittel 
§ 13. Die Spitzenschoner 

und Bleisparer 
§ 14. Die Radirmittel 
§ 15. Der Handfeger 
§ li6. Das Reisszeug 
a) Die Zirkel . 



8 
10 
13 
14 
14 
15 
16 
17 
19 



21 
22 
22 
24 



Seite 
. 25 



b) Die Ziehfedern . 
§ 17. Die Ausziehtusche . 26 
§ 18. Behälter für ein- 

geriebene Tusche . . 27 
§ 19. Die Zeichenfedem . . 29 
§ 20. Die Farben .... 30 
§ 21. Die Farbenkasten . . 31 
§ 22. Die Tuschnäpfe . . 31 
§ 23. Die Tuschgläser . . 31 
§ 24. Die Pinsel .... 32 
§ 25. Das Fliesspapier . . 32 
§ 26. Der Schwamm ... 33 
§ 27. Zeichen - Kreide und 

-Kohle 33 

§ 28. Farbige Kreidestifte . 33 
§ 29. Die Estompen ... 33 
§ 30. Die Fixative .... 34 
§ 31. Instrument zum Ab- 
schneiden der Zeich- 
nungen 35 



n. Abschnitt. Besondere Hiilfsmittei. 



Seite 

Einleitung 35 

§ 32. Die Zeichentische . . 36 
§ 33. Besondere Zirkel . . 37 

a) Der Theil- od. Haar- 
zirkel 37 

b) Der Nullenzirkel . 37 

c) Der Halbirungs- u. 
Reductionszirkel . 38 

d) Die Stangenzirkel . 38 

e) Der Dreispitzzirkel 39 

f ) Die Ellipsenzirkel . 40 

g) Der Volutenzirkel . 40 



Seite 
41 



§ 34. Besondere Ziehfedem 

a) Die Punktirzieh- 
fedem 41 

b) Die Parallel- 
ziehfedern .... 41 

c) Die Curven- 
ziehfedem. ... 42 

d) Ziehfeder für breite 
Striche 42 

§ 35. Die Mauermaasse . . 42 
§ 36. Der Schichtentheiler . 43 
§ 37. Das Parallellineal . . 44 



vni 



Seite 
. 44 



§ 38. Die Curvenlineale . 

a) Gewöhnliche 
Curvenlineale . 

b) Die Eisenbahn- 
Curvenlineale . 

c) Die Curvenlineale 
für Schiffbauer. 

d) Die üniversal- 
Curvenlineale . 

§ 39. Die Winkelmesser . 
§ 40. Der Bing'sche Winkel 
§ 41. Die Curvenmesser . 
§ 42. Die Schraffirvorrich- 

tungen 48 

§ 43. Der Storchschnabel . 50 



44 
44 
45 



45 
46 
46 
47 



§ 44. Der Mechanograph 

§ 45. Der Rechenstab . . . 

§ 46. Die Planimeter 

(Flächenmesser) . . 

§ 47. Perspectivische Appa- 
rate 

a) Die Fluchtpunkt- 
schienen . . . . 

b) Die Perspecto- 
graphen . . . . 

§ 48. Der Landschafts- 
spiegel 

§ 49. Die Camera lucida. . 
§ 50. Die photogr. Camera . 



Seite 
. 51 
. 51 



53 

54 

54 

55 

56 
57 
57 



HL Abschnitt. Das Zeichnen. 



Seite 

Einleitung 58 

§ 51. Das Aufspannen des 

Zeichenbogens ... 58 
§ 52. Die Wahl des Maass- 
stabes und die Ein- 
theilung d. Zeichnung 61 
§ 53. Das Auftragen ... 62 
§ 54. Das Ausziehen ... 67 
§ 55. Das Coloriren . . .71 
§ 56. Das Schraffiren ... 76 
§57. Das Pausen . . . .77 
§ 58. Das Vergrössern und 
Verkleinem der Zeich- 
nungen 79 

§ 59. Die Darstellung der 
wichtigsten in techn. 



Seite 



Zeichnungen vorkom- 
menden Materialien u. 
Culturen 80 

a) Die farbige Dar- 
stellung . . . .81 

b) Die schwarze Dar- 
stellung .... 83 

§ 60. Das Verbessern ... 84 
§ 61. Die Schrift .... 86 
§ 62. Das Reinigen .... 88 
§ G3. Das Entfernen von 

Flecken 89 

§ 64. Das Abschneiden . . 90 
§ 65. Das Aufziehen der 

Zeichnungen u. s. w. . 90 
§ 66. Die Zeichenmappe . . 92 



Bezugsquellen 

Sach- und Namen- Verzeichniss 



95 



Anhang. 

A. Die Anfertigung der Zeichnungen für Gesuche um Bau- 
genehmigung. Bearbeitet im Anschluss an die Baupolizei- 
Ordnung für Berlin vom 15. Januar 1887 104 

B. Die Anfertigung der Zeichnimgen für Gesuche um Patent- 
bewilligung. Bearbeitet im Anschluss an das Patentgesetz 

für das Deutsche Reich vom 25. Mai 1877 108 



II ^^ of TFt 'r ■ 

I. Absclmitt. 

Die Zeichenmaterialien. 



Einleitung. 

Bei Anschaffung Ton Zeichenmaterialien ist Tor Allem der 
Grundsatz zu beachten, nur durchaus gute Waare zu kaufen. 
Sparsamkeit ist hier übel angebracht und rächt sich später oft 
bitter. So können schlechte, sich nicht gleichmässig yertheilende 
Farben die Wirkung einer sonst wohlgelungenen Zeichnung be- 
einträchtigen, kann schlechtes, nicht dauerhaftes oder zu stark 
geleimtes Papier, welches bei einer im letzten Augenblick nach 
fast erfolgter Fertigstellung der Zeichnung noch nothwendigen 
Ausbesserung dem Angriff des Gummi oder des Messers nicht 
genügend Widerstand leistet, die Veranlassung zu nochmaliger 
Herstellung geben. 

Es ist also beim Einkauf darauf zu achten, dass die ge- 
wählten Materialien fehlerlos sind, und deshalb eine genaue 
Kenntniss der Merkmale ihrer Vorzüge und Nachtheile er- 
forderlich. Femer empfiehlt es sich, persönlich eine Prüfung 
der vorgelegten Zeichengeräthe auf ihre Brauchbarkeit vorzu- 
nehmen und erst nach gutem Ausfall derselben den betreffenden 
Gegenstand zu kaufen. Auch sind möglichst solche Handlungen 
zu wählen, welche nur Zeichenmaterialien führen und schon 
hierdurch eine gewisse Gewähr für gute Beschaffenheit der- 
selben bieten. Falls sich am Wohnorte derartige Handlungen 
nicht befinden, scheue man nicht das Porto und die Mühe, sich 
auch bei geringem Bedarfe an die nächstgelegene, bekannte Firma 
zu wenden« 

1 



— 2 — 

Am Schluss des Werkcheos sind Zeichenmaterialieü*Hatid- 
langen von Ruf aufgeführt. 

Dieselbe Peinlichkeit wie bei der Anschaffung ist auch bei 
der Unterhaltung der Zeichenmaterialien nothwendig. Man ge- 
wöhne sich, sämmtliche Cregenstände ausser Gebrauch gehörig 
geordnet aufzubewahren, im Gebrauch sorgfältig zu behandeln, 
nach dem Gebrauch gründlich zu reinigen und dann ordnungs- 
mässig wegzupacken. 

Ferner sorge man rechtzeitig für den Ersatz der verbrauchten 
Materialien, lasse jede Ausbesserung, sei es die Anschärfung 
einer abgenutzten Zirkelspitze, sei es der Ersatz einer locker 
gewordenen Schraube sofort von geübter Hand vornehmen. Es 
ist auch nicht zu rathen, Zirkel, Schiene u. a w. nach kurzem 
Gebrauch aus Laune oder wegen kleiner Fehler, die sich in- 
zwischen eingestellt haben, durch neue Materialien zu ersetzen 
(bei vorhandenen Geldmitteln freilich das Bequemste), weil sich 
die Hand erst an die Eigenthümlichkeiten der neuen Instrumente 
gewöhnen muss. Erst die durch längeren Gebrauch erworbene 
Kenntniss der Vortheile und Schwächen der Materialien ver- 
schafft dem Besitzer vollen Nutzen. Tüchtige Zeichner arbeiten 
nur ungern mit fremden Materialien und verleihen nicht gern 
ihre eigenen. 

§ 1. Das Reissbrett. 

Das Reissbrett muss aus gutem Pappel- oder Linden-Holz 
gefertigt sein, welches wiederum völlig ast&ei und gehörig aus- 
getrocknet sein muss, damit ein späteres „sich ziehen^ des 
Brettes vermieden wird. 

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass das Brett nicht zu 
schwer ist (der bequemen Handhabung wegen), dass es im Ge- 
brauch nicht wackelt (ein Umstand, der sehr störend während 
des Arbeitens ist), dass es nicht windschief ist (wodurch die 
aufgespannten Zeichenbogen hohl liegen und dann beim Ge- 
brauch des Zirkels leicht grosse Löcher erhalten, die zu Un- 
genauigkeiten Veranlassung geben), dass es vor allen Dingen 
gut abgerichtete Kanten hat, welche ein genaues Rechteck 
bilden müssen und an denen die Reissschiene leicht und sicher 
gleiten kann. Da das genaue Bearbeiten der Kanten Schwierig- 
keiten bietet und dasselbe auch später wegen entstandener 



— 3 — 

Felller wiederholt werden muss, wird in j^die Anfertigung der 
Zeichnungen für Maschinenfabriken** von J. F. Weyde und 
A. Weickert*) empfohlen, nur an einer der geraden Rand- 
leisten, der linken zu arbeiten, welche durch einen aufge- 
schraubten, glatt gehobelten Gusseisen -Winkel gegen störende 
Veränderungen zu sichern ist. 

Neuerdings werden patentirte Reissbrettef von Sönnecken 
gefertigt, welche mit umlegbaren Stützen versehen sind. Sie ge- 
statten, dass beide Seiten des Brettes bespannt und bezeichnet 
werden können. Abgesehen von der Erspamiss bei der An- 
schaffung, da eins derselben zwei der gewöhnlichen Art ersetzt, 
bieten sie auch den Vortheil, der namentlich in Akademien und 
Schulen, in denen zuweilen ausreichende Räumlichkeiten zur 
Aufbewahrung der Reissbretter fehlen, nicht gering anzuschlagen 
ist, dass drei dieser patentirten Bretter ausser Gebrauch nur 
den Raum eines der mit festen Stützen versehenen einnehmen. 

Reissbretter mit Vorrichtung zum Aufspannen des Papiers 
ohne Anwendung von Klebstoffen sind durch Schlesicky- 
Ströhlein in Frankfurt am Main zu beziehen. 

In einiger Entfemimg vom Rande des Brettes läuft ringsum 
eine Nut von rechteckigem Querschnitt, in welche der ange- 
feuchtete und aufgelegte Zeichenbogen an seinen Rändern scharf 
hineingedrückt wird. In diese Nut werden dann mit horizontalen 
Zähnen versehene Metallstäbe gelegt, welche durch ebenfalls 
horizontale Federn das Papier in den Nuten vollständig fest- 
klemmen. 

Hauptvortheil dieser Bretter ist neben bequemem und 
sauberem Aufspannen, dass sie nach Fertigstellung einer Zeich- 
nung sofort wieder zu benutzen sind, ohne dass die sonst so 
lästigen Papierreste erst beseitigt werden müssen, und dass sie 
nicht durch das Abschneiden der Zeichnungen leiden. Auch soll 
die Zeichnung nach dem Abspannen sich weniger ziehen und 
dadurch grössere Genauigkeit behalten, als bei Anwendung der 
üblichen Reissbretter. 

Sehr begehrenswerth und namentlich von geübten Zeichnern 
gesucht sind alte Zeichenbretter, die also gut ausgetrocknet sind 
und daher weniger Leben, d. h. Neigung zu Formänderungen 

*i Böriin W., 1889. Polytechnische Buchhandlung A. Seydel, Mohren- 
fitrasse Nr. 9. 



— 4 — 

haben wie neue. Zu beachten ist beim Einkauf derselben, dass 
die Fugen der Platte noch gut schliessen und nicht etwa Fehler 
in denselben mit Kitt,* der später herausföllt, ausgestrichen sind. 
Die etwa hervorstehenden Theile der eingeschobenen Stehleisten 
sind nicht als schwerwiegende Fehler zu betrachten, da sie leicht 
durch Wegschneiden zu entfernen sind, um dem Gleiten des 
Reiss-Schienenkopfes keine Hindernisse zu bereiten. 

Für die bequeme Handhabung der Bretter besonders beim 
Tragen, thut ein kurzer Lederriemen, der mit kleinen Nägeln 
auf der Mitte der Kehrseite des Brettes befestigt ist, als Hand- 
griff gute Dienste. 

I 2. Die Reissschiene. 

Die Reissschiene muss aus hartem Holz bestehen ; meistens 
wird Mahagoniholz mit Ebenholz an den Kanten zu ihrer Her- 
stellung verwendet. Die Zunge muss eine fehlerlose Kante haben 
für die Führung der Bleistifte bezw. Ziehfedem. Der Kopf muss 
genau rechtwinklig (s. § 4) zur Zungenaxe sein und leicht und 
sicher an der Reissbrettkante gleiten. Die Befestigung der Zunge 
an dem Kopf durch Schrauben ist der durch Leimung wegen 
grösserer Dauerhaftigkeit vorzuziehen. 

Schienen, deren Zunge nicht in den Kopf eingelassen, sondern 
aufgesetzt ist, gewähren den Vortheil, dass das Dreieck nach 
links bis über den Kopf^ an welchen es sonst anstösst, geschoben 
werden kann. 

Bei Schienen von grösserer Länge erhält die Zunge zweck- 
mässig nach dem Kopf zu eine grössere Breite, wodurch das 
Federn derselben vermindert wird, und auch bis zum Ende der 
Schiene ein wagrechter Strich gezogen werden kann. 

Sind auf einer Zeichnung Schaaren von parallelen Linien zu 
zeichnen, die weder parallel noch senkrecht zur Reissbrettkante 
sind, z. B. bei der Parallel -Perspective imd axonometrischen 
Zeichnimgen, so bedient man sich der Stellschiene mit beweg- 
lichem Kopf mit oder ohne Winkel-Theilung für Einstellung auf 
bestimmte Winkel. Am zweckmässlgsten sind die Schienen, bei 
denen die Drehimg der Zunge nicht zugleich um die zur Be- 
festigung dienende Schraube erfolgt, sondern um einen be- 
sonderen Stift. 



— 5 — 

Aufbewahrt wird die Schiene am besten mit dem Zuügen- 
ende an einem fifagel hängend an einer Stelle, wo sie den Ein- 
wirkungen von Nässe imd Wärme möglichst entzogen ist. 
Krumm gewordene Schienen sind nicht mehr aufzubessern. Zum 
Skizziren sind Schienen mit einer durchlaufenden Theilung recht 
zweckmässig, da man an ihnen unmittelbar ohne Zirkel eine 
bestimmte Länge auftragen kann. Am Ende eingeplatzte Schienenr 
können durch Ueberkleben von Zeichenpapier noch längere Zeit 
brauchbar gemacht werden. Für perspectivische Zeichnungen, 
für welche der Gebrauch der gewöhnlichen Schienen wegen des 
hinderlichen Kopfes störend ist, sind lange Lineale, schmale 
Schienen ohne Kopf sehr zu empfehlen. 

Um das Herabgleiten der Schiene bei schräger Haltung 
des Zeichenbrettes zu verhüten, ist vom (Regierungsbauführer 
Kretschmann (Berlin, S. Johanniterstr. 10) ein Schienenhalter 
in Form eines Reissbrett und Schiene verbindenden Bügels con- 
striiirt worden, der sehr zu empfehlen und von dem Erfinder 
zu beziehen ist. 

I 3. Die. Dreiecke. 

Die Hauptbedingungen eines Dreiecks sind, dass es genaue 
Winkel enthält und dass die einzelnen Seiten gerade Kanten 
haben, wovon man sich bei jedesmaligem Einkauf überzeugen 
muss (s. § 4). Für den gewöhnlichen Bedarf genügen zwei 
Dreiecke, das eine mit einem rechten Winkel, einem von 60** 
und einem von 30®, das andere mit einem rechten Winkel und 
zwei zu je 45®. Die Grösse der Dreiecke richtet sich nach den 
anzufertigenden Zeichnungen. Je nach dem Stoff, aus dem sie 
gefertigt sind, sind solche von 7— 56 cm Kathetenlänge gewöhn- 
lich vorräthig. 

Für besondere Zwecke werden auch sogenannte Böschungs- 
dreiecke für Böschungen 1 : >/s, 1 : IVa» ^ • Vi ^- 8. w. und 
Weichendreiecke mit Winkeln 1:8, 1:9, 1:10 u. s.w. im Handel 
geführt. 

Der Hochbauer verwendet zum bequemen Zeichnen der häufig 
vorkonmienden Octogone Dreiecke mit einem rechten Winkel, 
einem von 22V,® und einem von 67^/a®, welche in den besseren 
Zeichenmaterialien-Handlungen geführt werden, ebenso wie Drei- 
ecke, welche den Giebelwinkel der Antike enthalten. 



— 6 — 

Alle Dreiecke mit besonderen Winkeln sind entbehrlich, 
wenn man ein gewöhnliches Dreieck, dessen Kinkel 90», 60<> 
und 80® betragen, mit den Linien versieht, welche den ge- 
wünschten Winkeln entsprechen, wie folgt: Man trage an die 
Seite ah des Dreieckes ahc den Winkel x an, der dem Ver- 
hältniss 1 : y entspricht, welches also dann durch die Linie m n 
dargestellt wird. Letztere mache man durch Einritzen in das 




>- 



Material des Dreiecks unverwischbar. Will man nun an eine 
auf der Zeichnung bestehende Linie op den Winkel x antragen, 
so braucht man nur das Dreieck so auf die Zeichenfläcbe zu 
legen, dass sich die Linien m n und op decken, alsdann giebt 
die an der Kante ab zu ziehende Linie den anderen Schenkel 
des Winkels. Jeder Zeichner ist auf diese Weise im Stande, sich 
die für ihn noth wendigen Linien nach Bedarf auf einem Dreieck 
zu fixiren und zu kennzeichnen. Er kann sogar durch Aufritzen 
der Linie für den Winkel von 45® im Nothfalle das gleich- 
schenklige Dreieck vorübergehend entbehren. Undurchsichtige 
(Holz oder Hartgummi) Dreiecke sind hierfür den durchsichtigen 
(Glas oder Zellhom) entschieden vorzuziehen, weil bei den letz- 
teren für den Fall, dass die eingeritzte Linie sich nicht in der 
auf der Zeichnung liegenden Dreiecks - Fläche befindet, durch 
Schattenwerfung der maassgebenden Linie auf die Zeichenfläche 
leicht Lrthümer entstehen. 

Für Schattenconstructionen werden von Schroeder in 
Darmstadt besondere Schattirwinkel, und für axonometrische 



~ 7 — 

Zeichnungen Schiebedreiecke in den yerschiedenen üblichen Ver- 
hältnissen von Ulrich Martz in Stuttgart gefertigt. 

Die Herstellung der Dreiecke erfolgt aus den verschiedensten 
Materialien, von denen das Holz jedenfalls am meisten ver- 
breitet ist, weil es bei immerhin genügender Haltbarkeit am 
-wenigsten den Einflüssen von Temperaturänderungen unter- 
worfen ist, und deshalb die Winkel verhältnissmässig lange 
genau bleiben. 

Die Holzdreiecke werden meist wie die Schienen aus Maha- 
goniholz mit Ebenholzeinfassung hergestellt. Allein brauchbar 
sind solche, die an den Eckverbindungen eingelegte Federn zum 
grösseren Halt haben. Fast um die Hälfte billiger, aber nicht 
so empfehlenswerth sind Dreiecke aus Elsenholz mit schwarzer 
Ahomfassung. In den Ecken locker gewordene Dreiecke sind 
nach Ueberkleben der Ecken mit gutem Zeichenpapier noch 
einige Zeit zu gebrauchen, falls die Winkel noch genau sind. 
Ausser Gebrauch werden die Dreiecke, wie die Schienen, am 
besten hängend aufbewahrt an einem Orte, an dem sie von 
Hitze und Kälte nicht zu leiden haben. Beim Zeichnen unsauber 
gewordene Dreiecke lassen sich mit gewöhnlichem Radirgiimmi 
leicht reinigen. Jedoch ist es rathsam diese Reinigung öfter 
vorzunehmen und die Schmutzschicht nicht zu stark werden zu 
lassen. Reinigen mit Wasser ist nicht zu empfehlen und höch- 
stens anwendbar, wenn es vorsichtig mit einem feuchten Schwamm 
geschieht, und sorgfältiges Abtrocknen mit einem Tuche unmittel- 
bar folgt, damit die Feuchtigkeit nicht in das Holz selbst ein- 
dringen kann. 

Neben deu Holzdreiecken sind solche aus Hartgummi viel 
im Gebrauch. Sie sind wohl haltbarer als die ersteren, ver- 
ziehen sich aber sehr schnell und sind sehr unsauber. Den 
letzteren Uebelstand, wenn auch in geringerem Grade, haben 
auch die Metalldreiecke, welche meistens aus Messing gefertigt 
werden. Sie sind recht genau, aber auch recht theuer. Sie 
müssen besonders vor Scharten behütet werden, welche ün- 
genauigkeiten veranlassen und leicht die Oberfläche des Zeichen- 
papiers aufreissen. 

Glasdreiecke mit abgefasten Kanten einzuführen, ist wieder- 
holt versucht worden. Die grosse Zerbrechlichkeit, der hohe 
Preis imd die Schwierigkeit, genaue Winkel zu schleifen, stehen 



— 8 — 

ihrer grösseren Verbreitung wohl im Wege. Ihre Hauptvorzüge 
sind die ausserordentliche Sauberkeit und ihre Durchsichtigkeit, 
welche auch die sonst durch die Dreiecke verdeckten Zeichnungs- 
flächen stets überblicken lässt, was namentlich bei Herstellung 
perspectivischer Zeichnungen ein grosser Vortheil ist. 

Als neuestes Fabrikat sind Dreiecke aus Zellhommasse 
(Celluloid) zu erwähnen. Der Preis derselben ist etwa der 
doppelte der hölzernen Dreiecke. Ihre Hauptvorzüge sind: 
grosse Sauberkeit, Durchsichtigkeit und Unzerbrechlichkeit. Ein 
Fehler ist das Werfen der Dreiecke; beim Einkauf hält es 
schwer ein vollständig ebenes Dreieck zu erhalten, welches 
allerdings später nicht mehr Veränderungen in dieser Hinsicht 
unterworfen ist. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass durch Her- 
stellung stärkerer Dreiecke der eben gerügte üebelstand gehoben 
werden kann. Ob die Kanten und Winkel dieser Dreiecke bei 
der Weichheit des Materials im Gebrauch haltbar sein und ihre 
Genauigkeit behalten werden, wird die Erfahrung lehren. 

Für Skizzen sind mit Maassstäben versehene Dreiecke zu 
empfehlen, die ein directes Auftragen einer Länge ohne Zirkel 
gestatten, indem man die Linie in der gewünschten Länge an 
der Maassstabkante zieht. 

I 4. Das Prüfen von Reissbrett, Schiene und Dreieck. 

Beim Einkauf der bis jetzt beschriebenen Materialien, von 
deuen man sich nicht gerne wieder trennt, wenn man sie in Be- 
nutzung genommen hat, unterlasse man es nie, sie genau auf 
ihre Brauchbarkeit zu prüfen. 

Man beginne dabei mit der Schiene und überzeuge sich zu- 
nächst von der Genauigkeit der Ziehkante dadurch, dass man 
auf einem auf ein Brett gespannten Zeichenbogen irgendwo zwei 
Punkte, welche fast um die Zungenlänge der Schiene von ein- 
ander entfernt sind, bezeichnet und sie an der Ziehkante durch 
eine Linie verbindet. Dann drehe man die Schiene um die 
Ziehkante um 180 o, so dass sie nun auf der anderen Seite der 
gezogenen Linie liegt, und verbinde wiederum die beiden Punkte 
an der Ziehkante durch eine Linie. Nur in dem Falle, dass 
diese beiden Linien sich völlig decken, ist man sicher, eine 
wirklich gerade Schiene zu besitzen. 



Mit Hülfe dieser geraden Schiene kann dann die Prüfung 
der Dreiecke auf den rechten Winkel hin erfolgen. 

Man zeichne auf dem Reissbrett irgendwo eine Horizontale 
und lege die Schiene so an, dass die Ziehkante durch die Ho- 
rizontale geht. Sodann lege man das zu prüfende Dreieck mit 
der kürzeren Kathete an die Ziehkante der Schiene und ziehe 
an der freien Kathete eine Linie. Hierauf drehe man das Dreieck 
um die freie, nicht an der Schiene liegende Kathete um 180^, 
so dass das Dreieck nun auf der andern Seite der eben ge- 
zogenen Linie liegt, und ziehe an der freien Kathete wiederum 
eine Linie. Nur, wenn sich diese beiden Linien vollständig decken, 
hat das Dreieck einen rechten Winkel und gerade Katheten. 

Die Genauigkeit der Hypotenuse prüft man auf dieselbe 
Weise, wie die cier Schiene. Die Prüfung des Winkels von 60 ^ 
erfolgt, indem man den zu prüfenden Winkel mit Hülfe eines 
zweiten Dreiecks dreimal aneinander trägt, so dass die beiden 
äussersten Linien einen Winkel von \S0^ einschliessen müssen, 
bei 30® beziehungsweise 45<* trage man den Winkel ebenfalls 
dreimal beziehungsweise zweimal aneinander, so dass die beiden 
äussersten Linien einen Winkel von 90® bilden. 

Die ebene Beschaffenheit des Reissbrettes ist leicht zu er- 
kennen, wenn man die gerade Zunge der Schiene an verschiedenen 
Stellen aufrecht auf das Brett stellt. Jeder zwischen Schiene imd 
Brett durchscheinende Lichtstrahl zeigt dann einen Fehler an. 

Ob der Kopf der Schiene rechtwinklig zur Zunge sitzt, lässt 
sich dadurch ermitteln, dass man die Schiene mit dem Kopf 
auf das Reissbrett legt, an der Zungenkante und der Kopf kante 
je eine Linie zieht und den eingeschlossenen Winkel mit dem 
geprüften rechten Winkel vergleicht. 

Ob die Reissbrettkanten gerade sind, lässt sich durch fol- 
gendes Verfahren mit ziemlicher Sicherheit ermitteln. Man 
zeichne mit Hülfe der an die Kante gelegten, geraden Schiene 
eine Schaar von Horizontalen und mit Hülfe des an die Schiene 
gelegten, rechten Winkels eine Schaar von Senkrechten. Stellt 
sich nun durch Messen heraus, dass die zwischen zwei Parallelen 
liegenden Strecken der Senkrechten nicht alle einander gleich 
sind, so ist die Kante nicht genau abgerichtet, und das Brett 
ist zum Zeichnen unbrauchbar. 



— 10 — 

Ob die beiden Kanten des Reissbrettes zu einander senk- 
recht sind, iässt sich dadurch ermitteln, dass man, nachdem die 
Geradheit der Kanten des Brettes festgestellt ist, an jede die 
Schiene anlegt nnd eine Linie zieht. Die erhaltenen Schnitt- 
winkel müssen alsdann Rechte sein, was durch das geprüfte 
Dreieck festgestellt wird. 

Diese Prüfungen müssen sehr sorgfältig angestellt und, falls 
sich beim Zeichnen trotz Sorgsamkeit Fehler einschleichen, 
wiederholt werden, um die Mängel zu beseitigeu, was bei den 
Reissbrettern durch erneutes Abrichten geschehen kann. 

Wie man bei einiger Aufmerksamkeit auch mit Materialien 
zeichnen kann, die den erwähnten Bedingungen nicht voll ge- 
nügen, ist im Abschnitt III § 53 gelehrt. 

I 5. Das Zeichenpapier. 

Die Auswahl des Zeichenpapiers hat je nach den Zwecken, 
weichen die Zeichnung dienen soll, zu erfolgen. Bei allen ist aber 
in erster Linie auf die Haltbarkeit, die Festigkeit und Zähigkeit 
des Papieres zu achten, worüber die Zeugnissfe der Königlichen 
mechanisch -technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg Aus- 
kunft geben, soweit die Papiere derselben zur Prüfung über- 
geben sind. Eine Probe diesbezüglich, die von Jedermann leicht 
angestellt werden kann, ist die, dass man das Papier in gewisser- 
maassen waschender Bewegung zwischen den Händen gleichmässig 
hin und herreibt und dabei aus seinem Verhalten in Hezng auf 
mehr oder weniger Sprödigkeit, früheres oder späteres Mürbe- 
würden einen Schluss auf die Festigkeit zieht. 

Zum Zeichnen von Ornamenten, getuschten Fa9aden, Aqua- 
rellen u. dergl. ist im Allgemeinen ein etwas körniges, wenig 
geleimtes Papier, zum Zeichnen von Lageplänen, Höhenkarten, 
graphischen Ermittelungen u. dergl. ein glattes, an der Ober- 
fläche festes Papier zu empfehlen. 

Beide Papiersorten müssen die Bleistriche gut annehmen 
-und sie auch entfernen lassen (ein Einfi'essen derselben in das 
Papier ist sehr lästig), die Tusche leicht aufnehmen, das An- 
legen mit Farbe gut gestatten, das Radiren mit Gummi und 
Messer, das Auswaschen und die Wiederherstellung von ge- 
tuschten Flächen geschehen lassen, ohne dass die Oberfläche 
des Papiers dadurch angegriffen wird. 



— 11 — 

Für WerkzeichnuDgen, die auf der Baustelle oder in der 
Werkstätte gebraucht werden sollen, ist ein dauerhaftes, nicht 
brüchiges, zähes Papier, das nicht leicht einreisst, zu wählen. 

Das beste Papier für die ersten beide Zwecke ist bis jetzt 
unstreitig der englische Whatman, ein Büttenpapier (geschöpftes 
Papier) leicht an den etwas gequollenen welligen Rändern zu 
erkennen. 

Bei allen technischen Zeichnungen wird die Grösse nach 
dem Format des Whatman - Bogens bestimmt: Va Whatman 
muss^ nachdem er vom Brett geschnitten ist, die Grösse von 
^/^ cm haben; Vi Whatman eine solche von ^/g^ cm. Jeder 
Whatman-Bogen ist am Wasserzeichen, Namen und Jahreszahl, 
zu erkennen. 

In Bezug auf ünverwüstlichkeit gegen Radiren mit Gummi 
oder Messer, gegen Waschen und erneutes Anlegen ist der eng- 
lische Whatman zur Zeit wohl noch nicht übertroffen und ist 
derselbe deshalb gerade Anfängern besonders zu empfehlen, die 
ihre Zeichnungen lange auf dem Brette lassen müssen, noch viel 
mit Beseitigen und Wiederherstellen des Gefertigten zu thun 
haben und dabei oft nicht sehr vorsichtig verfahren. 

In neuerer Zeit ist die deutsche Industrie bemüht, dem 
englischen Whatman sehr ähnliche Fabrikate in ähnlicher Preis- 
lage an den Markt zu bringen. Es sind dies die Papiere „Eicliel- 
zweig No. 510**, ^Nur Deutsch** (letzteres von der Firma Bugen 
Hoesch & Orthaus in Düren in den Handel gebracht) aus 
der Fabrik der Gebrüber Hösch in Düren und „Extra super- 
feines Zeichenpapier Qual. No. 308"* aus der Fabrik von IL A. 
Seh öl 1er Söhne in Düren (sogenanntes Hammerpapier), Ausser- 
dem wären zu nennen die von Schleicher & Schüll in Düren 
angebotenen Papiere mit der Marke „springendes Pferd" und 
das von Wichmann in Berlin eingeführte Hercules - Papier. 
Die von der Königlichen Versuchsanstalt bei der Technischen 
Hochschule in Berlin im Vergleich mit „Engl. Original Whatman- 
Papier" angestellten Untersuchungen haben befriedigende Er- 
gebnisse gehabt, und es wäre recht erfreulich, wenn sich diese 
deutschen Papiere einbürgern würden. 

Viele Freunde hat sich sehr schnell der seit einigen Jahren 
im Handel befindliche, cartonirte englische Whatman erworben. 
Derselbe wird auf den Zeichentisch aufgezweckt und gestattet 



— 12 — 

das Anlegen vortrefflich, ohne sich zu werfen. Er bietet he{ 
Anfertigung einer grösseren Arbeit mit vielen Zeichnungen den 
Vortheil, dass ein Uebertragen einzelner Theile einer Zeichnung 
in eine andere bedeutend erleichtert wird, indem das Handhaben 
der schweren Reissbretter fortfällt, dass sich die vollendete 
Zeichnung nicht wie die auf uncartonirtem Papier gefertigte 
verzieht, und hat ausserdem den Vorzug, dass ein viel kleinerer 
Raum für Aufbewahrung der in Arbeit befindlichen Zeichnungen 
nothwendig ist. Man hat aber beim Einkauf darauf zu achten, 
dass der Carton nicht wellig ist. Diese Wellen sind nicht mehr 
zu entfernen und machen ein genaues Zeichnen unmöglich. 

Für Maschinen- und Werkstatt -Zeichnungen befindet sich 
im Handel eine grosse Auswahl von starken, glatten wie rauhen 
Papieren, von denen Turkey Hill Kent und die starken, 
doppeltgeleimten Papiere (TauenroUenpapiere), die durch 
Schleicher So SchüU in Düren zu beziehen sind, wohl am 
meisten benutzt werden. 

Empfehlenswerth für Lagepläne und deshalb viel bei Feld- 
messern in Gebrauch sind die schon auf Leinwand aufgezogenen 
Zeichenpapiere, wie sie in guter Beschaffenheit von Schleicher 
& Seh Uli geliefert werden. Die Anwendung dieser sehr dauer- 
haften Papiere sichert die stete Genauigkeit der einmal ange- 
tragenen Längen und lässt gleichzeitig das für das Arbeiten im 
Freien so erwünschte Rollen der Zeichnungen ohne Nachtheii zu. 

Zum Projectiren ist sogenanntes Millimeter- oder Projectir- 
Papier gebräuchlich. Dasselbe ist Zeichenpapier, mit einem 
Netz von Linien überzogen, dessen einzelne Maschen Iqmm 
gross sind, und ist in verschiedener Güte, mit brauner, schwarzer 
oder grüner Theilung käuflich. Es eignet sich vorzugsweise zum 
Entwerfen von Grundrissen. Für genaues Zeichnen, z. B. für 
Höhenpläne u. s. w., in denen lange Horizontalen und Verticalen 
vorherrschen, ist es aber nicht sehr zu empfehlen, da die Thei- 
lungslinien des Netzes durch das Ziehen des Papiers keine ge- 
nauen Geraden bilden, und ein Ausziehen der vorhandenen 
Linien an der Schiene oder an Dreiecken nur stückweise er- 
folgen kann. 

Etwas mehr Sicherheit gegen diese Grefahr bieten diese 
Papiere, wenn sie bereits auf Leinwand aufgezogen sind, wie sie 
auch in grösseren Handlungen zu haben sind. 



— 13 — 
9 6. Das Pauspapier. 

Ein höchst wichtiges Hilfsmittel für den Zeichner ist das 
Pauspapier (geöltes oder Pflanzenfaser-Papier, nicht Seiden- 
papier), welches ihn in den Stand setzt, die Vervielfältigung 
von Zeichnungen in einfachster Weise vorzunehmen, indem die 
Durchsichtigkeit gestattet, unverrückbar fest darunter gelegte 
Zeichnungen genau nachzuziehen. Von gutem Pauspapier wird 
verlangt, dass es äusserst durchsichtig und weiss, wenig oder 
gar nicht geölt, fest, aber nicht brüchig ist und das Anlegen 
mit Farbe gut gestattet. 

Zum Aufziehen der Pausen sind bereits gummirte Tauen- 
roUenpapiere für diesen Zweck käuflich zu haben, über deren 
Anwendung Näheres in § 57 dieses Buches zu finden ist. 

Von ungeölten, recht billigen Papieren sind die von Jos. 
Lenzen (Düren) und das Leonin-Pause-Papier von Schleicher & 
Schüll zu empfehlen. Sie sind geruchlos, vergilben nicht und 
verfetten nicht die Acten bei längerem Liegen. 

Auch das von letzterer Firma angebotene wasserklare 
Asbestos-Pause-Papier Nr. 788 ist recht brauchbar und für An- 
legen besonders geeignet, da es die Farbe gut annimmt und 
sich nicht wirft 

Ein recht brauchbares Papier ist das englische Pergament- 
Pause-Papier, welches sehr dauerhaft ist, dabei fettfrei ist und 
nicht gelb wird. Soll dasselbe getuscht werden, so muss man 
es wie einen gewöhnlichen Zeich^ibogen mit Leim aufspannen, 
durch welches Verfahren jedes Welligwerden natürlich ver- 
mieden wird. Es ist jedenfalls ein guter Ersatz für die theure 
Pausleinwand. 

An dieser Stelle ist auch des Transparent - Schablonen- 
papiers Erwähnung zu thun. Dasselbe ist leidlich durchsichtig, 
sehr zähe, radirfähig und nimmt Tusche und Farbe leicht an. 
Dasselbe ist deshalb ein gutes Hilfsmittel beim Entwerfen von 
Grundrissen. Bei Anwendung eines untergelegten Stück Milli- 
meterpapieres lässt sich leicht das Erdgeschoss entwerfen und 
durch Auflegen eines neuen Stück Schablonenpapier der Grund- 
riss des ersten Stockwerkes u. s. w. in übersichtlicher, schneller 
Weise ermitteln. 

Das Graphitpapier (blaues oder rothes Oelpapier ist für 
diesen Zweck nicht zu empfehlen) benutzt der Zeichner in Ver- 



— 14 — 

biadung mit Pauspapier, wenn er denselben Gegenstand oder 
ganze Zeichnungen wiederholt darzustellen bat. Er fertigt in 
diesem Falle erst eine Pause, legt diese auf einen Bogen des 
genannten Papiers, der mit der geschwärzten Fläche auf der- 
jenigen Stelle des Zeichenbogens liegt, auf welche die üeber- 
tragung erfolgen soll, und zieht dann mit einem harten Bleistift 
oder besser mit einem Homgriffel die Pause nach, wodurch ein 
Abdruck auf der gewünschten Stelle entsteht. 

Dieses Papier leistet namentlich bei mehrfacher Wiedergabe 
einer Situation gute Dienste, ist indessen etwas unsauber, wes- 
halb Vorsicht beim Gebrauch noth wendig ist. 

Empfohlen wird auch mit Holzkohle eingeriebenes Papier, 
welches sauberer ist. Der etwa auf die Zeichnung gerathene, 
überflüssige Kohlenstaub wird am leichtesten durch vorsichtiges 
Schlagen mit dem Taschentuch entfernt. 

I 7. Die Pausleinwand. 

Bedeutend haltbarer, aber auch viel theurer als Pauspapier 
ist Pausleinwand. Wenn die gepausten Zeichnungen längere 
Zeit erhalten werden sollen, so verdient die Pausleinwand ent- 
schieden den Vorzug vor dem Pauspapier, indem sie gestattet, 
die Pausen gerollt aufzubewahren, während die Pausen auf Paus- 
papier erst mit Aufwand von Zeit und Kosten auf Garton ge- 
spannt werden müssen und ^sum schlecht zu rollen sind. 

Haupterfordemiss der Pausleinwand ist neben Haltbarkeit 
und Durchsichtigkeit, dass sie auf der glatten Seite die Farbe, 
auf der rauhen Seite die Ausziehtusche gut annimmt. 

Die englischen Fabrikate, besonders die Marke „Stern" sind 
zu empfehlen. Die deutschen Pausleinen von nahezu gleich- 
kommender Beschaffenheit sind bis jetzt noch theurer, als die 
englischen; jedoch ist zu hoffen, dass die deutsche Industrie 
auch auf diesem Zweige bald ebenbürtiges zu leisten im Stande 
sein wird. 

§ 8. Der Leim. 

Den Leim braucht der Zeichner vorzugsweise zum Auf- 
spannen der Zeichenbogen auf die Reissbretter und als Zusatz 
zu Farben. Der Leim muss gut kleben, dünnflüssig, haltbar 



— 15 — 

und möglichst farblos sein, damit ein Beflecken des Papiers 
Termieden wird, und er als Zusatz zu Farben keine Aendernng 
derselben hervorruft. Gummi arabicum, in Pulverform, mit 
Wasser zubereitet und einem von „Weyde und Weickert" em- 
pfohlenen Zusatz von etwas Carbol, der das Verderben verhüten 
soll, giebt einen brauchbaren Leim, doch finden sich unter den 
im Handel befindlichen Bureauleimen gute Sorten, bei denen 
die Zubereitung natürlich fortfällt. 

Zum Aufstreichen ist ein breiter Borstenpinsel zweckmässig, 
der am besten nach jedem Gebrauch gereinigt oder aber in 
dem Leim stecken gelassen wird. Letzteres empfiehlt sich bei 
säurehaltigen Leimen jedoch nicht, da sich dann leicht Grünspan 
ansetzt. Bei zufällig vorhandenen, offenen (wenn auch noch so 
kleinen) Wimden ist beim Gebrauch des Leims aus dem eben 
angegebenen Grunde Vorsicht geboten. 

I 9. Die Reissnägel. 

Die Reissnägel oder Heftzwecken dienen zum Aufheften von 
Zeichenpapier, welches nur zu Skizzen benutzt und nicht mit 
Farbe behandelt werden soll. Man vermeide, Reissnägel zu 
kaufen, deren Stifte oben auf der Eopfplatte sichtbar oder nicht 
eingeschraubt sind, obgleich sie den Vorzug der Billigkeit haben. 
Sie drücken sich beim Gebrauch leicht durch, werden hierdurch 
unbrauchbar und können Beschädigungen der Finger herbei- 
führen. Zu empfehlen sind Reissnägel, deren Stift in die Kopf- 
platte eingeschraubt, und deren Kop^latte noch mit einer zweiten 
dünneren Platte überkapselt ist. 

Die Länge der Stifte richtet sich nach der Stärke des Papiers, 
welches aufzuspannen ist. Je stärker dasselbe ist, je stärker 
ist auch die Spannung in dem gerollten Bogen (es wird zu 
Skizzen meistens Rollenpapier verwendet) und desto tiefer muss 
der Reissnagel in das Brett dringen, um ein Losspringen des 
Bogens zu verhüten. 

Neuerdings giebt es Reissstifte, welche aus Stahl und aus 
einem Stück bestehen. Die Kopfplatte erhält bei der Herstellung 
einen keilförmigen Einschnitt, der herabgebogen und zum Stift 
ausgebildet wird. Diese Stifte drücken sich nicht durch und 
sind recht billig, (das Hundert 1 M.), springen aber leichter aus 
und rosten stark. Ausserdem durchschneiden sie leicht die Holz- 



— 16 — 

fasern des Brettes senkrecht zur Längsrichtung und lassen sich 
schwer ausziehen. 

I 10. Die Maassstäbe. 

Die Maassstäbe sind entweder Anlegemaassstäbe mit durck- 
laufender Theilung, um die Maasse direct ohne Zirkel auf die 
Zeichnung zu übertragen, oder Transversalmaassstäbe, welche 
in Folge ihrer auf den ersten Blick verständlich werdenden Ein- 
richtung gestatten, mit Hülfe des Zirkels jedes in Zahlen aus- 
gedrückte Maass genau aufzutragen. 

Die ersteren leisten gute Dienste und ermöglichen ein 
s'*hnelles Arbeiten, so lange die aufzutragenden Maasse mit den 
fheilstrichen zusammenfallen. Sobald eine Schätzung zwisclien 
den Theilstrichen eintreten muss, kann die Zeichnung auf grosse 
Genauigkeit keinen Anspruch machen. Sie sind also Ton Nutzen 
bei Zeichnungen in grossen Maassstäben von 1 : 10 an ungefähr, 
und wenn es sich bei kleinen Maassstäben nur um Skizzen 
handelt; jedoch soll hiermit der Methode des Schätzens, nament- 
lich bei grosser üebimg hierin, ihre Berechtigung nicht abge- 
gesprochen und zugegeben werden, dass sie für viele Zweke aus- 
reidiende Genauigkeit bietet. 

Ein guter Maassstab muss folgenden Bedingungen genügen. 
Die Theilung muss in sich genau sein, d. h. sämmtliche Theil- 
striche müssen dieselbe Entfernung von einander haben, welche 
sich durch einen guten Theilzirkel (s. § 33 a) controliren lässt. 
Ferner dürfen Temperaturschwankungen auf die Theilimg des 
Maassstabes keinen störenden Einüuss haben. Auch ist darauf 
zu achten, dass der Maassstab stets mit seiner ganzen Fläche 
fest auf dem Zeichenbrett aufliegt, namentlich wenn er als 
Anlegemaassstab dient. 

Als Anlegemaassstäbe sind die aus Buchsbaum gefertigten 
am meisten im Gebrauch (solche aus Ahornholz sind zwar er- 
heblich billiger, aber nicht so zuverlässig). Sie verändern sich 
wenig imd sind preiswerth. Die aus Elfenbein hergestellten 
Stäbe zeichnen sich durch ihre grosse Sauberkeit aus und lassen 
die Theilung besonders gut erkennen, sind aber theuer und zer- 
brechlich. Maassstäbe aus Metall, Messing, Neusilber oder Stahl 
sind die theuersten, haben aber den Vorzug grosser Dauer- 
haftigkeit. 



— 17 — 

Der Querschnitt des Maassstabes ist meistens ein Trapez 
oder aber ein Dreieck, wenn derselbe viele verschiedene 
Theilungen enthalten soll. Zu erwähnen ist auch ein linsen- 
förmiger Querschnitt, der ein scharfes Anlegen und Markiren 
gestattet, jedoch den Vortheil des festen Aufliegens nicht 
gewährt. 

Die Transversalmaassstäbe werden vorzugsweise aus Metall 
gefertigt, da ein anderes Material sehr bald durch die häufigen 
Zirkelstiche zerstört werden würde. Da die unmittelbare Be- 
rührung derselben mit dem Zeichenpapier zu Unsauberkeiten 
Anlass giebt, empfiehlt es sich, sie auf einer Papierunterlage zu 
gebrauchen, deren seitlich aufgebogene Ränder das Herabgleiten 
von der Unterlage verhindern. 

Die Anschaffungskosten der Metallmaassstäbe sind erheblich, 
es ist deshalb in neuerer Zeit als Ersatz undehnbares Papier 
gewählt. Diese Maassstäbe mit Transversal-Anordnung sind von 
Schleicher & Schul 1 in Düren in vorzüglicher Qualität zum 
Preise von 0,15 M. das Stück zu beziehen und durchaus zu 
empfehlen; auch haben sie den Vortheil der Sauberkeit vor den 
metallenen voraus. 

Zum Abmessen des Papiers und zur Eintheilung der Zeich- 
nungen sind wegen ihrer Handlichkeit und Genauigkeit Taschen- 
Stahlmessbänder von 1—2 m Länge in Kapseln mit Feder zum 
selbstthätigen Aufrollen sehr zu empfehlen. 

§ 11. Die Bleistifte. 

Ein guter Bleistift muss sich gut anspitzen lassen, es darf 
also beim Abschneiden des Holzes die Spitze nicht mit ab- 
brechen: er darf sich femer nicht schnell im Gebrauch abnutzen, 
muss ein gleichmässiges Korn haben und einen feinen Strich 
ermöglichen, der leicht wieder zu entfernen ist. 

Ein Fabrikat von anerkannter Güte, das aber jetzt jeden- 
falls wegen des hohen Preises von 0,75 JC, das Stück wenig ge- 
braucht wird, ist ein englischer Stift aus Cumberland- Graphit 
in zwölf Härten. Die Länge der Einlage beträgt aber nur drei- 
viertel von der des ganzen Stiftes, da der praktische Engländer 
sich sagt, dass der Rest des Stiftes schwer verwendbar ist. 

Der grössten Beliebtheit wegen ihres sehr gleichmässigen 
Korns erfreuen sich jetet die Fabrikate von A. W. Faber und 

2 



— 18 — 

desBen Bruder Johann Faber in Nürnberg. Daneben sind 
noch zu erwähnen die Firmen L. und C Hardmuth (die 
älteste deutsche Fabrik) und Grossberger & Kurz. 

Ob die Stifte von A. W. oder die von Johann Faber 
(etwas billiger als erstere) vorzuziehen sind, darüber sind die 
Ansichten getheilt. Es bleibt daher wohl am besten jedem 
Einzelnen überlassen, seine Wahl zu treffen. 

Als allgemeine Regel für den Ankauf von Faber'schen Blei- 
stiften, die in verschiedener Güte fabrizirt werden, ist aufzu- 
stellen, dass für Zeichnungen von Ornamenten, Fa^aden in 
grossem Maassstabe und für alle solche, welchen ein gewisser 
künstlerischer Werth beigemessen wird, das beste aber auch 
theuerste Fabrikat, der sibirische Graphit, vorzugsweise gebraucht 
wird, für Zeichnungen des Feldmessers und des Ingenieurs die 
billigeren Sorten meistens genügen. Vergl. § 53. 

Ausser dem mit Holz bekleideten Stift, bei welchem das 
Wegnehmen des Holzes immerhin einigen Aufenthalt verursacht, 
ist vielfach der sogenannte Faber'eche Künstlerstift im Gebrauch. 
Derselbe hat zwar den Nachtheil, dass die am Ende des Holz* 
rohres befindliche Schraubenhülse die Bleieinlage nicht so fest 
hält, dass bei kräftigem Aufdrücken ein Hineinschieben der 
Einlage in das Rohr verhindert wird, und dass sich die 
Schraubenhülse leicht ausleiert, wodurch der Stift augenblicklich 
imbrauchbar wird, hat aber andererseits den Vortheil, dass das 
Anspitzen erleichtert wird, dass die Einlage fast bis zum Rest 
verbraucht werden kann, und dass die Spitze nach dem Gebrauch 
in der Hülse vor Abbrechen geschützt ist. 

Bei neueren Fabrikaten von Johann Faber wird die 
Einlage durch eine Klemmvorrichtung gehalten, welche bei 
einem Druck auf das obere Ende des Stiftes das Vorfallen der 
Einlage gestattet. Jedenfalls ist dieser Stift bequemer zu hand- 
haben als der eben beschriebene. Ueber seine Haltbarkeit liegen 
genügende Erfahrungen zur Zeit noch nicht vor. 

Als bequemer und dauerhafter Taschenbleistift, den ja jeder 
Zeichner und Techniker stets bei sich führt, ist ein in Deutsch- 
land patentirter Stift zu empfehlen. In Folge eines Druckes 
auf das Ende desselben kommt bei abwärt;^ gerichteter Spitze 
gerade soviel der Einlage, als zum Schreiben nothw^endig ist, 



— 19 — 

zum Vorschein, ohne dass die Einlage selbst herausfällt. Der- 
selbe Druck bei aufwärts gerichteter Spitze lässt die Einlage 
in das Rohr zurückgleiten. 

1 12. Die Anspttzmittel. 

Ein gutes Federmesser leistet bei dem Entfernen des Holzes 
Ton dem Bleistift entschieden die besten Dienste und führt 
jedenfalls am schnellsten zum Ziel. 

Zum Schärfen der Spitze selbst bedient man sich ausser 
dem Federmesser der Feile, des Bimsteins oder rauh gemachten 
Papiers. 

Die Feilen müssen ein gutes Fabrikat und der Härte des 
anzuspitzenden Stiftes angemessen sein. Zu empfehlen ist wegen 
ihrer grossen Sauberkeit folgende Vorrichtung: Auf einem po- 
lirten Holzklötzchen ist eine Feile angebracht, und daneben ein 
Stückchen Tuch oder Plüsch befestigt, welches dazu dient, nach 
erfolgtem Spitzen den noch an dem Bleistifte haftenden Blei- 
staub zu entfernen. 

Beim Gebrauch yon Bimsteinen thut man gut, dieselben in . 
ein Kästchen zu legen, um eine directe Berührung der Finger 
mit den schon benutzten Steinflächen zu yermeiden. Auch em- 
pfiehlt es sich, namentlich bei weichen Steinen und weichen 
Bleistiften die gebrauchten Steinflächen yon Zeit zu Zeit abzu- 
reiben, um hierdurch wieder eine saubere Oberfläche zu erzielen. 

Hauhes Papier, Sandpapier in yerschiedenen Nummern, oder 
für weiche Stifte kömiges Zeichenpapier, ist im Handel für diese 
Zwecke käuflich. 

Eine schon lange bekannte Vorrichtung, die gleichzeitig das 
Holz wegnimmt und die Bleieinlage spitzt, ist eine kegelförmige 
Bleihülse mit eingesetztem Messer, welche neuerdings wieder in 
yerschiedenen Formen, z. B. auf einem Holzständer befestigt, in 
den Handel gebracht ist. Ein ähnlicher Apparat existirt auch 
zum Spitzen der Einlagen für Künstlerstifte, der recht genaue, 
kegelförmige Spitzen liefert. 

Von Dr. Lemann in Berlin ist ein sehr zweckmässiger 
Bleistiftschärfer, der genaue, centrische Spitzen liefert, in der 
Zeitschrift für Instrumentenkunde, 7. Jahrgang, Januar 1887, 
1. Heft S. 18 yeröff entlicht. Derselbe besteht im Wesentlichen 
aus zwei mit Scbmirgelleinwand überklebten Cylindem, welche 

2* 



— 20 — 

in den Seitenwänden eines Pappkästchens nebeneinander mit 
etwas Zwischenraum fest gelagert sind. Das Anschärfen ge- 
schieht, indem der anzuspitzende Stift zwischen den beiden 
Walzen parallel zu ihrer Axe geführt und dabei mit Daumen 
und Zeigefinger in eine wirbelnde Bewegung versetzt wird. Da 
der Bleistiftstaub zwischen den Walzen hindurch in das Kästchen 
fällt, hat dieser Apparat vor allen andern den Vorzug grosser 
Sauberkeit. 

1 13. Die Spitzenschoner und Bieisparer. 

Um nach dem Gebrauch der Bleistifte mit Holzumhüllung 
das Abbrechen der Spitzen zu verhüten, bedient man sich der 
Spitzenschoner, Metallhülsen, welche, über die Spitze geschoben, 
durch eine Feder oder eine andere Einrichtung fest an das 
Holz gepresst werden und so jede Berührung der Spitze mit 
andern Gegenständen verhüten. 

Derselbe Zweck ist durch Gebrauch von Künstlerstiften zu 
erreichen, wenn auch nicht in demselben Maasse, da die Spitze 
der Einlage nicht an dem Verlassen der Hülse gehindert wird. 

Bleistifte, die bereits so weit verbraucht sind, dass eine 
sichere Führung nicht mehr möglich ist, können mit Hülfe von 
Bleisparern oder Spannfedern fast bis auf den Rest verbraucht 
werden. Letztere bestehen aus oben und unten gespaltenen 
Blechhülsen, welche durch Federkraft oder übergeschobene Ringe 
den eingeschobenen Stift einklenmien und auf beiden Seiten zu 
benutzen sind. Da das Metall nicht angenehm in der Hand ist, 
wird auch der mittlere Theil oder eins der beiden Enden aus 
Holz hergestellt. 

Von diesen Hülfsmitteln sind bestens zu empfehlen die von 
Johann Faber hergestellten und von Gebrüder Wichmann 
in Berlin vertriebenen Bleisparer, aus einem Holzstiel, der dem 
F ab er 'sehen Bleistift an Aussehen und Gewicht gleich kommt, 
und aus einer Metallhülse mit Schraubengewinde bestehend, 
welche zur Aufaahme der Bleistiftenden dient. 

Zu den Bleisparem sind auch die Künstlerstifte mit Schraub- 
oder Klemm- Vorrichtung zu rechnen, da sie gestatten, die Biei- 
einlagen bis auf geringe Ueberbleibsel zu verbrauchen. 



— 21 — 
§ 14. Die Radirmittel. 

Zum Beseitigen yon Bleistiftlinien bedient man sich des 
Gummi. Auch hierin verdienen die Faber'schen Waaren lobend 
hervorgehoben zu werden, da diese Gummisorten das Papier 
wenig angreifen und trotzdem schnell Ergebnisse liefern, doch 
sind gute englische Fabrikate gleichfalls zu empfehlen. 

Für Omamentzeichnungen u. s. w. wird hauptsächlich eng- 
lischer Waffelgummi und Speckgummi gebraucht; der Anfänger 
verfahre aber vorsichtig mit diesen Gummiarten, da sie bei zu 
starkem Druck leicht abfärben, der erstere roth, der letztere 
schwarz. Ausserdem werden beide sehr schnell hart, wenn sie 
ausser Gebrauch sind. 

Will man in Bleistift- oder Kreide -Zeichnungen zu dunkel 
gerathene Flächen in sauberer Weise heller tönen, so bedient 
man sich des sogenannten Knallgummi, der den Kindern seines 
Kna Ileus halber als Zeitvertreib dient. Betupft man mit dem- 
selben, nachdem man ihn zu einer Spitze geformt hat, irgend 
eine dunkle Fläche, so wird dieselbe heller, indem der Bleistaub 
an dem Gummi haften bleibt. Hierdurch ist also die Möglich- 
keit geboten, an beliebiger Stelle einer schattirten Zeichnung 
eine Aenderung zu treffen, ohne dass die Zeichnung irgendwie 
darunter leidet. Schärfere Gummisorten werden für Ingenieur- 
und Feldmesser-Zeichnimgen gebraucht, da es bei ihnen darauf 
ankommt, einen Strich, der entfernt werden soll, derart ver- 
schwinden zu lassen, dass man dicht neben der von ihm eben 
eingenommenen Stelle einen anderen zu ziehen vermag, ohne 
dass ein Irrthum entstehen kann. 

Ausser den Faber'schen hierfür brauchbaren Gummisorten 
sind jetzt im Handel zu haben und sehr zu empfehlen grössere 
Stücke von Buffergummi, Gummiradreifen, Billardbanden, 
Packungen, welche die besonderen Vorzüge haben, das Papier 
nicht anzugreifen, recht lange weich zu bleiben und sehr preis- 
würdig zu sein. 

Mit Tusche ausgezogene Striche entfernt man mit dem Radir- 
messer oder mit hartem Radirgummi, wozu der F ab er' sehe allein 
zu empfehlen ist, da er am wenigsten das Papier angreift. Brsteres 
muss eine halbmondförmige Schneide haben, stets recht scharf 
gehalten, vorsichtig und nur zu diesem Zwecke benutzt werden. 



~ 22 — 

Die von J. A. Henckels in Solingen gefertigten Radirmesser 
sind sehr zu empfehlen. 

Zum Reinigen der Zeichnungen wird ganz weicher Gummi, 
Waffel-, Speck- oder Buffer -Gummi verwendet. Farbige Zeich- 
nungen, die besonders geschont werden müssen, reibt man wohl 
mit Brot oder trockener Semmelkrume ab, die aber möglichst 
frei von Milch sein muss. Am besten ist jedoch hierfür weisses 
Handschuhabfallleder zu verwenden. Dasselbe giebt den Zeich- 
nungen ein recht blendendes, zartes und sauberes Ansehen. 
Man bezieht es am billigsten vom Handschutmiacher direct. 

Erwähnt sei hier noch der Gummisorten in Stangenform 
mit Holzumkleidung, welche sich aber bei technischen Zeichnern 
nicht viel im Gebrauch finden. 

§ 15. Der Handfeger. 

Ein nicht zu entbehrendes Hülfsmittel ist der Handfeger. 
Er wird gebraucht, um die beim Radiren mit Gunmii oder 
Messer gelösten Gummi- und Papier- Theile schnell in sauberer 
Weise von der Zeichnung zu entfernen. Das Beseitigen durch 
Blasen, mit dem Handrücken oder mit dem Taschentuch ist 
nicht zu empfehlen, da bei ihm der gewünschte Erfolg nicht in 
so vollständiger, schneller und sauberer Weise erreicht wird, 
wie mit dem Handfeger. 

Man wähle ein gutes Fabrikat aus weichen Borsten, die 
nicht leicht ausfallen. Auch weiche Bürsten, Gänseflügel und 
Hasenläufe findet man im Gebrauch. 

§ 16. Das Reisszeug. 

Ein gutes Reisszeug ist der Stolz des Zeichners; ihm widmet 
er vor allen Materialien die grösste Sorgfalt. Der schon auf- 
gestellte Grundsatz, nur gute Bezugsquellen zu wählen, gilt hier 
in erster Linie, weil die Anschaffungskosten in diesem Falle 
nicht unerheblich sind, und das einmal gewählte Reisszeug dem 
Zeichner ein nothwendiges und unentbehrliches Geräth für das 
ganze Leben bleiben soll. Empfehlenswerthe Firmen für Reiss- 
zeuge sind am Schluss dieses Werkchens angegeben. 

Die gewöhnlichen Zirkel haben Schenkel mit dreieckigem 
Querschnitt, dreieckiger oder besser runder Spitze, welche letz- 
tere den Vorzug hat, dass sie nicht so grosse Löcher in das 



— 23 — 

Papier bohrt, wie die eckige; ihre Einsatztheile werden mit 
Schrauben gehalten. Diese Form hat sich durchaus bewährt 
und ist allgemein verbreitet. 

Seit ungefähr zehn Jahren wird eine neue patentirte Form 
mit runden Schenkeln, runden Spitzen und federartiger Be- 
festigung der Einsätze yon Clemens Rief 1er (Nessel wang 
und München) hergestellt, deren Verbreitung bis jetzt eine all- 
gemeine nicht geworden ist, trotz des erheblich billigeren Preises. 
Der Grund ist wohl darin zu suchen, dass es für Jemand, der 
jahrelang die bisher üblichen Zirkel in Gebrauch gehabt hat^ 
unbequem ist, sich an eine neue Form zu gewöhnen. Von 
solchen, die nur mit Rief 1er* sehen Reisszeugen gearbeitet 
haben, hört man zufriedenstellende Urtheile. 

Die im Handel angebotenen Reisszeuge in Etui sind selten 
so eingerichtet, dass die Zusammenstellung ihrer Instrumente 
den Ansprüchen des jeweiligen Käufers genügt, indem bald für 
seinen Zweck nöthige Geräthe fehlen, bald überflüssige vor- 
handen sind. Es empfiehlt sich immer, selbst oder imter Bei- 
rath eines Sachverständigen die Wahl der einzelnen Stücke zu 
treifen und danach ein Etui fertigen zu lassen. 

Unbedingt noth wendig für jeden Zeichner sind: 
ein Handzirkel; 

ein Einsatzzirkel, dessen beide Spitzen abnehmbar sind, 
mit Nadel-, Ziehfeder- und Blei -Einsatz, \md Ver- 
längerungsstange ; 
ein Nullenzirkel mit Ziehfeder- und Blei-Einsatz; 
ein Satz Ziehfedem von 3 Stück; 
ein Theilzirkel; 
eine Punktimadel; 
ein Zirkelschlüssel. 
Der hierfür anzulegende Preis bei genügender Beschaffenheit 
dürfte 30—36 M. betragen. 

Die noch etwa nothwendigen Instrumente für besondere 
Zwecke sind nach dem besonderen Fache des Zeichners zu 
wählen; meistens wird aber die angegebene Zusammenstellung 
genügen. 

Gewöhnlich bestehen die Reisszeuge aus Stahl imd Messing. 
Vernickelte Instrumente und solche aus Neusilber, sind ihrer 
Sauberkeit wegen zu empfehlen, aber theurer. 



— 24 — 

Für die gute Erhaltung der Instrumente ist es zweckmässig 
das Etui innen mit Wildleder beziehen zu lassen, nach jedem 
Gebrauch mit einem Wildlederlappen eine sorgfältige Reinigung 
aller Theile Yorzunehmen, von Zeit zu Zeit die Schrauben und 
Gelenke vorsichtig zu ölen und die Ziehfedem und Zirkelspitzen 
stets rechtzeitig schleifen zu lassen. Recht bequem ist es, wenn 
man sich selbst die Uebung angeeignet hat, persönlich das 
Schleifen vorzunehmen. Es gehören dazu aber sehr gute Schleif- 
steine, die theuer sind, und grosse Uebung. Eine Ziehfeder z. B. 
gut schleifen zu können, ist sogar nicht eines jeden Mechanikers 
Sache. 

Von Schleifsteinen kommen hier in Frage die gewöhnlichen 
Oelsteine, schwedische genannt, und, als besonders empfehlens- 
werth, die Mississippi- oder Arkansas - Schleifsteine. Letztere 
sind ausserordentlich hart, marmorartig und von weisser Farbe. 
Allerdings ist ihr Preis ein hoher; das Kilogramm kostet 30 Mark 
ungefähr, so dass der Preis eines Steines von einem für den 
Zeichner brauchbaren Format von 10 cm Länge, 4 cm Breite und 
Vl^ cm Stärke gegen 5 M. betragen würde. 

a) Die Zirkel. 

Ein guter Zirkel darf nicht zu leicht sein und nicht federn, 
muss einen guten Gang haben, gut „stehen*, d. h. der Bewegung 
der Finger beim Stellen leicht folgen, ohne ruckweise zu gehen, 
und das eingestellte Maass auch bei leichter, zufälliger Be- 
rührung unverändert behalten. Die Zirkelspitzen müssen bei 
geschlossenem Zirkel sich genau decken und gleich lang sein. 
Bei der Bewegung dürfen die Spitzen sich nur in einer zur 
Drehaxe senkrechten Ebene bewegen; das letztere gilt auch von 
allen Gelenkverbindungen, die recht gut schliessen müssen. 
Sämmtliche Einsätze müssen genau in einander passen, und die 
dazu nöthigen Schrauben dürfen keinen todten Gang haben. 

Zum Abgreifen und Auftragen der Maasse dient der Hand- 
zirkel, und zum Zeichnen von Kreisen der Einsatzzirkel mit 
Einsatzstange für Blei und Tusche, Verlängerungsstange für 
grössere Radien und Nadeleinsatz. Der letztere ist nöthig, um 
die Mittelpunkte der Kreise nicht auszuleiern, wodurch ünge- 
nauigkeiten entstehen würden; bei seiner Anwendung müssen 
aber beide Spitzen abnehmbar sein. Will man bei einem Zirkel 



— 25 — ^ 

mit nur einem abnehmbaren Schenkel dem üebelstand grosser 
Löcher für die Mittelpunkte begegnen, so bedient man sich des 
Centrirschuhes, der auf die feste Spitze aufgeschoben wird und 
eine feine Nadel enthält. Da der Einsatzzirkel wohl nie als 
Handzirkel gebraucht wird und die in demselben für gewöhnlich 
befestigten stählernen Füsse den Preis nur yertheuem, sind 
recht praktische Zirkel construirt, die keine stählernen Füsse 
haben, dafür aber mit einem festen Centrirfuss und zwei Ein- 
sätzen für Tusche und Bleifeder versehen sind. Clement in 
Berlin und Traiser in Darmstadt liefern derartige Zirkel. 

b) Die Ziehfedem. 

Eine gute* Ziehfeder muss aus vorzüglichem Material be- 
stehen, möglichst aus einem Stück besten Stahls (gelöthete 
Backen sind nicht zu empfehlen) geschnitten sein, parallele 
Backen und eine genau eingesetzte Schraube mit flachem Gang 
haben, die beim Schliessen der Feder eine vollständige Deckung 
der Spitzen bewirkt. Femer muss jede Ziehfeder die Tusche 
bei feinen Strichen gilt abgeben und darf sie bei breiten nicht 
fallen lassen. Ziehfedem mit einer beweglichen Backe, welche 
das Reinigen erleichtem soll, sind nicht' zu empfehlen, da das 
Gelenk nur Anlass zu Ungenauigkeiten in der Stellung der 
Backen giebt. 

Man unterscheidet zwei Hauptarten von Ziehfedern, solche 
mit Zugschraube und solche mit Druckschraube, letztere von 
Gärtner. Die Handhabung für das Einstellen ist also bei 
beiden entgegengesetzt. Bei gleich guter Ausführung sind die 
Leistungen beider in Betreff feiner Striche gleich. Den Gärtner- 
schen Federn wird die leichte Beweglichkeit der Schraube zum 
Vorwurf gemacht, während viele Zeichner gerade diesen Umstand 
lobend hervorheben, welcher die Möglichkeit giebt, mit dem 
vierten Finger der die Feder haltenden Hand eine Veränderung 
in der Strichstärke vorzunehmen, wodurch an Zeit gespart wird. 

Zweckmässig sind Ziehfedem, deren Schraube mit einer 
Skala versehen ist, so dass ohne Zeitverlust eine bestimmte 
Strichstärke eingestellt werden kann, eine Vorrichtung, die dem 
Zeichner bei Anwendung der Lehmann'schen Bergstrichmanier 
gut zu statten kommt. Zu erwähnen ist noch eine Ziehfeder, 
deren Stellung nicht durch eine an den Backen befindliche 



- 26 — 

Schraube, sondern durch Drehung eines Knopfes am Ende des 
Stieles erfolgt, jedoch ist sie für feine Striche nicht zu ver- 
wenden, da die Backen nicht hinreichend stark an einander ge- 
presst werden. 

Auch sind Federn mit schneidenformigen Backen von keil- 
artigem Querschnitt, deren Spitze also nicht in der durch den 
Schraubenmittelpunkt gehenden, sondern in einer durch eine der 
Kanten führenden Längsaxe liegt nach einer zugegangenen Mit- 
theilung nicht zu empfehlen. Die abgeschrägte Zungenspitze 
erleichtert zwar das Anschleifen, kantet aber sehr leicht an der 
Ziehkante der Schiene oder des Dreiecks. 

Von dem Mechaniker Beiker in Buxtehude werden Zieh- 
fedem hergestellt, deren an der Ziehkante liegenae Backe beson- 
ders stark gebaut ist, um dem Fehler des Fedems zu begegnen. 

Um das lästige Schleifen der Ziehfeder zu vermeiden, ist 
von Richter in Chemnitz eine patentirte Feder mit Saphirspitze 
construirt. Sie erfordert eine sehr sorgfältige Behandlung, um 
das Abbrechen der sehr empfindlichen Spitze zu verhüten, und 
kostet ungefähr 7 ,^., erfüllt aber iliren Hauptzweck, indem sie 
sich im Gebrauch wenig abnutzt. 

Sehr billige Ziehfedem, 0,75 Jt, das Stück, aus Hartgummi 
sind jetzt an den Markt gebracht, deren Spitzen stark federn 
und sich auf Zeichenpapier sehr schnell abnutzen. Für Deck- 
farben sind sie zu empfehlen. 

Zweckmässig ist es, nach dem Gebrauch und sorgfältiger 
Reinigung ein Stückchen Carton zwischen die Backen der Zieh- 
fedem zu schieben. 

1 17. Die Auszieh -Tusche. 

Die Auszieh-Tusche muss eine tiefschwarze, völlig deckende 
Farbe haben und leicht aus der Ziehfeder fliessen; sie darf 
letztere nicht angreifen und nicht auslaufen, auch dann nicht, 
wenn sich zwei noch nasse Linien kreuzen; femer muss sie 
schnell trocknen und sicher „stehen" d. h. sie darf, nachdem 
ein gezogener Strich getrocknet ist, in Wasser nicht löslich sein, 
muss also ein üeberfahren der Striche mit Pinsel oder Schwamm 
gestatten, ohne dass ein Verlaufen erfolgt. Auf letzteren Um- 
stand ist bei der Anschaffung der Hauptwerth zu legen und 
unbedingt mit jedem einzelnen Stück eine Probe voraunehmen. 



— 27 — 

Reelle Geschäfte nehmen jede Tusche, die nicht absolut steht, 
zurück. Als vorzüglich bekannt ist die chinesische Tusche, 
doch giebt es auch gute deutsche Fabrikate; Vorsicht beim 
Einkauf ist aber stets geboten. Im Preise spare man nicht; 
gute Tusche kostet 6—8 Jt, das Stück, reicht aber meistens für 
ein Menschenalter aus und giebt den Zeichnungen ein vor- 
nehmes Aussehen. 

Sehr zu empfehlen ist es, neben einem Stück guter chi- 
nesischer Tusche noch ein Fläschchen flüssiger Auszieh-Tusche 
zu haben, um bei kleinen Nachbesserungen das lästige Ein- 
reiben zu vermeiden. 

In diesem Artikel existirt viel unbrauchbare Waare, die 
zwar billig ist und meistens gut „steht^, aber die Ziehfeder 
stark angreift und ausläuft. Durchaus brauchbar und auch 
weitgehenden Ansprüchen genügend ist das englische Fabrikat 
von E. Wolff & Son; jedoch kostet ein kleines Fläschchen 1 Jt, 
Zu bemerken ist, dass die Fähigkeit dieser Tusche, gut zu 
„stehen" nachlässt, wenn sie, einmal geöffnet, nur langsam ver- 
braucht wird. 

Inzwischen ist von Günther Wagner eine billigere, der 
genannten englischen wohl an die Seite zu stellende, deutsche 
Tusche hergestellt worden und wird in den grösseren Geschäften 
geführt. 

Wohl zu beachten ist, dass flüssiger, stark eingetrockneter 
Tusche niemals Wasser zugesetzt werden darf, wenn sie die 
Eigenschaft des „Stehens" nicht verlieren soll. 

I 18. Behälter fQr eingeriebene Tusclie. 

Die eingeriebene Tusche trocknet sehr schnell ein, indem 
das Wasser an der Luft verdunstet. Da eingetrocknete Tusche 
nicht wieder benutzt werden kann, und das häufige Einreiben 
zeitraubend ist, so ist es zweckmässig, die eingeriebene Tusche 
in Gefässen aufzubewahren, welche die Berührung mit der Luft 
möglichst verhindern. 

Am einfachsten erreicht man dies, indem man den Deckel 
des Tuschnapfsatzes (s. § 22) oder eine Glasscheibe auf den be- 
treffenden Farbennapf setzt. 

Ausserdem sind folgende Vorrichtungen dafür zu empfehlen. 



— 28 — 

Zwei Tuschnäpfe von Glas sind genau auf einander passend 
abgeschliffen, so dass sie dicht schliessen und oft nur durch 
seitliches Abschieben getrennt werden können. 

Von Gebrüder Wichmann in Berlin ist eine Vorrichtung 
construirt, welche gestattet, die eingeriebenen Farben in einer 
grösseren Zahl von Näpfen vor dem Eintrocknen zu bewahren. 
Man denke sich eine loreisrunde Porzellanplatte, die in einiger 
Entfernung vom Rande eine ringförmige Rinne enthält. Inner- 
halb des Ringes werden die betreffenden Tuschnäpfe überein- 
ander gesetzt, die Rinne wird dann mit Wasser gefüllt, und 
über die Tuschnäpfe in die Rinne ein Glas gestülpt. Die Pro- 
zellanplatte hat auf der nicht mit Rinne versehenen Seite noch 
eine Vertiefung, so dass sie auch als grosser Tuschnapf benutzt 
werden kann. Der Preis beträgt incl. Glas 0,75 Jt, 

Eine dritte Art dieser Vorrichtungen besteht aus kleinen 
Glasballons, die syphonartig eingerichtet sind. Eine grössere 
Oeffnung ist mit einem Gummihäutchen bespannt, eine kleinere 
enthält einen Kork, durch den ein oben mit einem Trichter ver- 
sehenes Röhrchen gesteckt ist, welches fast bis auf den Boden 
des Ballons reicht. Die Tusche befindet sich gelöst im Lmem 
und steigt bei einem leisen Druck auf das Gummihäutchen in 
den Trichter, aus dem sie entnommen werden kann. Hergestellt 
werden diese Behälter in Berlin von Lücke, Christinenstr. 32; 
falls man sich mehrere derselben für verschiedene Farben hält, 
empfiehlt es sich, ein Holzbüchschen mit Deckel machen zu lassen, 
damit sie möglichst vor dem Zerbrechen gesichert sind. 

Empfehlenswerth und recht billig ist ein Gummipfropfen mit 
einem engen, durchgeführten, verschiebbaren Glas - Röhrchen, 
welches oben zu einem Trichter erweitert ist. Diese Vorrichtung 
beruht ebenfalls auf dem Princip des Syphon. Da der Pfropfen 
aus Gummi ist und die Röhre verschiebbar, ist dieser Syphon 
für enge und schmale, für niedrige und höhere Fläschchen ver- 
wendbar. Will man Tusche entnehmen, so setzt man die Zieh- 
feder in den Trichter und drückt denselben etwas herunter, bis 
durch diesen Druck die Tusche durch die Röhre in den Trichter 
steigt und die Feder füllt. Man kann also unter alleiniger Be- 
nutzung der rechten Hand die Ziehfeder bequem füllen. Dass 
die Spitze der Feder in dem Glastrichter beschädigt wird, 
braucht man nicht zu befürchten, da derselbe im unteren Theile 



— 29 — 

so geformt ist, dass eine Verletzung der Spitze nicht ein- 
treten kann. 

§ 19. Die Zeichenfedern. 

Die Zeicbenfeder darf nicht kratzen, sondern muss sanft 
über das Papier gleiten und beim Ansetzen sofort angeben. 

Für feine Ausführungen werden die feinen Zeichenfedem 
auf dünnem, mit der Feder verbundenem Stiel und die ver- 
schiedensten Sorten ohne Stiel in sehr verschiedenen Preisen 
gebraucht. C. W. 0. Schmidt empfiehlt in seinem Lehrbuch 
für „die zeichnerische Ausführung der Bauzeichnungen" als vor- 
züglich die Feder Classical FF. 

Für Ausführung von Detailzeichnungen eignen sich gute 
Schreibfedern und geschnittene Rabenfedem, die im Handel zu 
haben sind. In dem oben erwähnten Lehrbuch werden daneben 
noch angeführt die Gänsefedern, die Federn aus gutem Mauer- 
rohr und als beste Zeichenfedem für diesen Zweck die beiden 
längsten Schwungfedern der Waldschnepfe, die allerdings sehr 
schwer zu erhalten sind. 

Auch Guttaperchafedem, die zwar zerbrechlich sind, aber 
recht gut angeben, sind zu empfehlen. Es kostet V* Gross 1 Jt^ 

Zeichenfedem aus Glas, entweder Glasröhren mit einer 
feinen OefEnung unten, welche, einmal mit Tusche gefüllt, stunden- 
lang aushalten und einen Strich von ausserordentlicher Gleich- 
mässigkeit liefern, oder Stiele mit einer Spitze, welche flammen- 
artig ausgebildet und mit Längsrillen versehen ist, in welchen 
sich die Tusche nach dem Eintauchen hält und während des 
Gebrauchs zur Spitze herabsinkt, sind besonders für das Zeichnen 
von Höhencurven und ähnlichen Arbeiten, die eine Stetigkeit 
des Striches erfordern, wohl zu verwenden. 

Von dem Mechaniker Clement in Berlin ist eine Feder 
hergestellt, welche von manchen Architekten für besondere 
Zwecke sehr geschätzt wird. Sie besteht aus vier zu einer 
Spitze vereinigten Metallstreifen, in welchen sich ein Metall- 
schwämmchen befindet. Sobald die Feder mit Tusche gefüllt 
ist, zieht sich die Flüssigkeit in die Spitze und wird als kleiner 
Tropfen unten sichtbar; es entsteht also ein stets gleich starker, 
weicher Strich, welcher namentlich für Ausstattung von Fa^aden, 



— 30 — 

für Schatten, Druckpunkte, Baumschlag u. s. w. gut zu yer- 
wenden ist. 

Sorgfältige Reinigung der Zeichenfedem und sofortiger Er- 
satz auch bei nur geringen Fehlem ist nnerlässlich. 

§ 20. Die Farben. 

Die Farben müssen neben Reinheit und Leuchtkraft fol- 
gende Eigenschaften haben: Sie müssen sich beim Einreiben 
äusserst fein zertheilen, dürfen nicht „stücken", sich nicht stark 
setzen, wenn sie aufgelöst sind, und müssen ein fleckenloses 
Anlegen ermöglichen. 

Für farbige Darstellung von Perspectiven oder Ansichten 
werden jetzt vorzugsweise gebraucht die englischen feuchten 
Aquarell-Farben, meist Water colours, von Winsor&Newton 
und die von R. u. C. Ackermann, femer die Farben von 
Chenal in Paris, Dr. Fr. Schönfeld & Co. in Düsseldorf und 
Günther Wagner in Hannover. 

Für alle übrigen Darstellungen, bei denen die Reinheit und 
Sauberkeit angelegter Flächen die Hauptsache ist, sind neben 
den Farben von Chenal in Paris zu empfehlen die preussischen 
Generalstabs-Karten-Farben nach Vorschrift der Königl. Landes- 
aufnahme und die Kataster-Earten-Farben nach Vorschrift vom 
20. December 1879. Namentlich mit den letzteren lassen sich 
vorzüglich angelegte Flächen erzielen. 

Für die erste Anschaffung dürften folgende Farben für den 
technischen Zeichner genügen: Carmin, welche Farbe man nicht 
theuer genug kaufen kann; Zinnober; Gummi-gutti; Preussisch 
Blau; S6pia naturelle; S6pia color^e; gebrannte und ungebrannte 
Terre de Sienne; ümbra; gelber Ocker und Neutral. 

Li zweiter Linie sind zu nennen: Gartengrün, Wiesengrün, 
Indischroth, Lidigo, Indischgelb, Chromgelb. 

Für die bessere Erhaltung der Farben ist es zweckmässig, 
dieselben in Staniol gewickelt aufzubewahren, um ein Bröckeln 
zu verhindem. 

Rothe, blaue, grüne und gelbe Farben, die für Correcturen 
imd für graphische Zeichnimgen gebraucht werden, sind auch 
schon gelöst, als unverwaschbare, flüssige Farben (sogenannte 
Ausziehtuschen) im Handel käuflich, doch ist beim Einkauf 



— 31 — 

derselben Vorsicht geboten besonders bei rother Farbe. Zu 
empfehlen sind die Adler-Tuschen von Bruns in Halberstadt. 

§ 21. Die Farbenkasten. 

Zum Aufbewahren der Farben sind Kästen aus lackirtem 
Blech, aussen braun, innen weiss, bestens zu empfehlen wegen 
ihrer Sauberkeit und Handlichkeit. Sie sind mit umlegbaren 
Griffen ausgestattet, die es ermöglichen, sie wie Paletten zu be- 
nutzen, und nach Bedarf mit Abtheilungen von 6 — 24 Farben 
versehen. Für farbige Aufnahmen nach der Natur sind sie sehr 
praktisch, da sie bequem in der Tasche zn tragen sind. 

§ 22. Die Tuschnäpfe. 

Der Tuschnapf muss im Innern frei von Unebenheiten sein 
und sich leicht reinigen lassen. 

Zum Einreiben von Tusche sind recht zweckmässig Näpfe 
mit schräger Ebene zum Reiben der Tusche und unten befind- 
licher, besonderer Vertiefung zur Aufnahme und späteren Ent- 
nahme derselben. Derartige Näpfe sind ersichtlich recht sparsam 
in Bezug auf Verbrauch an Tusche und Zeit. Auch gläserne 
Näpfe, innen matt geschliffen zum leichteren Einreiben der 
Tusche, sind zu empfehlen. 

Ausser einem Behälter für chinesische Tusche hat sich der 
Zeichner einen Satz von Einsatztuschnäpfen anzuschaffen, un- 
gefähr 6 — 8 Stück mit Deckel und 1—2 recht tiefe, grosse Näpfe 
für das Anlegen grosser Flächen. Gut ist es, für eine Farbe 
stets denselben Napf zu benutzen. Zum Aquarelliren sind 
recht brauchbar die Tuschplatten mit schrägen Vertiefungen 
von Winsor u. Newton. 

Sänmitliche Tuschnäpfe müssen gleich nach jedem Gebrauch 
sauber ausgewaschen werden. 

1.23. Die Tuschgiäser. 

Bei Anschaffung der Tuschgläser ist darauf zu achten, dass 
sie mit zwei kleinen Nasen versehen sind, welche zum Giessen 
und als Pinsellager zweckmässig sind, und dass der Boden der- 
selben nicht nach oben gewölbt ist, da sich sonst die Farbe 
leicht einsetzt und schwer zu beseitigen ist. Da letzteren Fehler 



— 32 — 

fast alle, im Handel Torkommenden Gläser besitzen, sind nach 
den Angaben des Verfassers durch Wichmann in Berlin Tusch- 
gläser gefertigt, deren Boden, wie beschrieben, geformt, und 
deren Wandungen besonders stark gehalten sind. 

Mindestens zwei Gläser sind noth wendig, ein kleines für 
reines Wasser und ein groses zum Ausspülen der Pinsel 

I 24, Die Pinsel. 

Der Pinsel darf nicht haaren und muss gut schliessen, d. h. 
in Wasser getaucht, müssen sich die Haare allmählich zu einer 
Spitze vereinigen, ohne dass an irgend einer Stelle einzelne 
hervorstehen. Von letzterer Eigenschaft überzeuge man sich 
stets bei dem Einkauf, denn ein schlecht schliessender Pinsel 
ist unbrauchbar. 

Für gewöhnlich genügen die wohl meistens aus Fischotter- 
haar gefertigten Pinsel; für Deckfarben werden Pinsel aus 
Marderhaar vorgezogen, die aber sehr theuer sind; zum Ver- 
waschen bedient man sich starker Pinsel aus Biberhaar. 

Nothwendig ist ein doppelseitiger Pinsel mittelmässiger 
Stärke für das gewöhnliche Tuschen, ein recht starker, doppel- 
seitiger Pinsel zum Anlegen grösserer Flächen und ein Verwasch- 
pinsel. 

Man hüte sich, den Pinsel längere Zeit im Wasserglase 
stehen zu lassen, oder ihn beim Wegpacken, so lange er noch 
nass ist, mit anderen Gegenständen in Berührung zu bringen, 
da er in diesen Fällen leicht eine gekrümmte Form annimmt, 
welche beim Tuschen hinderlich ist, und die er eine Zeit lang 
behält. Alle Pinsel müssen sorgfältig abgespült werden, bis 
der letzte Rest Farbe entfernt ist. Namentlich bleibt Preussisch 
Blau sehr hartnäckig haften, und ist daher für diese Farbe wo- 
möglich ein besonderer Pinsel zu halten. 

35. Das Fliesspapier. 

Das Fliesspapier darf nicht zu dünn sein und kein festes 
Gefüge haben, wenn es das Wasser gut au&ehmen soll; auch 
muss es eine glatte Oberfläche besitzen, da sich sonst kleine 
Theilchen beim Aufdrücken ablösen und auf der getuschten 
Fläche haften bleiben. 



— 33 — 

Fliesspapier, welches beim Eioreissen Widerstand entgegen- 
setzt und dabei einen knitternden Ton hören lässt, ist zu ver- 
werfen. Das Fliesspapier muss stets in Menge vorhanden sein 
und darf nicht gespart werden. 

§ 26. Der Schwamm. 

Den Schwamm braucht der Zeichner zum Reinigen der 
Zeichnungen und zum Ausbessem von Tuschflächen, die beim 
Anlegen missrathen sind. Man wähle hierfür eine recht gute, 
sehr weiche und feine Sorte und untersuche den Schwamm be- 
sonders darauf, ob sich nicht harte llestandtheile, kleine Steine 
oder Muscheln darin befinden. Die Eiform ist recht zweck- 
mässig, weil man dann für kleinere Flächen eine brauchbare 
Spitze zur Verfügung hat. 

§ 37. Zeichen -Kreide und -Kohle. 

Kreide und Kohle kommen für den technischen Zeichner nur 
bei Anfertigung von Detailzeichnungen in Betracht. 

Gute Kreide muss ein gleichmässiges Korn haben und darf 
nicht kratzen. Sie ist in verschiedenen Härten in den Zeichen- 
matenalien-Handlungen vorräthig. 

Kohle wird fast nur aus Lindenholz verwendet; sie darf 
nicht zu zerbrechlich sein. 

§ 28. Farbige Kreidestifte. 

Farbige Stifte eignen sich vorzüglich zum schnellen Coloriren 
von Zeichnungen, die nur einen vorübergehenden Werth haben, 
und geben denselben trotz der schnellen Ausführung ein gutes 
Aussehen. 

Zu empfehlen sind neben den F ab er' scheu Fabrikaten die 
Buntstifte von G. W. Sussner (Schweinau-Nürnberg), die 
auch auf den preussischen Kriegsschulen eingeführt sind. Sie 
sind in ungefähr 60 verschiedenen Nuancen vorhanden, die für 
besondere Zwecke in verschiedenen Zusammenstellungen vor- 
räthig sind. 

§ 29. Die Estompen. 

Zur gleichmässigen Vertheilung der Kreidefarben und zur 
Abschattiimng der letzteren werden Estompen (auch Wischer 



— 34 — 

genannt) aus Leder, Kork oder Papier gebraucht. Füi* farbige 
Kreidezeichnungen sind die Kork-Estompen vorzuziehen, da man 
leicht mit einem Federmesser die schon für eine Farbe benutzte 
Stelle der Spitze abschneiden kann und so die Farben stets 
rein erhält. Im Allgemeinen sind die Leder- und Papier- 
Estompen schmiegsamer als die von Kork, nutzen sich aber 
Schneller ab. 

Die Leder - Estompen können durch lUmstein gereinigt 
werden. 

§ SO. Die Fixative. 

Zeichnungen, bei deren Herstellung Kohle, schwarze oder 
farbige Kreide verwendet worden ist, können durch Anwendung 
von sogenannten Fixativen vor dem Verwischen geschützt und 
auf diese Weise längere Zeit erhalten werden. Zu den besten 
Mitteln dieser Art gehört reiner französischer Lack, in bester 
Qualität. Empfehlenswerth ist das Fabrikat von Söhnee 
Freres. 

Als vorzugliches, lange erprobtes Mittel wird auch das 
üeberziehen von Blei- oder Kreide - Zeichnungen mit farbloser 
Rindergalle empfohlen. Die Linien verwischen sich dann nicht 
mehr und lassen sich mit Farben, welchen ebenfalls Rindergalle 
zugesetzt wird, sehr gut übertuschen. 

Von Herrn Ingenieur Tiederaann in Dörverden (Hannover) 
vrird folgende Beschreibung für Zubereitung farbloser Rinder- 
galle angegeben : Man koche einen Liter frischer Rindergalle auf^ 
schäume sie ab und löse in ihr, während sie noch heiss ist, 
33 Gramm gepulverten Alaun auf; eine gleiche Menge Rinder- 
galle behandle man auf dieselbe Weise mit 33 Gramm Kochsalz 
und bewahre nun beide Mischungen in lose verkorkten Flaschen 
an einem kühlen Orte auf. Sobald die Auflösungen (in etwa 
drei Monaten) einen dicken Niederschlag abgesetzt haben, giesse 
man aus beiden Flaschen das Klare ab und vermische nun die 
beiden so erhaltenen Flüssigkeiten. Es bildet sich sofort ein 
Niederschlag, welcher die färbenden Bestandtheile enthält, so 
dass die durch Filtrirpapier gegossene Flüssigkeit dann klar und 
farblos wie Wasser ist. Die hier beschriebene Rindergalle hält 
sich lange Jahre und verliert in gut verkorkten kleinen Gläsern 
nicht leicht ihi-e Brauchbarkeit. 



— 35 — 

Zur Verbreitung der Fixative über die Zeichnung bedient 
inan sich der Zerstäubungsapparate, die im Handel unter dem 
Namen ,, Fixateure* bekannt sind. 

Ein sehr sicheres Mittel, das zwar an Sauberkeit zu wünschen 
übrig lässt, ist das Uebergiessen der Zeichnung mit magerer Milch. 
Von vielen wird auch gerathen, die betreffende Zeichnung mit 
schwarzem Kaffee zu tränken, wodurch sie allerdings einen 
leichten, bräunlichen, aber yöllig gleichmässigen Ton erhält, oder 
sie der Wirkung von Wasserdämpfen auszusetzen, welche den im 
Papier befindlichen Leim erweichen und dadurch ein Festhalten 
der Farbe bewirken. 

§ 31. Instrument zum Abschneiden der Zeichnungen. 

Neben einem guten, scharfen Messer, welches aber an einem 
eisernen Lineal geführt werden muss, nicht an der Reiss-Schiene, 
die darunter leidet, ist ein kleiner hobelartiger Apparat von 
A. W. Faber zu empfehlen. Derselbe kann an der Schiene 
geführt werden, ohne sie zu schädigen und enthält ein Messer, 
welches der Zeichenbogenstärke entsprechend, so gestellt werden 
kann, dass das Zeichenbrett selber beim Schneiden nicht ver- 
letzt wird. 



II. Absclinitt. 

Besondere HulfsmitteL 



Einleitung. 

Ausser den im ersten Abschnitt beschriebenen Zeichen- 
gerathen, welche die allgemeine Ausrüstung des technischen 
Zeichners bilden, sind noch nützliche Instrumente vorhanden, 
welche für gewisse Fälle, z. B. bei Wiederholung von Zeichnungen, 
die einem besonderen Gebiet angehören, wichtige Dienste leisten. 
Die Kenntniss derselben ist jedenfalls von Nutzen, da durch die 
oft geringe Ausgabe für ein kleines Instrumentchen bedeutend 



— 36 — 

an Zeit gespart wird, und die gefertigte Zeichnung ein hübsches 
und sauberes Aussehen erhält. 

§ 32. Die Zeichentische. 

Ein brauchbarer Zeichentisch muss folgenden Ansprüchen 
genügen; Das Gestell desselben muss stabil und dabei nicht 
zu schwer sein, dem Zeichenbrett eine sichere Unterlage bieten 
und eine Vorrichtung zum Verstellen der Zeichenplatte besitzen. 
Letztere muss derart beschaffen sein, dass in verschiedenen 
Höhenlagen ein Horizontal- wie Schräg-Steilen innerhalb gewisser 
Grenzen bequem vorgenommen werden, dass also das Zeichnen 
sitzend und stellend nach Belieben geschehen kann. Femer ist 
es zweckmässig, wenn eine Einrichtung vorgesehen ist, welche 
auch bei geneigter Stellung des Tisches das Aufstellen einer 
Lampe und das Hinlegen der Bleistifte u. s. w. derart ermöglicht, 
dass ein Hinabgleiten dieser Gegenstände vom IJrett mit Sicher- 
heit verhindert wird. 

An Zeichentischen der verschiedensten Constructionen ist 
kein Mangel und in den einzelnen Handlungen eine grosse Aus- 
wahl vorhanden, von den einfachsten Gestellen an, welche nur 
eine Veränderung der Höhenlage des Brettes nach Art der ver- 
stellbaren Tum - Barren gestatten, bis zu den complicirtesten 
Apparaten, die jedmögliche Einstellung erlauben. Man hat 
Zeichentische mit Lampen an ausziehbaren Armen, mit ver- 
schiedenen beweglichen Platten für die Zeichenmaterialien, mit 
ausbalancirten hängenden Reissschienen, die in beliebiger Stellung 
stehen bleiben (besonders sind die mit Schnurenparallelogramm 
zu empfehlen); in verschiedenster Ausstattung, vom einfachen 
Nützlichkeitsprincip ausgehend und bis zur höchsten Eleganz 
steigend. 

Von Technikern als gute Construction anerkannt und auch 
vom Verfasser jahrelang gebraucht ist ein Zeichengestell, welches 
je nach Ausstattung zum Preise von \b — b2Jt. von Gebrüder 
Wichmann in Berlin zu beziehen ist. Dasselbe ist sehr stabil, 
lässt sich mit Leichtigkeit in jede gewünschte Lage bringen, 
nimmt ausser Gebrauch, zusammengeklappt, nur einen geringen 
Raum ein und ist auch als nützliches, nicht unansehnliches 
Zimmergeräth zu verwenden. Aufsatz für die Lampe und Unter- 



— 37 — 

brett mit Schraubvorrichtung für Utensilien sind zur Vervoll- 
ständigung in derselben Handlung zu haben. 

§ 33. Besondere Zirkel. 

a) Der Theil- oder Haar-Zirkel. 

Für genaue Eintheilung einer gegebenen Strecke in eine 
Anzahl gleicher Theile ist der Theil- oder Haar-Zirkel bestimmt. 
Die beiden Schenkel desselben sind aus einem Stück Stahl feder- 
artig gearbeitet; durch eine Schraube mit flachem Gange lässt 
sich die Entfernung der Zirkelspitzen um ganz geringe Unter- 
schiede verändern. Dieses Geräth muss äusserst subtil, be- 
handelt werden, und die Schraube stets gut geölt sein, da sonst 
leicht ein Ausreissen derselben eintritt, wodurch das Instrument 
sofort unbrauchbar wird. 

Oft befindet sich auch an den Handzirkeln eine Vorrich- 
tung, die den Theilzirkel ziemlich ersetzt. Die eine Spitze des- 
selben ist dann in zwei ungleiche Theile gespalten, welche durch 
eine Schraube von einander entfernt und auch einander genähert 
werden können. Man kann also damit, wenn ein Maass in den 
Zirkel genommen ist, dieses durch die Schraubvorrichtung um 
sehr kleine Entfernungen vergrössern oder verkleinern. 

b) Der Nnllenzirkel. 

Das Ziehen kleiner Kreise ermöglicht der Nullenzirkel, der 
sehr genau gearbeitet sein muss. Er muss eine sehr feine Nadel 
haben, die so zu stellen ist, dass das Loch im Papier möglichst 
klein wird, da sonst keine Kreise, sondern unregelmässige Curven 
entstehen. Die Fabrikate von Otto Clement in Berlin sind 
sehr zu empfehlen. 

In neuerer Zeit ist der Fallnullenzirkel sehr beliebt geworden. 
Er hat vor dem einfachen Nullenzirkel den Vorzug, dass er beim 
Ziehen der Kreise das Loch für den Mittelpunkt nicht erweitert, 
da nur eine drehende Bewegung um einen festen Mittelpunkt 
nothwendig ist, nicht eine zugleich .drückende, wie beim ein- 
fachen Nullenzirkel, um die Feder zum Ziehen zu bringen. Es 
liegt nur die Befürchtung nahe, dass bei längerem Gebrauch die 
Axe, um welche die Drehung stattfindet, ausgeleiert wird, wo- 
durch eine lästige Fehlerquelle entstehen würde. Zu empfehlen 
sind die patentirten Fallnullenzirkel mit feststehender Centrir- 



— 38 — 

spitze, Ziehfeder- und Blei-Einsatz von Richter in Chemnitz, 
\^elche aber etwas theurer als die gewöhnlichen Nullenzirkel sind. 
Ein neuer Nullzirkel mit selbstthätigem Umgang (D. R. P. 
No. 44977; J. H. Kehr in Nürnberg) ist im Centralblatt der 
Bauverwaltung, Jahrg. 1888, No. 51, S. 636 genauer beschrieben. 
Durch Druck auf den £[nopf des Zirkels wird eine Spiralfeder 
in einer Hülse gespannt, wodurch der freie Schenkel einen Kreis 
beschreibt Beim Abheben schnellt die gespannte Feder den 
Zirkel in seine Anfangslage wieder zurück. 

e) Der Halbiniiifs- und Bednetions« Zirkel. 

Denkt man sich jeden Schenkel eines einfachen Handzirkels 
über den Kopf hinaus um ein bestimmtes Maass yerlängert, so 
hat man das Bild eines Reductionszirkels. Derselbe besitzt also 
vier Schenkel, von denen aber je zwei stets in einer geraden 
Linie liegen. 

Der Halbirungszirkel, eine besondere Art des Reductions- 
zirkels, ist praktisch zu yerwerthen, wenn ein häufiges Halbiren 
Ton gegebenen Längen noth wendig ist, oder eine Zeichnung 
auf einen doppelten oder halb so grossen Maassstab gebracht 
werden soll 

Der Reductionszirkel kann aber in noch umfassenderer Weise 
benutzt werden, wenn er mit einer Stellvorrichtung versehen ist, 
die eine Skala enthält. Hierdurch kann das Verhältniss der 
Längen der Schenkel so eingestellt werden, dass das Maass 
zwischen den Spitzen des oberen Schenkelpaares ein auf der 
Skala angegebener Bruchtheil oder ein Vielfaches des vom un- 
teren abgegriffenen ist. 

Der Zirkel ist theuer und wird sofort unbrauchbar, wenn 
eine Spitze abgebrochen ist Auch die Reparatur stösst auf 
grosse Schwierigkeit, da durch das Anschleifen die Längen der 
Schenkel geändert werden, und hiemach die alte Skala nicht 
mehr gilt. Jedoch erleichtert der Reductionszirkel das Ver- 
kleinern oder Vergrössem von Zeichnungen erheblich. 

d) Die Stangensirkel. 
Wenn bei grossen Radien der Einsatzzirkel mit Verlängerungs- 
staoge seine Dienste versagt, bietet der Stangenzirkel Ersatz. 



— 39 — 

Derselbe besteht gewöhnlich aus einer Holzstange von recht- 
eckigem Querschnitt, an welcher mit Klemmvorrichtung zwei 
Messinghülsen in einer Entfernung gleich der Länge des Radius 
des zu zeichnenden Kreises befestigt werden. Die eine Hülse 
trägt eine feste Spitze, welche als Mittelpunkt dient, die andere 
ist mit Blei- und Ziehfeder-Einsatz versehen imd beschreibt den 
zu zeichnenden Kreis. 

Bei feinen Apparaten ist an der Messinghülse mit Zeichen- 
stift noch eine Mikrometerschraube angebracht zur genauen 
Einstellung^ des Radius. 

Auch finden sich Instrumente, die auf kleinen Rollen laufen, 
und hierdurch den störenden Einfluss des Gewichtes der Stange 
vermindern. 

Ein sehr zweckmässiger, patentirter Stangenzirkel zum Preise 
von ca. HM' ist von Richter in Chemnitz construirt. Die Stange 
desselben ist mit Theilung versehen. Iq den Halter für die Blei- 
bezw. Zieh -Feder können alle Arten von Ziehfedern und Blei- 
stifte beliebiger Stärke eingeklemmt werden. Der Halter ist 
durch einen einfachen Mechanismus an der Stange entlang an 
die gewünschte Stelle zu führen, ohne dass er, wie bei den 
-meisten Stangenzirkeln, erst ab- und dann wieder angeschraubt 
zu werden braucht. 

Im Nothfall kann auch ein langer Streifen aus festem Carton- 
papier als Ersatz für einen Stangenzirkel dienen. Das eine Ende 
desselben wird im Mittelpunkt mit einer Nadel festgeßteckt, das 
andere erhält in einer Entfernung gleich der Radiuslänge von 
der Nadel einen Einschnitt, in welchem die Blei- bezw. Zieh- 
Feder geführt wird. 

e) Der Dreispitzzirkel. 

Der Dreispitzzirkel gehört eigentlich zu den Winkelmess- 
apparaten. Er hat drei Schenkel, die am Kopfe so mit einander 
verbunden sind, dass die drei Spitzen auf die drei Ecken eines 
jeden Dreieckes eingestellt werden können. Wenn also die eine 
Spitze auf den Scheitel irgend eines Winkels gestellt wird, und 
die beiden anderen Spitzen auf einen beliebigen Punkt je eines 
Schenkels desselben eingesetzt werden, so kann dieser Winkel 
durch einfaches Aufsetzen der drei Spitzen beliebig oft auf 
Zeichnungen in recht einfacher Weise übertragen werden. 



— 40 — 

f) Die EUipsenxirkel. 

Falls der technische Zeichner es nicht überhaupt vorzieht, 
seine Ellipsen geometrisch zu construiren oder sie aus Kreisen 
zusammenzusetzen, so kann von den unzähligen Ellipsenzirkeln 
für ihn mu* die Gattung in Betracht kommen, welche, haupt- 
sächlich aus Holz hergestellt, auf dem Lehrsatze beruht, dass 
jeder Punkt einer auf den Schenkeln eines rechten Winkels 
gleitenden Geraden eine Ellipse beschreibt. Der Preis dieser 
Instrumente ist noch erschwingbar, ihre Genauigkeit aber nicht 
sehr gross. 

Es würde den Rahmen dieses Werkchens überschreiten, auf 
eine Beschreibung der feineren Apparate, der Eilipsographen, 
einzugehen. Es wird hierfür verwiesen auf einen von Professor 
Ernst Fischer veröffentlichten Aufsatz der in erschöpfender 
Weise Aufklärungen auf diesem Gebiete enthält. Derselbe trägt 
die üeberschrift „Beiträge zur Geschichte, Theorie und Praxis 
der Zeicheninstrumente, insbesondere der Eilipsographen ** und 
ist zu finden in Dingler's Polytechnischem Journal, Jahr- 
gang 1885. S. 188 ff. 

g) Der Yolntenzirkel. 

Zur Zeichnung rechts- und links-läufiger Spiralen sowie der 
zugehörigen Spiegelbilder ist vom Regierungsbaumeister Adolf 
Härtung ein Instrument construirt worden, welches im Central- 
blatt der Bauverwaltung, Jahrgang 1887 S. 343 u. f. genau be- 
schrieben ist. Dieser Apparat, Volutenzirkel genannt, ist für 
Deutschland patentirt, und seine Anfertigung der mechanischen 
Werkstatt des Herrn Th. Buddendorf in Berlin, Schützenstr. 53 
übertragen; derselbe beschreibt nicht nur beliebige Spiralen, 
deren Gangweite sich nach dem Pole zu stetig ändert, sondern 
gestattet auch, an beliebiger Stelle der Curve das Gesetz der- 
selben zu ändern, so dass die Aenderung des Radius nach Er- 
fordern in grösserem oder geringerem Maasse fortschreitend ver- 
stärkt oder abgeschwächt werden kann. 

Der Volutenzirkel wird jedenfalls den Architekten beim 
Entwerfen ein willkommenes Hülfsmittel werden. 



— 41 — 
§ 34. Besondere Ziehfedern. 

a) Die Punktirziehfedern« 

Das saubere und gleichmässige Punktiren oder Stricheln 
von Linien mit der gwöhnlichen Ziehfeder ist eine zeitraubende, 
mühsame Arbeit. Es empfiehlt sich dringend, bei öfterem Vor- 
kommen solcher Linien z. B. bei graphostatischen Zeichnungen 
die Kosten für Ankauf einer besonderen Vorrichtung hierfür 
nicht zu scheuen. 

Das sogenannte Punktir- Rädchen, eigentlich ein Druck- 
apparat, besteht aus einer Hülse, in deren unterem Schlitz ein 
Rädchen, ähnlich dem eines Sporns, um seine Axe drehbar an- 
gebracht ist. Die Hülse wird mit Tusche gefüllt, am Griffe ge- 
halten, und das Rädchen auf das Papier gesetzt. Die Zacken 
des Rädchens kommen bei Fortbewegung mit der Tusche in 
Berührung und drucken bei weiterer Drehung einzelne Punkte 
in regelmässiger Entfernung auf das Papier. Das richtige An- 
und Absetzen macht Schwierigkeiten, welche dadurch zu be- 
seitigen sind, dass an den Anfang und das Ende der zu punk- 
tirenden Linie Papierstücke gelegt werden, über welche ruhig 
hinübergezogen werden kann. Die Linie wird alsdann stets 
scharf abgegrenzt erscheinen. 

An Sauberkeit wird diese Vorrichtung unzweifelhaft durch 
die Punktirziehfedern übertroöen. Bei diesen wird die zu punk- 
tirende Linie in der That von einer Ziehfeder gezogen, welche 
durch eine Feder in Verbindung mit einem Zackenrädchen ruck- 
weise gehoben und gesenkt wird. 

Ein derartiger Apparat, der von der Form der gewöhnlichen 
Ziehfeder wenig abweicht, ist von Dorf fei in Berlin construirt. 

Viel im Gebrauch ist jetzt eine zweite, auf angegebenem 
Princip beruhende, recht praktische Punktirziehfeder von 
Richter in Chemnitz, die patentirt ist und der verschiedene 
Räder für punktirte, strichpunktirte u. s. w. Linien beigegeben 
sind. 

b) Die Parallelziehfederii« 

Die Parallel- oder Wege-Ziehfeder ist eine Vorrichtung, die 
Zeichnern, welche viel mit Anfertigung von Lageplänen be- 
schäftigt sind, vortreffliche Dienste leistet. Sie besteht aus zwei 



— 42 — 

ZiehfederD an einem Stiel, welchen durch eine Schraube ein 
Teränderlicher Abstand gegeben werden kann. Sie ist also 
vorzugsweise von Nutzen beim Ausziehen von Wegen, die bei 
Anwendung dieser Parallelziehfeder ein sehr sauberes, accurates 
Aussehen erhalten und in der halben Zeit herzustellen sind. 

Um in Curven liegende Wege sauber herzustellen, sind auch 
Parallelziehfedern vorhanden, deren Ziehfederpaar um eine Axe 
drehbar ist. 

e) Die Cnrreiutiehredem. 

Zum Ausziehen von Curven am Curvenlineal empfiehlt sich 
eine Ziehfeder, welche im Stiel um ihre Axe drehbar ist imd 
unten mit einer Anlege Vorrichtung versehen ist; letztere zwingt 
die Ziehfeder, sich in jedem Punkte der Curve tangential zu 
stellen. Die Curven gewinnen hierdurch ungemein. 

Von Eduard Sprenger in Berlin ist eine drehbare Zieh* 
feder mit gebogenen Hacken gefertigt worden. Sie dient zum 
freihändigen Ausziehen von Curven, namentlich von Höhen- 
curven, und folgt der leisesten Drehung der Hand. Durch An- 
ziehen einer Schraube wird die Beweglichkeit genommen, und 
die Feder ist sodann als einfache Ziehfeder zu verwenden. 

d) Ziehfeder für breite Striche. 

Für Anfertigung von Zeichnungen in sehr grossem Maass- 
stabe, z. B. für ünterrichtszwecke oder Vorträge, werden von 
den Mechanikern grosse Ziehfedem mit eigens dazu construirten 
Backen gefertigt. Mit denselben muss jnan nach vorheriger 
Füllung mit Tusche Striche bis zu zwei Millimeter Stärke und 
bis zu einem Meter Länge ohne Absetzen und nochmaliges Ein- 
tauchen ziehen können, ohne dass eine Unsauberkeit des Striches 
durch Auslaufen oder Fallenlassen der Tusche entsteht. 

Clement in Berlin liefert diese Federn in sehr guter Arbeit; 
auch tue von Beiker in Buxtehude mit zwijjchen den Backen 
liegender Schraube (leicht während des Zeichnens mit dem 
Goldfinger zu stellen) sind empfehlenswerth. 

§ 35. Die Mauermaasse. 

In F. Sönneckens Verlag in Bonn ist eine kleine Vor- 
richtung erschienen, welche dem Zeichner von Grundrissen im 



— 43 — 

Maassstabe 1 : 100 beim Abstecken der häufig ^riederkehrenden 
Maasse von Mauerstärken, Thür- und Fenster- Oeffnungen Er- 
leichterung yerschaffen soll. Ein Bündel Stahlplättchen, um 
einen Stift drehbar, befindet sich in einem Messinggehäuse, aus 
^reichem für den Gebrauch die Plättchen einzeln herausgedreht 
werden können. Jedes Plättchen hat am Ende zwei Spitzen, 
welche die Mauerstärken 2ö, 38 u. s. w. cm enthalten bezw. 
drei Spitzen, welche die üblichen Fenster- imd Thür-Maasse und 
deren Mitten angeben. 

Beim Gebrauch dient das Gehäuse als Griff, und die 
einzelnen Maasse können ohne mühsame Zirkeleinstelluug stets 
mit derselben Genauigkeit schnell aufgedrückt werden. 

§ 36. Der Schichtentheiler. 

Zum Zeichnen von Entwürfen im Backsteinbau, also wesent- 
lich für den Architekten, ist als zweckmässiges Hülfsmittel ein 
kleines Instrument, der Schichtentheiler, zu empfehlen, welches 
Ton dem Mechaniker 0. Ney in Berlin hergestellt und in den 
Handel gebracht worden ist. 

An jedem Ende eines Stäbchens ist ein Zahnrädchen um 
eine Axe drehbar und herausnehmbar angebracht. Die Theilung 
des Umfanges der Rädchen ist derart erfolgt, dass 10 bezw. 
13 Zähne die Länge eines Centimeters ausmachen. 

Fährt man mit dem Apparat an der Kante einer Reiss- 
schiene entläng, so geben die dadurch auf der Zeichnung ent- 
standenen Eindrücke der Zähne den Maasstab von 1 : 100 für 
die ganzen Meter bezw. die Eintheilung von 13 Ziegelschichten 
auf einen Meter. 

Der hier beschriebene Schichtentheiler kostet in Neusilber 
1,1b Jt,, mit zwei Weiteren Rädchen für den Maassstab 1:75 
2,50^. 

Von den Zeichenmaterialien - Handlungen werden auch 
Schichtentheilungen geführt, welche auf Papierstreifen von der 
Höhe des Reissbrettes in den üblichen Maassstäben aufgetragen 
sind; dieselben werden mit Reissnägeln seitwärts befestigt, und 
können die Theilstriche unmittelbar mit der Schiene auf die 
Zeichnung übertragen werden. 

Auch der im § 42 beschriebene Schraffirapparat des Ver- 
fassers ist als Schichtentheiler zu benutzen. 



— 44 — 
§ 37. Das Parallel -Lineal. 

Besonders für graphische Stabilitäts- Ermittelungen ist das 
Parallel-Lineal sehr zu empfehlen, da es den Zeichner in den 
Stand setzt, zu einer vorhandenen Geraden an beliebiger Stelle 
der Zeichnung mühelos eine Parallele zu ziehen, eine Arbeit, 
welche mit Hülfe von Dreiecken unbequem und ungenau aus- 
zuführen ist 

Das Instrument besteht im Wesentlichen aus einem Metall- 
Lineal, >^elches auf zwei mathematisch genau gleich grossen 
Rollen läuft und durch einen in der Mitte angebrachten Griff 
leicht parallel mit sich selbst zu verschieben ist. 

Obgleich der Preis wegen der grossen Genauigkeit der Rollen 
nicht unerheblich ist, dürfte dies Lineal für einen Zeichner, 
welcher viel mit Kräfteplänen und ähnlichen Figuren zu thun 
hat, ein nicht zu entbehrendes Hülfsmittel sein. 

§ 38. Die Curvenlineale. 

a) Gewöhnliche Cnrrenlineale« 

Ein gutes Curvenlineal muss sehr sauber gearbeitete Zieh- 
kanten haben, die völlig frei von allen Unebenheiten sind; 
es muss femer Curvenelemente enthalten, die brauchbar sind 
und die gestatten, vorkommende Curven, wie Ellipsen, Pa- 
rabeln u. s. w. stetig ohne Ejiicke zusammensetzen zu können. 

Meistentheils ist das Material ßimbaumholz. Auch Hart- 
gummi wird jetzt zu Curvenlinealen verwendet, doch fehlen ge- 
nügende Erfahrungen dafür. 

Professor E. Fischer empfiehlt in dem § 33. f angeführten 
Aufsatz Curvenlineale aus Bein, die von Kern & Co. in Aarau 
geliefert werden, noch mehr solche aus durchsichtigem Hom, 
und giebt an, dass die von Preissinger iu München gefertigten 
Heindr sehen Lineale die besten sind, da sie allein die Elemente 
der cyclischen Curven, der Voluten und Kegelschnitte geben. 

b) Die Eisenbahn -CarTenlineale« 

Für den Eisenbahntechniker sind ein unerlässliches Zeichen- 
geräth Curvenlineale, welche die im Eisenbahnwesen vorkom- 
menden Kreiscurven mit Angabe des Radius in den üblichen 



— 45 — 

Maassstäben wiedergeben. Dieselben sind im Handel in ganzen 
Sätzen vorhanden, welche alles Erforderliche enthalten. 

Die Ausgabe ist erheblich, selbst bei Holzcurven. Diese, 
meistens aus ßimbaumholz gefertigt, sind aber nicht sehr zu 
empfehlen, da sie sich bei dem starken Gebrauch, dem sie aus- 
gesetzt sind, leicht abnutzen, auch nicht sehr zuverlässig sind. 

Metall, meistens liartmessing, ist hier mehr am Platz, und 
darf die hohe Ausgabe nicht gescheut werden, denn gerade der 
Eisenbahntechniker bedarf zum Entwerfen von Gleisplänen be- 
sonders vorzüglicher Mateiialien. 

Von Schleicher & Schüll in Düren werden neuerdings 
auch Eisenbahn -Curvenlineale aus Hartgummi vertrieben. Sie 
halten sich gut, wenn sie nicht brechen, sind aber unsauber. 

Für vorübergehenden Gebrauch kann man sich mit Hülfe 
eines Stangenzirkels ^ in den man ein sehr scharfes Messer an 
Stelle des Zeichenstiftes einspannt, selbst die nöthigen Curven 
aus Carton schneiden. Diese Curven sind aber nur ein Noth- 
behelf und von geringer Dauerhaftigkeit. 

c) IHe Carvenlineale für Schlffbaner« 

Fast ausschliesslich mit Curven hat der Schiffbauer zu 
thun, und er bedarf desshalb einer grossen Anzahl Curven- 
lineale, um seine Entwürfe zu Papier zu bringen. 

AuQh hierfür sind die nothwendigen Curvenlineale in Kästen 
satzweise zusammengestellt und werden im Handel geführt, doch 
ist ihr Preis ein so hoher, dass der Schiffbauer lieber seine 
Zuflucht zu einem anderen Mittel nimmt. 

Er wendet lange, biegsame Stäbe an, die er in die von ihm 
augenblicklich gebrauchte Form biegt und dann an verschiedenen 
Stellen so stark beschwert, dass sie unverrückbar in der ihnen 
vorgeschriebenen Form und Lage verbleiben und brauchbare 
Lehren für den Zeichen stift bieten.*) 

d) Die UniTersal-CuTTeiilineale« 

Der Vollständigkeit halber sei hier noch der üniversal- 
Curvenlineale gedacht, jener Apparate, die für Kreiscurven mit 
jedem Radius bis zu einer unteren Grenze herab eingestellt 
werden können. 



•) Vergl. Weyde u. Weickert § 4. 



— 46 — 

Das einfachste dieser InstrumeDte ist das patentirte Kreis- 
CurTenlineal Yon Max Schönborn in Magdeburg. Eine 
elastische Schiene von überall gleichem Widerstandsmoment 
wird durch an ihren Enden angreifende Eräftepaare nach der 
Kreisform durchgebogen, und es ist eine Einrichtung getreuen, 
dass dabei die Schiene mit Hülfe eines Nonius genau nach 
einem Kreis von bestimmtem Durchmesser gebogen werden kann. 

Weitere Apparate wären das Kreis-Currenlineal yon Pro- 
fessor Tchebischef, welches Krümmungen yon r^^oo bis 
r = V3m gibt, und das sogenannte Zirkelparallelogramm yon 
Peaucellier. 

Diejenigen Leser, die ein näheres Interesse für diese Instru- 
mente haben, mj'tgen hiermit auf den § 88. f angegebenen Auf- 
satz über Zeicheninstrumente yon Professor E. Fischer yer- 
wiesen sein, welchem auch diese Angaben entnommen sind. 

Zu bemerken ist noch, dass diese Apparate sehr theu^ sind. 

§ 39. Die Winkelmesser. 

Der einfachste Apparat dieser Gattung ist der sogenannte 
Transporteur, der aus Papier, durchsichtigem Hörn oder Metall 
gefertigt wird und dazu dient, Winkel zu messen und zu über- 
tragen. Er ist je nach Grösse mit Winkeltheilung in Grade und 
Bruchtheile derselben yersehen. 

Ausser diesen Transporteuren existiren noch yers&hiedene 
andere, yoUkommenere, recht empfindliche Apparate, über welche 
ebenfalls Prof. Fischer in dem § 83. f angeführten Aufsatze 
ausführlich berichtet. 

Auch der im § 88. e behandelte Dreispitzzirkel ist ein 
Winkelmesser, auf welchen hiermit yerwiesen wird. 

§ 40. Der Bing'sclie Kreiswinicei. 

Ein für yiele Zwecke wichtiges Instrument beim geometri- 
schen Zeichnen ist der Kreiswinkel yon Bing. Er besteht aus 
einem Dreieck, dessen längere Kathete sich zur Hypotenuse 

verhält, wie y — : 1 , wodurch dieser Winkel direct zur Lösung 

yerschiedener praktischer Aufgaben mit Erfolg zu verwenden 
ist, da die hierbei begangenen Fehler so klein sind, dass sie im 



— 47 — 

Verhältniss zu den übrigen selbst bei Anwendung der feinsten 
Zeichengerätbe und bei geübtester Hand entstehenden Unge- 
nauigkeiten nicht in Betracht zu ziehen sind. Derartige zu 
lösende Aufgaben sind z. B. : 

die Seite des Quadrates zu zeichnen, welches den 
gleichen Inhalt, wie ein gegebener Kreis hat; 

den Umfang eines gegebenen Kreises zu zeichnen; 

einen Kreisbogen in eine gerade Linie zu verwandeln ; 

einen gegebenen Winkel in eine beliebige Anzahl 
gleicher Theile zu theilen u. s. w. 
Die genaue Theorie des Bing'sdien Winkels ist in der S. 40 
erwähnten Abhandlung von Prof. E. Fischer enthalten. Die 
Lösung der angegebenen praktischen Aufgaben sowie auch vieler 
anderer ist in der vom Regierungs- Bauführer Drost redigirten 
\leinen Schrift zu finden, welche die Firma Schleicher u. Schüll 
(Düren) zur Erklärung des von ihr in den Handel gebrachten 
Eingesehen Winkels aus Hartgummi hat drucken lassen. Die- 
selbe liefert den Winkel auch in Verbindung mit einem ge- 
wöhnlichen Hartgummi -Dreieck (90®, 60®, 30®), dessen innerer 
Ausschnitt nach dem Gesetze des Bing'schen Winkels ge- 
formt ist. 

Auch der Mechaniker J. Schroeder in Darmstadt fertigt den 
Eingesehen Winkel. 



§ 41. Die Curvenmesser. 

Die Curvenmesser dienen zum Messen der Bogenlänge einer 
Curve. 

Der einfachste, zugleich aber auch ungenaueste und un- 
bequemste Curvenmesser ist der Zirkel. Man stellt denselben 
bei dem Gebrauch auf ein bestimmtes Maass ein, dessen Länge 
sich nach der Krümmung der Curve richtet, d. h. je stärker die 
Krümmung ist, um so kleiner muss das Maass sein. Dann 
schreitet man mit diesem Maass die Curve entlang und zählt 
dabei, wie oft dasselbe auf der Curve enthalten ist, nimmt den 
letzten Theil, der nur ein Bruchtheil des Zirkelmaasses ist, da- 
zu und berechnet so die Länge. 

Bequemer ist das Curvenrädchen. Dasselbe ist ein fein- 
gezähntes Rädchen, welches sich auf einer etwa 2 cm langen 



— 48 — 

Schraube als Axe dreht. Die Enden der Schraube sind durch 
einen Bügel Terbunden, und an letzterem ist ein Handgriff be- 
festigt. BeTor man das Instrumentchen braucht, dreht man das 
Rädchen bis an den einen BQgel heran, dann setzt man es auf 
den Anfang der zu messenden Curve und rollt es bis zum Ende 
derselben ab. Hierbei wird sich das Rädchen Ton dem Bügel, 
an welchem es vorher anlag, entfernt haben; rollt man dasselbe 
nun auf dem Maassstab der Zeichnung zurück, bis es wieder 
seine erste Stellung eingenommen hat, so kann die Länge der 
Curve auf dem Maassstab unmittelbar abgelesen werden. 

Ein noch vollkommener Apparat ist das patentirte Mess- 
rädchen vom Oberst - Lieutenant Jakob. Dasselbe ist durch 
eine recht sinnreiche Einrichtung und mit Hülfe einer bei- 
gegebenen Tabelle ohne Anwendung des Maassstabes der be-. 
treffenden Zeichnung oder Landkarte zur Längenermittelung 
von Geraden und Curven zu benutzen. 

8 42. Die SchrafRrvorrichtungen. 

Bei der Ausstattung von Zeichnungen in schwarzer Strich- 
manier ist es zu empfehlen, sich zur schnelleren Ausführung der 
Schraffuren der für diesen Zweck gefertigten Vorrichtungen zu 
bedienen, denn das stete Innehalten der gleichen Entfernung 
zwischen den einzelnen Strichen erfordert beim Schraffiren die 
grösste Mühe und greift die Augen ungemein an. Ausserdem 
macht die geringste, auch nur einmalige Unregelmässigkeit in 
dem Abstand der Striche sich dem Auge des Beschauers sofort 
in unangenehmer Weise bemerkbar. 

Die hier erforderliche Arbeit, das Einstellen der Zwischen- 
räume, wird nun auf mechanischem Wege durch Apparate 
geleistet, welche, soweit sie für zeichnerische Zwecke brauchbar 
sind, in zwei Systeme zerfallen. Bei dem einen System wird 
der ganze Apparat fortbewegt, bei dem andern wird nur ein 
Theil des Apparates an einer festliegenden Schiene, mit der er 
durch Zahnstange und Zahnrad oder in anderer Weise ver- 
bunden ist, entlang geführt. 

Die erste Gattung besteht im Allgemeinen aus zwei durch 
eine Feder verbundenen und durch einen nach der Breite der 
Schraffur einzustellenden Zwischenraum getrennten Theilen. 



— 49 — 

Wird der eine untere Theil mit der Handwurzel festgehalten, 
der andere obere mit den Fingern angezogen, bis er an den 
unteren anschlägt, der untere Theil dann «von dem Druck der 
Handwurzel befreit und durch die Federkraft vorgedrückt, so 
hat augenscheinlich der ganze Apparat eine Bewegung in der 
Richtung des Zuges gemacht und zwar um die Breite des 
Zwischenraumes. Wiederholt man die angegebene Bewegung 
mehrfach hintereinander, so wird sich der Apparat stets um den 
Zwischenraum, auf den er eingestellt ist, fortbewegen, und es 
wird möglich sein, an einer am oberen Theil e angebrachten 
Ziehkante die einzelnen Striche für die Schraffur zu zeichnen. 
Ein Theil dieser Apparate leidet an dem üebelstande, dass in 
Folge der Anordnung der Feder eine Verschiebung während des 
Gebrauches eintritt, und die einzelnen Striche der Schraffur 
nicht alle mit einander parallel sind. 

Von Richter in Chemnitz ist ein neuer, patentirter, auf 
Rollen wandernder Schraffirapparat zum Preise von Ib jfC. con- 
struirt, welcher durch den Druck eines Fingers auf einen Knopf 
vorwärts geschoben wird. Die Bewegung selbst wird durch eine 
rollende Messingwalze an Stelle des gewöhnlich auf dem Papier 
mit ganzer Fläche gleitenden Theiles bedeutend erleichtert. 

Die zweite Gattung dieser Apparate wird meistens durch 
Druck auf einen Knopf an einem Führungslineal entlang bewegt. 
Entweder rollt ein Zahnrad an einer auf dem Lineal befestigten 
Zahnstange (ein derartiger Apparat ist von Otto Clement in 
Berlin construirt), oder eine Metall-Klaue wird in das Holz des 
Lineals gedrückt und schiebt den Apparat weiter. Letztere 
Vorrichtung erfordert ersichtlich von Zeit zu Zeit Erneuerung 
des Lineals. 

Gegen die erstgenannten Apparate haben die letzteren den 
Nachtheil, dass die Grösse der zu schraffirenden Fläche durch 
die Länge des Lineals bedingt ist, oder dass wenigstens ein 
Absetzen, ein Zurückstellen des Apparates an den Anfang des 
Lineals, ein Verschieben des Lineals mit dem Apparat und ein 
genaues Einpassen nothwendig wird. 

Nach den Angaben des Verfassers ist jetzt von Otto Cle- 
ment in Berlin ein patentirter Apparat angefertigt, bei welchem 
die Nachtheile der älteren Vorrichtungen möglichst vermieden 
sind. Die Herstellung ist aus Holz in sehr einfacher Weise 

4 



— 50 — 

erfolgt, wodurch es ermöglicht wurde, den Preis unbeschadet der 
Genauigkeit auf 3,75 Jt, das Stück festzusetzen. Der Apparat 
gehört zu der ersten Gattung der wandernden und sichert den 
Parallelismus der einzelnen Striche dadurch, dass die Bewegungs- 
Torrichtnng in der Mitte liegt. Die Entfernung der einzelnen 
Striche kann durch eine leicht zu handhabende Keilvorrichtung 
bis auf 7too°^°i genau geändert werden. Der Apparat arbeitet 
so genau, dass er zur schnellen Anfertigung von Maassstäben 
und durch Einlegen eines besonderen Keils auch als Schichten- 
theiler (4,25 JC^ benutzt werden kann. Etwa noch eintretende 
Veränderungen in dem Gefüge des Holzes, welches übrigens 
nur trocken verarbeitet wird, können durch konische Sclirauben, 
welche in Schlitzen sitzen, ausgeglichen werden. 

§ 43. Der Storchschnabel. 

Zur VergrösseruDg und Verkleinerung von Zeichnungen, 
Landkarten, Portraits u. s. w. ist der Storchschnabel mit Erfolg 
anzuwenden. 

Derselbe besteht aus einem rahmenartigen Gestell mit einem 
Führungs- und einem Zeichen-Stift. Eine Stellvorrichtung für 
den Maassstab der Vergrösserung bezw. der Verkleinerung ist 
vorgesehen. Umfahrt man die Linien eines Bildes mit dem 
Führungsstifte, so zeichnet der Zeichenstift das Bild in dem 
gewünschten Maassstabe. 

Der Storchschnabel älteren Datums gibt stets das directe 
Bild wieder, das neue System, der sogenannte Mailänder Panto- 
graph, liefert ein Bild mit umgekehrter Aehnlichkeit. Bei dem 
älteren Apparat liegen die beiden Bilder, das Original und das 
reducirte Bild, auf derselben Seite, bei dem neueren auf ver- 
schiedenen Seiten des Aehnlichkeitsmittelpunktes. 

Für den gewöhnlichen Gebrauch dürften die aus Holz ge- 
fertigten Instrumente auf Fuss zum Preise von 7—10 Jt* genügen. 

Genaue Apparate, Pantographen genannt, sind sehr theuer, 
arbeiten aber mit grosser Feinheit und Sicherheit. Näheres 
hierüber ist zu entnehmen einem Aufsatze über Pantographen 
von Professor E. Fischer in Carls Repeitorium für physi- 
kalische Technik, Jahrgang 1866, S. 258. 



— 51 — 
§ 44. Der Mechanograph. 

Eine kleine, sehr einfache Vorrichtung, der Mechanograph 
genannt, dient zum Vergrössem der Zeichnungen. Ein elastischer 
Faden wird an dem einen Ende mit einem Reissna^el auf dem 
Zeichentisch festgehalten. An dem anderen freien Ende ist ein 
Zeichenstift, Bleistift oder dergl. befestigt. Dazwischen befindet 
sich eine auf dem Faden verschiebbare Marke, mit welcher das 
Vergrösserungsverhältniss einzustellen ist. 

Wird nun der Faden durch Ergreifen des Zeichenstiftes an- 
gespannt, unter die Marke das zu vergrössemde Bild gelegt, 
und der Zeichenstift derart geführt, dass die Marke genau den 
ümrisslinien des Bildes folgt, so wird der Zeichenstift ein ähn- 
liches vergrössertes Bild herstellen. 

Auf grosse Genauigkeit ist bei diesem Verfahren nicht zu 
rechnen, und es wird sich die Anwendung daher wohl nur auf 
skizzenweise Vergrösserung von Landkarten, Profilen und dergl. 
beschränken. 

Der Preis des Apparates ist gering, nur 1,50 Jt, das Stück. 
Hervorzuheben ist noch, dass der Mechanograph nur ver- 
grössert, nicht verkleinert. 



§ 45. Der Rechenstab. 

Der Rechenstab (bequem in der Tasche zu tragen) ist be- 
sonders für den Ingenieur ein sehr wichtiges Hülfsmittel. 

Vielfach wird demselben, besonders von Anfängern, der 
Vorwurf der Ungenauigkeit gemacht. Gewiss, die Genauigkeit 
erstreckt sich auf nur drei Stellen, die vierte lässt sich aber 
bei einiger Uebung mit Sicherheit schätzen ; auch Fehler in der 
Theilung sind vorhanden. Aber genügt die Kenntniss von vier 
Stellen nicht für die meisten Rechnungen, welche beim Ent^ 
werfen von Bauwerken erforderlich sind! Giebt nicht die Klein- 
heit des Maassstabes der Zeichnung, die Ungenauigkeit der Ge- 
räthe, die Unsicherheit unseres Auges an, wieviel Stellen wir 
gebrauchen können; kleinere Abmessungen, als Centimeter, trägt 
der Architect im Maasstabe 1 : 100 nicht auf; weniger als Vtoo 
Tonne der Ingenieur nicht bei seinen graphischen Constructionen. 
Und bedarf man genauerer Rechnung, so tritt dann der grosse 



— 52 — 

Rechenstab mit grösserer Theilung oder die Logarithmentafel an 
die Stelle. 

Der Rechenstab besteht im Wesentlichen aus zwei gegen 
einander Terschiebbaren Maassstäben, von denen jeder dieselbe 
logarithmische Theilung besitzt, und einem Läufer, welcher 
das Ablesen erleichtem und zu gewissen Rechenoperationen 
dienen soll. Durch geeignete Nebeneinanderstellung der auf den 
beiden Maasstäben enthaltenen Längen, welche den Logarithmen 
der betreffenden Zahlen entsprechen, sind auf diese Weise alle 
mit Hülfe der Logarithmen-Tafel möglichen Rechnungen in leichter 
Weise auszuführen und zwar mit grösserer Sicherheit, geringerem 
Aufwand an Zeit und Schreibmaterialien, und grösserer Schonung 
des Geistes als bei jeder sonstigen Rechnungsart. 

Allen Rechenstäben sind zwei beim Gebrauche sehr störende 
Fehler eigen. Den Bemühungen verschiedener Fachgenossen ist 
es bis jetzt aber nicht gelungen, die Fabrikanten zur A1> 
hülfe zu bewegen. Vielleicht kann der Verfasser dieser Schrift 
dazu beitragen, indem er die Fehler zur allgemeinen Kenntnis8 
bringt und die Bitte ausspricht, dass dieselben beim Einkauf 
in den betreffenden Handlungen immer wieder zur Sprache ge- 
bracht und gerügt werden. 

Der eine Fehler liegt in der mangelhaften Ausbildung der 
Ablesemarke am Läufer. Den zweckmässigsten und vollkommen- 
sten Dienst würde hier eine in den Läufer geschobene Glasplatte 
leisten, welche an ihrer unteren auf dem Rechenstabe liegen- 
den Seite einen feinen Riss erhielte, der senkrecht zur Längsaxe 
des Rechenstabes steht. 

Der zweite Fehler besteht darin, dass der durch eine Feder 
geführte Läufer in der Nähe des rechten Stabendes, sobald die 
Feder anfangt die Nuth zu verlassen, zu wackeln beginnt und 
durch seine schiefe Lage eine Ablesung zur Unmöglichkeit 
macht. Dieser Fehler ist dadurch zu vermeiden, dass die Ab- 
lesevorrichtung auf der anderen Seite des Läufers wiederholt 
wird, oder der ganze Rechenstab nur im Holz (nicht in der 
Theilung) soweit verlängert wird, dass die Feder erst aus der 
Nuth treten kann, wenn der Ablesestrich über den letzten Theil- 
strich hinausgeschoben ist. Der hierbei in Frage kommende 
Mehrverbrauch an Holz kann hier wohl keine Rolle spielen. 



— 53 — 

Zu empfehlen und entschieden den französischen Fabrikaten 
vorzuziehen sind die Yon Dennert & Pape in Altona aus Holz 
gefertigten Rechenstäbe, deren Theilungen auf weissem Zell^ 
hom (Celluloid) in dunklen Linien recht deutlich zu lesen sind. 
Sie erhalten ausserdem einen fein getheilten Metermaassstab, 
welcher zum Gebrauch beim Zeichnen als Anlegemaassstab sehr 
geeignet ist, und eine Vorrichtung, um Stichmaasse bis 0,5 m 
Länge bequem nehmen zu können. 

Auf die Verwendung des Rechenstabes beim eigentlichen 
Zeichnen, (abgesehen von dem rechnerischen Gebrauch bei 
Theilungen, Ermittelung der Gewichte von Lamellen für gra- 
phische Constructionen u. s. w.) wird in § 58 näher eingegangen. 

f 4:6. Die Pianimeter (Flächenmesser). 

Die Flächenmesser, deren sich der Zeichner bedient, wenn 
bei unregelmässigen Flächen die Ermittelung ihres Lihaltes 
durch zeichnerische Flächenverwandlung zu umständlich wird, 
zerfallen im Wesentlichen in zwei Hauptgruppen; die eine zer- 
legt die zu messende Fläche in parallele Streifen gleicher Höhe, 
deren Längen mit Hülfe einer besonderen Vorrichtung aufge- 
sunmit werden, die andere umfährt die Umrisse der Fläche und 
giebt mittels eines Zählapparates den Lihalt an. 

Da es den Rahmen der vorliegenden Schrift überschreiten 
würde, diese Instrumente eingehend zu beschreiben, so wird 
hiermit auf die so reiche Litteratur über diesen Stoff verwiesen 
und soll nur einzelner einfacher Apparate Erwähnung geschehen. 

Ein recht brauchbarer und nicht zu theurer Flächenmesser 
der ersten Gruppe ist der von Oldendorp construirte. Der- 
selbe besteht aus einem Rahmen mit parallelen, in gleichen Ab- 
ständen überspannten Seidenfäden, welcher über die betreffende 
Fläche gelegt wird. Li den vier Ecken befinden sich vier Ge- 
lenke, durch welche dem Rahmen eine rautenförmige Gestalt 
gegeben, und der Abstand der Fäden, dem Maassstab der Zeich- 
nung entsprechend, zu bequemer Rechnung geregelt werden 
kann. Die Längen werden dann mit einem besonderen Zirkel 
aneinandergetragen, der die Anzahl der Längeneinheiten mittels 
einer kleinen Zählvorrichtung angiebt. Näher beschrieben ist 
dieser Apparat in „Die praktische Geometrie* von H. Wolf er. 



— 54 — 

Ein nach demselben System von P.t. Erich sen erfundener 
Flächenmesser ist im Eüstenyermessungs-Amt der Vereinigten 
Staaten in Washington im Gebrauch und im Centralblatt der 
Bauverwaltung, 1884, Seite 431 beschrieben. 

Als zur zweiten Gruppe gehörig sollen nur der bekannte 
Polar planimeter von Amsler mit seinen Verbesserungen Yon 
A. Ott in Kempten und der mit einem Pantographensjstem 
ausgerüstete Flächenmesser für sehr kleine Flächen aus d^selben 
Werkstatt genannt werden, über welche sehr ausführlich im 
Centralblatt der Bauyerwaltung, 1887, S. 163 berichtet ist. 

Femer möge hier noch auf ein neues System dieser Ap- 
parate, welches auf dem Wesen der Integralcurve beruht, auf- 
merksam gemacht und auf das interessante Werk des Erfinders, 
Br. Abdank-Abakanowicz: Les Int^aphes la courbe 
Integrale et ses applications. Paris, Gauthier-Villars. 1886 ver- 
wiesen werden. 

Die Kosten aller genannten Instrumente sind nicht unerheb- 
lich, von ßauämtem wohl zu tragen, jedoch für den Einzelnen 
kaum erschwinglich. 

In jedem Falle thut schon ein Stück Pauspapier oder Lein- 
wand, in einen Papprahmen gespannt und mit parallelen Linien 
in gleichen Abständen versehen (auch geätzte Linien auf Glas- 
platten, welche sich nicht ziehen, dagegen allerdings beim Ab- 
greifen üngenauigkeiten veranlassen), gute Dienste. Die Längen 
werden dann mit einem gewöhnlichen Handzirkel addirt, und 
der Flächeninhalt durch eine kleine Rechnung ermittelt. 

§ 47. Perspektivische Apparate. 

Die Hilfsmittel zur bequemeren Herstellung perspektivischer 
Zeichnungen zerfallen in die Fluchtpunktschienen, welche das 
Zeichnen von Linien ermöglichen, die nach ausserhalb des 
Brettes liegenden Verschwindungspunkten gerichtet sind, und in 
die Perspektographen, welche direct ohne jede Nebenconstruction 
durch einfaches umfahren der Linien eines im Grundriss und 
Aufriss dargestellten Körpers das perspektivische Bild liefern. 

a) Die Fluehtpunktschienen. 

; Der grössten Verbreitung erfreut sich die vom Maler 
Streckfuss in Berlin erfundene Fluchtpunktschiene, welche 



— 55 — 

aus drei Linealen besteht, die um einen gemeinsamen Mittel- 
punkt drehbar sind. Man hat tum Gebrauch zwei derartige 
Instrumente nöthig, eine für rechts, eine für links liegende Ver- 
schwindungspunkte. 

Vom Professor L. Schupmann ist eine Aenderung an der 
Streckfuss'schen Schiene vorgenommen, durch welche das 
Schloss vereinfacht ist, dieselbe Schiene links und rechts ge- 
braucht werden kann, und der Preis fast um die Hälfte billiger 
geworden ist; dagegen hat die Schiene an Geauigkeit ein- 
gebüsst, weil die convergirenden Linien nicht wie bei der 
alten Streckfuss'schen Schiene genau durch den ausserhalb 
des Brettes liegenden Verschwindungspunkt gehen, sondern einen 
kleinen ihn umschreibenden Kreis tangiren. Den dadurch ent- 
stehenden Fehler gibt Schupmann zu höchstens ein Millimeter 
an und lässt ihn gegenüber den anderen Fehlerquellen nicht in 
Frage kommen, so lange der Divergenzwinkel der zu zeichnenden 
Linien 40** nicht überschreitet. Beschrieben ist diese Vorrichtung 
in der Deutschen Bauzeitung Jahrgang 1885, S. 228. 

Erwähnt werde hier, dass von Schroeder in Darmstadt 
das Schloss der Streckfuss'schen Schiene ohne Flügelschraube 
construirt wird, indem zur Feststellung bezw. Lösung des 
Schlosses zwei besondere Schlüssel angewendet werden. 

Näheres über die Theorie der Streckfuss'schen Schiene 
ist zu finden in dem § 33. f angeführten Aufsatze von Professor 
Ernst Fischer. 

Neben der Streckfuss'schen Schiene sind noch zu 
erwähnen die rahmenartig constniirten Fluchtpunktschienen 
vom Land - Bauinspektor von Niederstetter und Architekt 
Ernst Otto. 

Beachtung verdient auch der recht exact gearbeitete Apparat 
von Kranz, welcher in der Zeitschrift für Vermessungskunde 
beschrieben ist. 

b) Die Perspektographen. 

Der erste Perspektograph ist von G. Hauck in Berlin er- 
funden und genau in der Festschrift zur Einweihung der Kgl. 
Technischen Hochschule zu Berlin, ausserdem von Frangen- 
heim in der Deutschen Bauzeitung Jahrgang 1885 S. 201 be- 
schrieben. 



— 56 — 

Der Apparat besteht im Wesentlichen aus einem kinematisch 
verketteten Gestänge mit zwei Führungsstiften und einem 
Zeichenstift. Mit dem einen Führungsstift werden die Linien 
des Grundrisses, mit dem andern die des Aufrisses durchfahren, 
während der Zeichenstift die dazu gehörigen perspektivischen 
Linien zeichnet. Bei geraden Linien werden die beiden Führungs- 
stifte durch Lineale fest geführt, wodurch das perspektivische 
Bild ein bestimmtes Aussehen erhält, indem zitterige Striche 
nicht vorkommen können. Der neuerdings wesentlich vervoll- 
kommnete Apparat ist dem Mechaniker Karl Traiser in Darm- 
stadt zur Herstellung übergeben worden und kann von dort auf 
Bestellung bezogen werden. 

Der erste in den Handel gebrachte Apparat dieser Gattung 
ist der von H. Ritter construirte und von Ch. Schröeter & Co. 
in Frankfurt a. M. angefertigte, dessen Beschreibung im Central- 
blatt der Bau Verwaltung, Jahrgang 1884 S. 139 vorhanden ist. 
Das Wesentliche an dem Apparate sind zwei durch Schienen 
und Hebelwerke verbundene Stifte; mit dem einen derselben 
umfährt man freihändig den in verschiedenen Höhen geometrisch 
construirten Grundriss, während der zweite gleichzeitig die Per- 
spektive dieser Grundrisse in den richtigen Höhenlagen darstellt, 
welche nach einer vorher ermittelten Scala eingestellt werden 
müssen. Die Senkrechten sind dann mit der Hand besonders 
einzutragen. 

Beide Listrumente sind auch in umgekehrter Weise zu ver- 
wenden, indem durch Umfahren einer perspektivischen Zeich- 
nung der dazu gehörige Grundriss und Aufriss ermittelt werden 
können. 

§ 48. Der Landschaftsspiegel. 

Für Architekturaufnahmen ist noch der meist von Malern 
gebrauchte Landschaftsspiegel zu erwähnen. Es ist ein ein- 
facher guter Spiegel, der bequem in der Tasche zu tragen ist 
und für den Gebrauch an einem Baum oder an sonst einem 
geeigneten Gegenstand so aufgehängt wird, dass das aufzuneh- 
mende Bauwerk sich in demselben spiegelt. Er kommt haupt- 
sächlich dann zur Verwendung, wenn grelles Sonnenlicht dem 
Selieu hinderlich ist. Man kann dann bei der Anwendung des 



— 57 — 

Spiegels dem Sonnenlicht den Rücken kehren und unbehelligt 
nach dem Spiegelbilde arbeiten. 

§ 49. Die Camera lucida. 

Die Camera lucida, deren Theorie aus dem physikalischen 
Unterricht bekannt sein dürfte, dient dem Zeichner als bequemes 
Hülfsmittel für perspectivische Au&ahmen von baulichen Ob- 
jecten u. s. w. Ein entsprechend construirtes dreiseitiges Glas- 
prisma ist über einem Zeichenbogen an einem Stativ befestigt. 
Vermöge der dem Prisma gegebenen Winkel nehmen die ein- 
tretenden Lichtstrahlen, die von dem Objekt ausgehen, einen 
solchen Weg, dass der Zeichner dieselben von der Papierfläche 
kommend auffasst; er kann also nach dem Bilde mit grosser 
Schnelligkeit und Sicherheit seine Zeichnung fertigen. 

Von der Firma Schmidt &H an seh in Berlin, Stall- 
schreiberstr. 4 III., werden jetzt Apparate dieser Art gefertigt, 
welche das ältere System hinsichtlich des bequemen Arbfitens 
und der Klarheit des Bildes bei Weitem übertreffen und durch- 
aus zu empfehlen sind. 

§ 50. Die photographische Camera. 

Obgleich kein Zeichenapparat, aber doch ein Hülfsmittel für 
den Architekten, um auf schnelle und leichte Weise Aufiiahmen 
von Gebäuden im Grundriss und Aufriss darzustellen, sei hier 
noch die photographische Camera erwähnt. 

Die Photogrammetrie lehrt, wie mit gut construirten, leicht 
transportablen photographischen Apparaten, deren Platten mit 
bestimmten Marken zur Festlegung des Horizontes und des 
Hauptpunktes versehen werden, eia perspectivisches Bild er- 
halten wird, und wie aus diesem perspecti vischen Bilde die 
Abmessungen des Gegenstandes in wahrer Länge ermittelt, und 
hiernach die Grund- und Aufrisse bezw. Lagepläne aufgetragen 
werden. 

Welche Zeiterspamiss, welche Genauigkeit wird erreicht 
durch Anwendung der für photogi-ammetrische Zwecke her- 
gerichteten Camera in Verbindung mit einem Perspectographen! 
Gegenüber der mühseligen und oft gefährlichen Arbeit des 
directen Aufmessens der einzelnen Theile eines Bauwerkes, gegen- 



— 58 — 

über d^ zeitraubenden Arbeit des Auftragens auf das Papier 
giebt die photographische Camera ein perspeetiTisches Bild in 
fehlerloser Darstellung, trägt der Perspectograph auf das ge- 
naueste die Linien der Perspective in wahrer Länge auf und 
liefert den fertigen Grund- und AuMss. 



III. Absclmitt. 

Das Zeichnen. 



Einleitung. 

Als allgemeine Hauptregeln sind zu beachten, dass man 
alle Geräthschaften im besten Zustande erhält, z. B. nicht mit 
stumpfen Zirkel- oder Bleistift -Spitzen arbeitet, dass man sich 
daran gewöhne, die sämmtlichen Gegenstände, die man bei der 
Arbeit benutzt, in eine bestimmte Ordnung neben sich zu legen, 
um unnöthiges Suchen zu vermeiden und jeden Gegenstand so- 
fort greifen zu können; dass man langsam zeichne und von Zeit 
zu Zeit das bereits Aufgetragene controlire, um sich vor Fehlem 
im Abgreifen der Maasse zu sichern. 

Femer sei an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, 
dass es namentlich für den Anfänger, aber auch für jeden, der 
ein ihm unbekanntes Verfahren zum ersten Male anwenden will, 
dringend geboten ist, sich durch vorheriges Proben auf beson- 
derem Zeichenpapier von der praktischen Ausführung zu über- 
zeugen und sich eine gewisse Fertigkeit darin anzueignen; nie- 
mals aber darf sofort ohne die Gewissheit des Erfolges die 
Zeichnung selbst zum Prüfstein einer nicht geläufigen Methode 
gemacht werden. 

§ 51. Das Aufspannen des Zeichenbogens. 

Das Befestigen des Zeichenbogens mit Heftzwecken genügt 
vollständig, wenn die Zeichnung weder gewaschen noch getuscht 



— 59 — 

werden soll, und es ist sehr zu empfehlen, wenn bei derselben 
der Hauptwerth auf grosse Genauigkeit gelegt wird. 

Das Zeichenpapier ist so reichlich zu bemessen, dass die 
Zeichenfläche selbst mit einem Rande Yon 1—2 cm Breite um- 
geben ist, der die Heftzwecken aufzunehmen hat. 

Falls an schon fertigen und abgeschnittenen Zeichnungen 
noch Ausbesserungen vorgenommen werden sollen, schneide man 
kleine Quadrate, bedeutend grösser als die Köpfe der Reiss- 
zwecken, aus starkem Carton und ziehe diese auf die Reiss- 
zwecken ^ dann stecke man die Reissnägel dicht neben den 
Rand der Zeichnung in das Reissbrett ein. Auf diese Weise 
wird die Zeichnung geschont und doch genügend festgehalten. 

Zeichenbogen, welche farbig behandelt werden sollen, müssen 
unbedingt fest auf das Reissbrett gespannt werden, d. h. genässt 
und dann mit Leim aufgeklebt werden. 

Der aufzuspannende Zeichenbogen muss mit einem Rande, 
der zur Aufnahme des Leims dient, versehen sein. Die Breite 
desselben richtet sich nach der Grösse des Bogens; 1,5 cm für ^/g, 
2 cm für Vx Whatman dürften genügen. 

Man lege den Bogen mit seiner Rückseite, die Zeichenfläche 
nach oben gekehrt, auf das Brett und kniffe den Rand rings- 
herum nach oben hin um, dann wende man das Blatt und nässe 
dass Papier auf der nun oben liegenden Rückseite mit einem 
Schwamm an. Hierbei ist zu beachten, dass die Rückseite nur 
in Grösse der Zeichenfläche genässt werden darf, und die um- 
gebogenen Ränder durchaus trocken bleiben müssen, da sie sonst 
den Klebstoff nicht gut annehmen; auch darf das Annässen 
nicht übertrieben werden, da zu straff gespannte Bogen bei 
schnellem Temperaturwechsel leicht abspringen, sogar platzen, 
oder beim Abschneiden einreissen. (Für Zeichnungen, die später 
getuscht werden sollen, für farbige Dekorationen u. s. w. 
empfiehlt es sich, beide Seiten des Bogens gehörig zu nässen, 
da hierdurch das Papier für Annahme der Farbe empfänglicher 
wird. Viele Zeichner nässen den Bogen auch für Zeichnungen, 
die nicht farbig behandelt werden sollen, auf beiden Seiten.) 

Der die genässte Fläche umgebende Rand ist nun vor- 
sichtig mit Leim zu bestreichen. Hierbei hüte man sich na- 
mentlich davor, den Leim zu stark aufzutragen, da er sonst 
beim späteren Spannen vom Rande a,us nach innen unter die 



— 60 — 

Zeicbenfläche tritt und diese an das Brett klebt, ein Uebelstand, 
der beim Absebneiden reclit unangenehm zu Tage tritt. Sodann 
wende man den Bogen Yorsicbtig um, lege ihn auf das Brett 
genau an die für ihn bestimmte Stelle (zurechtrücken auf dem 
Brette giebt nur zu Unsauberkeiten Anlass), drücke die Ränder 
fest an und spanne je zwei gegenüberliegende Seiten gleich- 
zeitig und gleichmässig an. Man fährt dabei am besten, wenn 
man, die linke Hand am linken, die rechte am rechten Rand, die 
Daumen auf den Rand der Zeichnung legt, die übrigen vier 
Finger unter das Brett nimmt und dann mit den Daumen 
kräftig die Zeichnung spannt. Sollte sich während des Spannens 
der Rand an einer Stelle vom Brett lösen, so drücke man ihn 
mit einem starken Falzbein, der Schale des Taschenmessers oder 
einem Schlüssel durch wiederholtes üeberstreichen fest an; Be- 
festigen mit Heftzwecken ist durchaus zu yermeiden. Mit dem 
Spannen und Falzen fahre man so lange fort, bis der Bogen 
nicht mehr die Neigung zum Lösen hat. Bei Aufspannen sehr 
grosser Bogen empfiehlt es sich, die Hülfe eines Collegen in 
Anspruch zu nehmen. 

Von anderen Methoden sei erwähnt, dass es viele vorziehen, 
den Bogen sofort nach dem Nässen umzuwenden und dann erst 
den Leim aufzutragen, nachdem also der Bogen schon seine 
richtige Lage, aber noch mit umgeknifften Rändern erhalten hat. 
Der Hauptvortheil hierbei ist das leichtere Umwenden des un- 
geleimten Bogens. Femer ist anzuführen, dass manche Zeichner 
auch die Ränder mit anfeuchten, dann abtrocknen und recht 
starken Leim benutzen. Sie erreichen dadurch, dass beim Auf- 
kleben des Bogens nicht so ungleichmässige Spannungen ent- 
stehen und die Zeichnung sich nach dem Abschneiden nicht so 
stark verzieht. 

Recht bequem lässt sich der Bogen nach einem in der Zeit- 
schrift für Bauwesen 11. S. 544 mitgetheilten Verfahren auf- 
spannen. Man bestreiche einige Zeichenbogen auf dem Rande 
der Rückseite, ohne einzukniffen, mit gutem Leim, lasse den- 
selben trocknen und lege die Blätter bis zum Bedarf in eine 
Mappe. Der Leim behält jahrelang seine Bindekraft, und die 
Zeichenbogen können ohne lästiges Hin- und Herwenden auf der 
Rückseite genässt, umgekehrt und dann gespannt werden. 

Es ist nicht rathsam, einen aufgespannten Bogen un- 



~ 61 — 

beobachtet zu lassen, da oft noch längere Zeit nachher durch 
die während des Trocknens entstehenden Spannungen ein Los- 
lösen veranlasst, und die ganze Mühe hierdurch vergebens wird; 
auch gewaltsames Trocknen ist nicht zu empfehlen. 

Femer ist davon abzurathen, einen Mschen Bogen auf ein 
Brett zu spannen, welches noch die Ränder der letzten ab- 
geschnittenen Zeichnung trägt. Hierbei liegt der neue Bogen 
hohl, und die Zirkelspitzen verursachen grosse Löcher. Die auf- 
geklebten Ränder werden am schnellsten und schonendsten für 
das Reissbrett entfernt, indem man Wasser aufträufelt, darauf 
stehen lässt, die aufgeweichten Papierstreifen später abzieht und 
den Leim wegwäscht. 

Ein aufgespannter Bogen darf erst in Gebrauch genommen 
werden, nachdem er völlig getrocknet ist. 

Erwähnt werde noch, dass eine Zeichnung, welche auf auf- 
gezwecktem Papier begonnen ist und nachträglich colorirt werden 
soll, erst dann aufgespannt werden darf, nachdem sie völlig in 
Tusche ausgezogen ist, da sich beim Aufspannen sämmtliche 
Linien ändern, und ein Ausziehen dann nicht mehr möglich ist. 

§ 52. Die Wahl des Maassstabes und die Eintheilung 
der Zeichnung. 

Ehe eine Zeichnung begonnen wird, muss völlige Klarheit 
darüber herrschen, welche Theile des darzustellenden Gegen- 
standes, welche Grundrisse, welche Schnitte, welche Einzelheiten 
zu seiner deutlichen Vorstellung nothwendig sind. Hiemach ist 
bei einem vorgeschriebenen Maassstabe die Grösse des Zeichen- 
bogens zu bemessen, bei gleichzeitig vorgeschriebener Grösse 
des Zeichenbogens, die Anzahl der Blätter zu bestimmen. Ist 
die Wahl des Maassstabes frei gestellt, so richtet man den- 
selben nach der Grösse der zur Verfügung stehenden Zeichen- 
fläche ein. 

Bei einer Zeichnung, die auf Schönheit Anspruch machen 
soll, ist darauf zu achten, dass die Grösse des Maassstabes, die 
bezeichnete und die freie Fläche, die Stärke des Striches, die 
Zusammenstellung der Farben, der die ganze Zeichnung um- 
gebende freie Rand, die Grösse der Aufschrift und der Unter- 
schrift und das Bild des Maassstabes in einem das Auge har- 



— 62 — 

monisch berührenden Verhältniss stehen müssen. Es ist deshalb 
durchaus zu empfehlen, in kleinem Maassstabe, auf einem Quart- 
blatt etwa, eine Skizze anzufertigen, welche genau die Umrisse 
der einzelnen Figuren, den Raum für die Schrift u. s. w. enthält, 
also im Kleinen ein genaues Bild für die Anordnung der Zeich- 
nung giebt. Unterlässt man dieses und arbeitet mit einem nicht 
sorgfälltig überlegten Maassstabe darauf los, so wird man ent- 
weder eine hässliche Zeichnung erhalten oder, falls das Auge 
die Unschönheit rechtzeitig bemerkt, zu wiederholtem Weg- 
radiren und Aendem gezwungen werden. Für das am meisten 
gebräuchliche Zeichenformat eines halben Whatmann (der ganze 
Whatmann ist sowohl beim Zeichnen, als auch für späteres 
Handhaben unbequem) dürfte im allgemeinen folgende An- 
ordnung zutreffend sein. Man gebe der Zeichnung oben einen 
Rand von 6—8 cm, welcher zur Aufnahme der Hauptüberschrifb 
bestimmt ist, unten lasse man einen Rand von etwa 6 cm für 
Anbringung der Maassstäbe imd der Unterschrift; die Seiten- 
ränder erhalten eine genügende Breite Yon 4 cm. Die Stellung 
der yerschiedenen Figuren innerhalb dieses Rahmens wähle man 
80, dass die Zeichnung das Auge nicht unangenehm berührt, 
dass sie also nicht etwa an der einen Stelle gedrückt und über- 
laden, an der anderen leer und ärmlich erscheint. 

Die Zeichenfläche selbst, die abgeschnitten das gebräuch- 
liche Format haben muss, rahmt man zweckmässig mit kräfti- 
gen Bleistrichen ein, damit etwaige Strich- und Färb -Proben 
nicht auf die Zeichnung selbst fallen, sondern mit Sicherheit 
ausserhalb des Striches auf dem aufgeklebten Rande gemacht 
werden. 

§ 53. Das Auftragen. 

Für das Auftragen ist zunächst die Auswahl der passenden 
Bleistifthärten zu treffen. Die Bleistifte der meisten Fabriken 
werden entweder in fünf Härten, No. 1—5, oder zwölf Härten, 
mit Buchstaben bezeichnet, hergestellt. 

In Folgendem ist die fast allgemein übliche Deutung der 
Buchstaben und Nunmiem und ihre Gleichwerthigkeit angegeben: 
BBBBBB, extra weich und extra schwarz; 
B B B B, sehr weich und extra schwarz; 
BBB, sehr weich und sehr schwarz; 



— 63 — 

B B = No. 1, weich und sehr schwarz ; 

B, weich und schwarz; 

H B = No. 2, hart und schwarz; 

p = No. 3, mittel; 

H, hart; 

HH = No.4, hart; 

HHH, sehr hart; 

H H H H, = No. 5, sehr hart; 

HHH HHH, extra hart. 
Von den angeführten Graden kommen für technisches 
Zeichnen nur H B = No. 2, F =^ No. 3, H H = No. 4 in Betracht. 
Für Omamentzeichnen, Fa^aden u. s. w. ist vorzugsweise 
Nö. 2, ausnahmsweise No. 3 zu verwenden; für gewöhnliche 
Constructionszeichnungen ist No. 3 die richtige Härte, und No. 4 
nur bei kleinem Maassstabe zu gebrauchen; für graphische Err 
mittelungen, feldmesserische Zeichnungen u. s. w. ist imbedingt 
No. 4 zu wählen. 

Die für die betreffende Zeichnung nothwendigen Bleistifte 
sind mit deutlichen Marken zu versehen, so dass man sofort die 
richtige Nummer greift, ohne erst lesen zu müssen, und dann 
sorgfältig zu spitzen; letzteres ist sofort zu wiederholen, wenn 
die Spitze einen breiteren Strich, als zweckmässig, angiebt. 

Der Spitze giebt man die Gestalt eines Kegels, der genau 
centrisch zur Axe des Stiftes stehen muss. Für Constructions- 
zeichnen ist auch eine keilförmige Schneide in Gebrauch, deren 
Liebhaber die Erspamiss an Material, einen sicheren Strich und 
das seltenere Anspitzen (da eine Schneide länger scharf bleibt, 
als eine Spitze) als ihre Vortheile anführen; jedoch gehörl; eine 
eigene üebung dazu, um mit keilförmig geschärften Spitzen 
wirklich gerade Linien zu erzielen. Unbedingt aber ist die Keil- 
form für den Bleifedereinsatz des Einsatzzirkels anzuwenden, 
da man nur so vollständig geschlossene Kreise erhält. In 
allen Fällen darf die Spitze nicht zu schlank sein, da sie sonst 
leicht bricht. 

Beim Ziehen der Linien vermeide man sorgfältig ein un- 
nöthiges Aufdrücken, wodurch hässliche Schrammen im Papier 
entstehen. Um einzelne, falsch gezogene Linien wegradiren zu 
können, ohne die Umgebung zu sehr zu verletzen, ist es zu 



— 64 — 

rathen, eich kleine, keilförmige Gummistücke zu schneiden und 
mit diesen die betreffenden Linien zu entfernen. 

Zweckmässig ist es, den Maassstab der Zeichnung gleich zu 
Anfang auf dem Bogen aufzutragen, auszuziehen und sodann 
für das Auftragen zu benutzen. Ein solcher Maassstab wird 
am genauesten, wenn man die Theilstriche eines Anlegemaass- 
Stabes, von dessen Richtigkeit man überzeugt ist, mit der Punktir- 
nadel auf die Zeichnung überträgt. Für Zeichnungen aus dem 
Gebiete des Ingenieurwesens, die grosse Genauigkeit yerlangen, 
ist ein Transversalmmaassstab zu empfehlen, der möglichst so 
einzurichten ist, dass die kleinsten aufzutragenden Maasse mit 
Sicherheit ohne Schätzung abgegriffen werden können. 

Zu beachten, namentlich von Ahföngem, ist, dass die 
Zeichenfläche niemals mit der Hand berührt werde, da die hier- 
bei entstehenden Flecke kaum zu beseitigen sind; alle Unrein- 
heiten, namentlich Gummiüberbleibsel, sind sofort, aber nur mit 
dem Handfeger oder einem ähnlichen Hülfsmittel zu entfernen. 

Man gewöhne sich. Schiene und Dreiecke, namentlich solche 
aus Hartgummi, vor dem Gebrauch stets sauber abzuwischen, 
und den Schienenkopf stets an der linken Reissbrettkante zu 
führen; die Dreiecke zum Zeichnen der Verticalen sind so zu 
legen, dass sich die Ziehkante stets auf einer Seite, am Yor- 
theilhaftesten links befindet. Durch letztere Vorsichtsmaass- 
regeln gelingt es, auch dann noch leidliche Zeichnungen zu er- 
halten, wenn die Zunge der Schiene nicht senkrecht zum Kopfe 
steht, oder der Winkel des Dreieckes kein rechter ist, da der 
Fehler dann bei allen Horizontalen bezw. allen Verticalen immer 
derselbe ist und möglichst wenig in die Augen springt. 

Ungenauigkeiten der Reissbrettkante sind am störendsten 
beim Ziehen der Verticalen; man kann auch hierbei die Fehler 
möglichst vermeiden, indem man sich eine Wagerechte anmerkt 
und beim Zeichnen der Verticalen die Schiene stets an diese 
nämliche Wagerechte legt. 

Das Wackeln des Schienenkopfes an der Reissbrettkante 
(ein sehr empfindlicher Fehler) lässt sich vorübergehend leicht 
dadurch beseitigen , dass man einen Papierbügel von ent- 
sprechender Stärke um die betreffende Stelle des Kopfes legt 

Für das Anfertigen von Skizzen empfiehlt sich sehr die Be- 
nutzung von Schienen und Dreiecken, die mit Maassstab ver- 



— 65 — 

sehen sind, wodurch der Zurkel fast entbehrlich wird, und jede 
Linie direct in der erforderlichen Länge gezeichnet werden kann. 

Bei genauen Zeichnungen ist jedes Maass mit dem Hand- 
zirkel von dem Maassstab abzugreifen und auf einer vorher ge- 
zogenen Linie aufzutragen. Sehr lästig ist hierbei, dass man 
wie es wenigstens Regel ist, Zirkel und Zeichenstift in einer 
Hand, der rechten, führt; dadurch wird man gezwungen, ab- 
wechselnd jeden der Gegenstände hinzulegen und wieder auf- 
zuheben, eine zeitraubende und den Spitzen des Zirkels und des 
Bleistiftes gefährliche Arbeitsweise. 

Vermeiden lässt sich dieses dadurch, dass man vom ersten 
Strich an, den man zeichnet, sich daran gewöhnt, die Schiene 
zwischen dem zweiten und dritten Finger der linken Hand zu 
führen, während der Zirkel zwischen Daumen und Zeigefinger 
derselben Hand gehalten wird. Das Abgreifen und Auftragen 
erfolgt dann mit der linken Hand, die schon den Zirkel hält; 
mit der Führung der Schiene hat die linke Hand während dieser 
Zeit nichts zu thun. Der Zeichenstift kann dann stets mit der 
rechten gehalten und geführt werden, ohne dass man ihn nieder- 
zulegen braucht. 

Li neuerer Zeit werden vielfach Zirkel mit sogenanntem 
Vasenkopf in den Handel gebracht, dessen Zweck eigentlich 
nicht zu ersehen ist, da er die Handhabung des Zirkels nur 
erschwert. 

Wenn möglich, vermeide man es mit grossen, ungeschickten 
Dreiecken zu zeichnen; nur bei Nivellements, graphostatischen 
Constructionen und Detailzeichnungen sind sie angebracht. Auch 
sind ausgeschnittene Dreiecke stets den vollen vorzuziehen, da 
sie den Fingern mehr Angriffspirnkte bieten und hierdurch 
leichter zu regieren sind. 

Häufig vorkommende Maasse, Axenweiten, Mauerstärken, 
Schrauben- und Niet-Durchmesser u. s. w. werden zweckmässig 
mit dem Haarzirkel festgehalten oder, falls es mehrere sind, 
am Rande mit Vermerk aufgetragen; sie können dann jeden 
Augenblick schnell ohne Maassstab entnommen werden. Hier- 
bei wird auf die in den §§ 36 und 86 beschriebenen Listru- 
mente, Mauermaasse und Schichtentheiler, verwiesen. 

Das Auftragen einer grösseren Länge, in der bestimmte 
Strecken, als Spaainweiten, Abstände dej: Axen, Geländer- 

''* t '-»' ' -^ , /^ 

('. •■•■-^ ^ -■ ■ ^ ), 



— 66 — 

theilungen und Stationen regelmässig wiederkehren, geschieht 
am genauesten, wenn zuerst die ganze Länge aufgetragen wird,, 
und dann innerhalb derselben die Theilung erfolgt. Hierdurch 
wird das sonst leicht eintretende Summiren kleiner Fehler y er- 
mieden. Beim üebertragen von Maassen aus einer Zeichnung 
in die andere, z. B. bei Anfertigung von Grundrissen in ver- 
schiedenen Stockwerken, beim Projiciren für Herstellung von 
Schnitten, ist es recht vortheiihaft, diese Maasse nicht mit dem 
Zirkel abzugreifen, sondern sie auf einem angelegten Papier- 
streifen zu markiren, diesen auf die neue Zeichnung zu legen 
und darnach die Maasse zu übertragen. 

Das Zeichnen von Winkeln lässt sich ausser mit den in § 39 
erwähnten Vorrichtungen vielleicht mit noch grösserer Genauig- 
keit dadurch erreichen, dass man das Tangentenverhältniss des 
betreffenden Winkels aufträgt und zwar derart, dass die hierzu 
benuzten Linien so lang gewählt werden, als es die Zeichnung 
irgend erlaubt. 

Für den Gebrauch des Theilzirkels ist noch zu erwähnen, 
dass bei Theilung einer Länge in sehr kleine Theile auch auf 
die Führung des Zirkels sehr geachtet werden muss. Schon 
ein veränderlicher Druck beim Einsetzen der Spitzen lässt ün- 
genauigkeiten entstehen, um die vielen durch wiederholtes 
Probiren hervorgebrachten Löcher der Zirkelspitzen zu ver- 
meiden, nimmt man diese Theilung nicht auf der Zeichenfläche 
selbst, sondern an anderer Stelle, am Rande vielleicht, vor. 

Sind mehrere Kreise aus einem Mittelpunkt zu zeichnen, so 
lässt sich das Ausleiern dieses Punktes dadurch verhindern, 
dass man eine kleine Reisszwecke mit einer Vertiefung auf dem 
Kopf zum Einsetzen der Zirkelspitze (bei Clement in Berlin 
zu erhalten) in den Mittelpunkt setzt oder kleine durchsichtige, 
mit spitzen Stahlfüssen versehene, Hom oder Gelatine-Plättchen 
unterschiebt. 

Für sehr genaue Zeichnungen, namentlich graphostatische 
und für Bahnhofspläne empfiehlt es sich, die Punkte nicht 
durch Bleistiftklexe zu bezeichnen, sondern mit einem kleinen 
Kreise zu umgeben, und die Bleistiftlinien an diesen nur heran- 
zuziehen, sie aber nicht durch den Punkt selbst zu führen, da 
letzterer hierdurch an Schärfe verliert. 



-- 67 — 

Beachtung verdient eine Methode des Auftragens, welche 
namentlich für schwach sehende Personen und bei Anfertigung 
sehr kleiner und genauer Zeichnungen zu empfehlen ist. Die* 
selbe ist von dem Oesterreichischen Oberingenieur Mathias 
Schwartz in seinem Werkchen: „Das genaue, schnelle und 
leichte technische Zeichnen auf Grund der vielfachen Längen 
der Zeichnungslinien" (Neusohl, 1887) beschrieben und in der 
Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten- 
Vereins, Xn. Jahrg. Wien. No. 6. S. 47 besprochen. 

Die Methode beruht im Wesentlichen auf Folgendem. Ver- 
schiebt man ein rechtwinkliges Dreieck, indem man die Hypo- 
tenuse desselben an einem Lineal gleiten lässt, um eine be- 
stimmte Länge, so wird die Kathete des Dreiecks auf einer 
vorher gezogenen Linie eine kleinere, dem in dem Dreiecke 
vorhandenen Verhältniss seiner Winkel entsprechende Länge ab- 
schneiden. 

Es leuchtet ein, dass diese Länge schneller und genauer 
erhalten wird, als wenn man sich des gewöhnlichen Verfahrens 
mit Zirkel und Maassstab bedient. 

Herr Schwartz hat hiemach zu einem massigen Preise 
Dreiecke und Lineale mit Nonius-Vorrichtung herstellen lassen, 
mit denen er im Stande ist, in schneller und genauer Weise, 
Linien und Winkel aufzutragen und zu theilen, Parallelen zu 
ziehen, Flächen zu berechnen und umzuwandeln. 

Die Apparate und das Schriftchen sind von Herrn Schwartz 
direct zu beziehen. 

Für das schnelle Auftragen von Gebäude -Grundrissen mit 
mehreren Stockwerken sei verwiesen auf einen Aufsatz im Cen- 
tralblatt der Bauverwaltung 1887 No. 41 S. 391 ff.: „Die Scha- 
blone als Hülfsmittel beim technischen Zeichnen" und auf eine 
Notiz in demselben Jahrgang des genannten Blattes No. 42 
S. 406: „Hülfsmittel beim Zeichnen von Bauplänen^. 



§ 54. Das Ausziehen. 

Nachdem die Zeichnung in Blei vollständig fertiggestellt ist 
{nachträgliches Auftragen hält sehr auf) kann das Ausziehen 
beginnen. 

5« 



— 68 — 

Zunächst ist die chinesische Tusche einzureiben. Hierbei 
darf nicht zuviel Wasser genommen werden, da dieses sonst die 
Theile ausserhalb der Reibfläche bespült und aufweicht, und 
hierdurch Stücke und Flocken in die eingeriebene Tusche ge- 
langen, welche beim späteren Anlegen auslaufen. Vortheilhafber 
ist es, die Tusche recht dick einzureiben und nach Bedarf zu 
verdünnen. 

Nach dem Gebrauch muss das benutzte Stück Tusche mit 
recht glattem Schreibpapier sorgfältig abgewischt werden, um 
ebenfalls den eben angeführten Uebelstand des Auslaufens beim 
nächsten Gebrauch zu verhüten. 

Einer Tusche, welche Neigung zum Auslaufen hat, kann 
durch Zusatz von Ochsengalle, Essig oder chromsaurem Kali 
diese Eigenschaft genommen werden; jedoch ist zu bemerken, 
dass die beiden letzteren Zuthaten die Ziehfeder angreifen, und 
dass bei dem Gebrauch des Kali die gezogenen Striche nach 
völligem Trocknen tüchtig mit reinem Wasser abgespült werden 
müssen, da sie sonst später gelb werden. 

Flüssige Tusche ist vor dem Gebrauch tüchtig umzuschüt- 
tein. Für das Ausziehen wird die Tusche entweder mit einer 
besonderen Feder in die Ziehfeder gebracht, wobei man aber 
vermeide, mit den Spitzen in Berührung zu kommen, oder sie 
wird direct mit der Ziehfeder aufgenommen. Im letzteren Falle 
muss aber die etwa aussen an den Backen sitzende Tusche mit 
einem Lappen, der stets zur Hand sein muss und am besten 
mit einem Reissnagel am Zeichentischrand befestigt wird, ent- 
fernt werden. 

Vor dem Beginn des Ausziehens ist mit der Ziehfeder eine 
Probe auf Strichbreite und Dunkelheit der Tusche vorzunehmen. 

Die Breite der Striche wird in der Regel nach dem Maass- 
stabe zu bemessen sein und darf nicht zu gering gewählt werden. 
Von der bis Mitte der sechziger Jahre durchweg beliebten ausser- 
ordentlichen Feinheit der Striche ist man vollständig abge- 
kommen; man verwendet jetzt lieber kräftige Striche, schreibt 
dafür aber Maasse in sehr ausgedehntem umfange ein. 

Die Schwärze der Tusche richtet sich nach der Strichbreite 
insofern, als gewöhnlich für feinere Striche dunkle, für breitere 
blasse Tusche gewählt wird. Der Ingenieur zeichnet meistens 
einen scharfen, tief schwarzen Strich von mittlerer Stärke, dem 



- 69 — 

er oft durch Zusatz yon etwas Gummi arabicum Glanz yerleiht, 
falls die Tusche nicht schon an sich glänzt; der Architekt hin- 
gegen liebt mehr einen breiten, weichen und stumpfen Strich 
mit blasser Tusche und braucht gern solche Tuschen, die einen 
bläulichen oder besser bräunlichen Schimmer haben. 

Für mathematische Zeichnungen ist zu beachten, dass her- 
Yortretende Linien yoll, besonders betonte mit breiterem Strich 
ausgezogen, und zurücktretende punktirt gezeichnet werden, 
dass aber sämmtliche Linien in scharfem, schwarzem Strich zu 
zeichnen sind. Bei yerwickelten Zeichnungen dieser Art werden 
dann farbige Ausziehtuschen zu Hülfe genommen. 

Die Ziehfeder steht während der Ziehens am besten senk- 
recht zur Zeichenüäche, um gleichmässige Abnutzung zu erzielen, 
und die Spitze in einem gewissen Abstände yon der betreffenden 
Ziehkante. Würde man die Spitze der Feder dicht gegen die 
Ziehkante drücken, so würde der Strich eine imregelmässige 
Breite erhalten, da die Wangen an der Spitze nicht stark genug 
sind, um dem bald stärkeren, bald schwächeren Druck Wider- 
stand zu leisten. Ausgezackte, unsaubere Striche entstehen da- 
durch, dass die Ziehfederaxe in einer Ebene gehalten wird, 
welche nicht senkrecht zur Zeichenebene ist. 

Punktirte Linien sind, wenn sie später übertuscht werden 
sollen, möglichst dünn auszuziehen oder yorläufig ganz weg- 
zulassen und erst nach dem Anlegen stärker auszuziehen, be- 
ziehungsweise erst dann einzuzeichnen; man yerhütet hierdurch 
das die Zeichnung so entstellende Auslaufen der kurzen Striche, 
welches selbst bei der besten Tusche kaum ausbleibt. 

Beim Ausziehen yon Kreisen mit dem Einsatz- oder Stangen- 
Zirkel ist streng darauf zu achten, dass bei Benutzung der yor- 
handenen Gelenke sowohl die Spitze im Mittelpunkt, als auch 
die Ziehfeder senkrecht zur Zeichenfläche stehen. Bei grossen 
Radien empfiehlt es sich, mit der einen Hand den Mittelpunkt 
zu stützen und mit der anderen die Ziehfeder leicht zu führen, 
wobei besonders ein Federn des Zirkels zu yermeiden ist. Grosse 
Sorgfalt ist darauf zu yerwenden, dass der Kreis genau schliesst, 
und nicht etwa die Stelle, an welcher begonnen wurde, zu er- 
kennen ist. 

Wenn an Kreisstücke tangentiale Linien zu ziehen sind, 
z. B. bei Fenstern mit Rundbogen, so zeichne man zuerst den 



— 70 — 

Kreis und dann die beiden Linien, weil umgekehrt es selbst bei 
grösster Genauigkeit nicht zu erreichen ist, dass der Ejreis die 
beiden Jjinien trifft. 

Fürchtet man bei schnellem Arbeiten frisch gezogene, na- 
mentlich breite Striche durch Auflegen des Dreiecks oder der 
Schiene zu verwischen, und wünscht man doch rasch yorwärts 
zu kommen, so verhindert ein unter das Ende der Schiene oder 
die Spitze des Dreiecks geschobener Bleistift oder eingedrückte 
Heftzwecken dieses Uebel, indem die gehobenen Theile bei der 
Portbewegung die noch nassen Striche nicht berühren. 

Das Ausziehen von Curven am Curvenlineal ist eine sehr 
mühsame und zeitraubende Arbeit, wenn die Curve wirklich 
sauber und ohne Knick hergestellt werden soll. Alle Theile 
müssen vorher sorgfältig auf dem Lineal gesucht und auf ihren 
üebergang geprüft werden. Viele Zeichner ziehen es vor, die 
Curve in Bleifeder gut vorzuziehen und dann mit der Zeichen- 
feder auszuziehen, wobei sie meistens in ganz kleinen Strichen, 
sich immer wieder dem Charakter der Curve anschmiegend, 
vorwärts gehen. Sehr geübte Zeichner mit recht sicherer Hand 
ziehen auch in Blei vorgezogene Curven aus freier Hand mit 
einer Ziehfeder mit runder, weicher Spitze aus, ein Verfahren, 
welches aber Anfängern nicht zu rathen ist. 

Für die Behandlung der Ziehfeder ist noch zu bemerken, 
dass man in derselben niemals Tusche eintrocknen lassen darf, 
dass man letztere vielmehr ohne Pause aufbrauchen oder durch 
zwischen die Spitzen geschobene Papierstreifen entfernen muss. 
üeberhaupt ist öfteres, frisches Füllen der Feder während der 
Dauer des Ausziehens sehr zu empfehlen. 

Wenn die Ziehfeder versagt, d. h. nicht anziehen will, trotz- 
dem sie gefüllt ist, so braucht man die äusserste Spitze der- 
selben nur mit Wasser in Berührung zu bringen, oder einen 
Strich auf einem Finger der linken Hand zu thun; die Feder 
wird dann sofort wieder ziehen. 

Nach dem Gebrauch muss die Feder gänzlich von Tusche 
gereinigt werden. Für die Gärtner 'sehen Ziehfedern empfiehlt 
es sich, zur Schonung der Spitzen ein Stückchen Zeichenpapier 
einzuschieben, ehe man sie weglegt. 



— 71 — 
§ 55. Das Coioriren. 

Ehe die farbige Behandlung einer Zeichnung begonnen wirft, 
muss dieselbe yoUständig ausgezogen sein, auch muss völlige 
Klarheit über die anzulegenden Flächen und über die Wahl der 
Farben herrschen. 

Letztere muss sehr überlegt werden. Je grösser der Maass- 
Stab ist, desto kräftiger können auch im Allgemeinen die Far- 
bentöne werden. Schnitte müssen dunkler als Ansichten ge- 
halten werden, können jedoch einen matten Ton erhalten, wenn 
letztere farblos bleiben. 

Beim Anlegen werden natürlich die bereits mit Tusche ge- 
zogenen Striche wieder feucht; sie werden daher, falls die 
Tusche nicht absolut , steht*, auslaufen und sich mit der Farbe 
zu einem unsauberen Ton mischen. 

Ist man seines Materials nicht völlig sicher, so wasche man 
die Zeichnung vorsichtig mit einem weichen Schwamm so lange 
ab, bis kein Auflösen der Tusche mehr erfolgt; hierbei müssen 
jedoch die überflüssigen Bleistiftstriche vorher sorgfältig mit 
dem Gummi entfernt worden sein, da sie, einmal mit Wasser 
getränkt, nur noch schwer zu beseitigen sind. 

Das Abwaschen der Zeichnung giebt derselben ein recht 
sauberes und klares Aussehen, zieht aber den üebelstand nach 
sich, dass die Striche, namentlich bei Ingenieurzeichnimgen, 
noch einmal nachgezogen werden müssen (natürlich nach dem 
Anlegen), um die Zeichnung in der nothwendigen Schärfe und 
Klarheit wirken zu lassen. Die Stellen des Zeichenpapiers, die 
durch Radiren namentlich mit dem Messer oder scharfem 
Gummi stark angegriffen sind, verursachen leicht Flecke beim 
Tuschen. Verhindert wird dies fast gänzlich dadurch, dass 
man dieselben vor dem Anlegen mit in Wasser gelöstem Alaun- 
pulver bestreicht. 

Zweckmässig ist es, gleich die sämmtlichen Farben, welche 
für eine Zeichnung gebraucht werden, einzureiben. Hierbei ist 
das Hauptaugenmerk darauf zu richten, dass die Farben mög- 
lichst zertheilt werden, und keine Stücke in den Napf gelangen. 
Sollte letzteres trotz aller Vorsicht, Einreiben auf dem Finger, 
Abnehmen mit dem Pinsel, doch geschehen, so lässt man die 
Farbe sich setzen und giesst den oberen Theil vorsichtig in 



— 72 — 

einen anderen Napf ab. Gemische Farben müssen yor jedes- 
maligem Eintauchen umgerührt werden, da die Farben wegen 
ungleicher Schwere sich ungleichmässig setzen und den* Ton 
dann ändern. Jede Farbe, natürlich mit Ausnahme der feuchten 
Aquarellfarben, muss nach dem Gebrauch sofort auf einem 
glatten Stück Papier (nicht Fliesspapier, das leicht fnselt und 
die Farben yerunreinigt) so oft sanfb aufgedrückt werden, als 
sie noch Abdrücke auf demselben zurücklässt, da sonst ein 
Aufplatzen und nachheriges Bröckeln zu befürchten ist. Diese 
scheinbare Verschwendung ist in der That eine Sparsamkeit. 

Die Stärke der Farbentöne muss auf einem Stück Zeichen- 
papier von derselben Beschaffenheit wie der Zeichenbogen ge- 
prüft werden (ist die Zeichnung gewaschen, auch auf ge- 
waschenem Papier), und es ist so lange Wasser oder Farbe 
zuzusetzen, bis das Auge befriedigt ist, besonders in der Ab- 
stimmung der Töne. 

Nachdem die überflüssigen Zeichengeräthe entfernt und alle 
Tuschmaterialien, wie die Näpfe mit eingeriebener Farbe, Tusch- 
pinsel, Verwaschpinsel, Fliesspapier in ausreichender Menge, 
Schwämme und zwei Tuschgläser zur Stelle sind, kann man 
mit dem Tuschen beginnen. 

Es ist zweckmässig, hierbei folgende Regeln zu befolgen: 

Man gebrauche stets dasselbe Glas für reines Wasser und 
stets dasselbe zum Ausspülen der Pinsel und stelle jedes stets 
auf denselben Platz, damit man sich an ihren Ort gewöhnt, was 
sehr zweckmässig ist, da beim Tuschen nicht viel Zeit zu ver- 
lieren ist, und ein einmaliger Irrthum in den Wassergläsern 
recht unangenehme Folgen haben kann. Ferner brauche man 
nur zweiseitige Pinsel, deren eine Seite nur für die Farben, 
deren andere nur für reines Wasser bestimmt ist. Letztere ist 
stets massig mit Wasser gefüllt zu halten, so zwar, dass sie bei 
schneller Bewegung nicht tropft, aber doch jeden Augenblick 
zur Aufnahme eines unangenehmen Mehr von Farbe bereit ist. 

Jede eingeriebene Farbe ist vor dem Gebrauch jedesmal 
8orgfö.ltig mit dem Pinsel umzurühren. Der Pinsel muss stets 
voll und ganz mit Farbe gesättigt sein; man muss sich be- 
mühen, bei jedem Eintauchen stets dasselbe Maass der Sättigung 
durch Abtupfen auf Fliesspapier, Abstreichen des Pinsels auf 
dem Rand des Tuschnapfes oder durch Ausschwenken wieder 



— 73 — 

zu erhalten und darf den Pinsel nicht zu trocken werden lassen, 
sondern muss ihn lieber häufiger füllen. 

Bei kleinen Flächen ist ein vorheriges Nässen meistens nicht 
nöthig, und können die Farben gleich in der richtigen Stärke 
aufgetragen werden, wenigstens die, welche sich hierzu eignen, 
und welche man sehr bald aus seinen Farben herausfindet. Für 
die verdächtigen empfiehlt sich dringend wiederholtes Ueber- 
legen. Die Breite des Pinsels ist möglichst auszunutzen und die 
Pinselführung so einzurichten, dass die kleineren Flächen mit 
einem Striche gedeckt werden. Es gehört hierzu aber üebung, 
da der Druck ganz gleichmässig sein muss, um ein Uebertuschen 
oder ein Weissbleiben zu verhüten. An der Stelle, an welcher 
der Pinsel eine angelegte Fläche verlässt, entsteht fast regel- 
mässig ein dunkler Fleck, der sofort mit dem Wasserpinsel auf- 
genommen werden muss. Erscheint die ganze Fläche fieckig, so 
muss sie schnell, so lange sie noch feucht ist, mit Fliesspapier 
abgezogen werden, wodurch der Schaden meistens gehoben wird. 

Das Anlegen von grösseren Flächen, von etwa 1 qdm an, 
erfordert grosse Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit, besonders 
dann, wenn die anzulegende Fläche sehr gegliedert ist. Man 
wähle hierfür nur solche Farben, deren Sicherheit in Bezug auf 
fieckenloses Anlegen man erprobt hat und ziehe es vor, die ge- 
wünschte Stärke des Tones durch wiederholtes Anlegen mit 
schwachen Tönen zu erreichen. 

Bedeutend erleichtert wird das Anlegen dadurch, dass man 
die Fläche vorher mit dem Wasserpinsel anfeuchtet und mit 
Fliesspapier trocknet, worauf das Papier die Farbe gleich- 
massiger annimmt. Bei stark gegliederten Flächen, die ohne 
Unterbrechung angelegt werden, wird man häufig gezwungen, 
an drei und mehr verschiedenen Steilen zu tuschen, die Farben 
herunterzuziehen, feucht stehen zu lassen und dann schnell an 
eine andere Stelle zu gehen. Hierbei ereignet es sich sehr 
leicht, dass die Farbe sich irgendwo setzt oder gar antrocknet, 
wodurch ein entstellender Fleck oder Rand entsteht. Dies lässt 
sich in einfacher Weise vermeiden, indem man die Fläche, ihrer 
Gliederung angepasst, in einzelne Theile zerlegt, diese nach- 
einander anlegt und zwischen ihnen einen ganz schmalen weissen 
Streifen, in höchstens Strichbreite, stehen lässt. Derselbe ist 



— 74 — 

kaum sichtbar, kann aber auch durch Retouchiren yöUig un- 
merkbar gemacht werden. 

Erwähnt sei hier, dass es zwei Methoden des Anlegens 
giebt, die nasse, wohl die yerbreitetere, und die trockene. Mit 
beiden lässt sich bei gehöriger Uebung dasselbe erreichen. Die 
Anhänger der ersteren feuchten das Papier stark an, bringen 
dann so viel Farbe auf, dass gewissermassen ein gleichmässiges 
üeberschwemmen des Papiers eintritt, und dasselbe vollständig 
wellig wird, und lassen den Pinsel nur für die gleichmässige 
Vertheilung sorgen. Die Liebhaber des trockenen Verfahrens 
feuchten das Papier nicht an, sondern tragen die Farben sofort 
mit dem massig gesättigten Pinsel, auf dessen gleichmässige 
Füllung streng geachtet wird, auf die Fläche in gleichmässig 
breiten, endlosen, schlangenförmigen Strichen und mit grosser 
Schnelligkeit. Hierbei ist eine Unterbrechung auch nur auf 
Sekunden streng zu vermeiden, denn es entsteht sofort ein 
Fleck, während das nasse Verfahren ein zeitweiliges Aufhören 
ohne Nachtheil gestattet. 

Der Hauptvortheil der trockenen Methode ist der, dass bei 
wiederholtem Anlegen nicht die Zeit verloren geht, während 
welcher bei dem nassen Verfahren das Trocknen der eben ge- 
tuschten Fläche abgewartet werden muss. 

Fleckige oder zu dunkel geratbene Flächen können durch 
wiederholtes Verwaschen mit dem Verwaschpinsel und Auf- 
legen von Fliesspapier von diesen Fehlern befreit werden; auch 
vorsichtiges Radiren mit weichem Gummi führt zum Ziel. 

Völlig missrathene Flächen entferne man mit dem Schwamm^ 
aber vorsichtig, so dass kein Loslösen der Papiertheilchen statt- 
findet. 

Wenn einzelne Theile der 2ieichnung durch Schattenwirkung 
deutlicher gemacht werden sollen, ist, nachdem die Zeichnung 
ausgezogen ist, der Schatten zu construiren, bei schwierigeren 
Fällen auf einem besonderen Blatte, und sind seine Grenzen in 
feinen Bleistiftlinien zu fixiren. 

Um in richtiger und schneller Weise die Eigenschaften 
runder Körper auch bei kleinen Maassstäben wirkungsvoll an- 
geben zu können, empfiehlt es sich für jeden Zeichner, auf 
einem besonderen Blatte den Schatten, welcher bei unter 46^ 
(der gewöhnlichen Annahme) einfallenden Lichtstrahlen entsteht, 



— 75 — 

für die hauptsächlichsten Körper, wie Cy linder, Kugel, Kegel 
und Ring, genau in Isophoten zu construiren und durch Anlegen 
deutlich zu machen. Ein Blick auf diese Bilder wird ihn dann 
stets in den Stand setzen, in richtiger Weise die Schatten an- 
zugeben. 

Der Schatten selbst wird durch Absetzen der Töne oder 
durch Verwaschen dargestellt. 

Im ersteren Falle wird zuerst die ganze Fläche mit dem 
betreffenden Farbenton angelegt, beim zweiten Male nur ein 
•Theil derselben, dem Gesetze der Lichtwirkung folgend, um 
eine bestimmte Entfernung abgesetzt und so wird fortgefahren, 
bis die beabsichtigte Wirkung durch die verschiedenen Ton- 
stärken erreicht ist. 

Im zweiten Falle beginnt man an der hellsten oder dunkelsten 
Stelle mit einem Tone zu tuschen, den man durch Zusatz immer 
kräftiger werdender Farbe dunkler, bezw. durch Wasserzusatz 
heller werden lässt. Diese Art der Darstellung erfordert sehr 
grosse Gewandtheit, während auch der Anfänger mit der ersteren 
mit Sicherheit gute Resultate erzielt. 

Es soll nicht unterlassen werden, an dieser Stelle der in 
Deutschland patentirten, trocknen „chromatischen Tuschir- Me- 
thode" von Professor T. B. G ünzberg, Berlin, Friedrichstr. 1631, 
zu erwähnen, die sich recht günstiger Beurtheilung unserer Fach- 
Autoritäten zu erfreuen hat und in Deutschland, Oesterreich, 
Russland an technischen Hochschulen, Militär- Akademien u. s. w. 
gelehrt worden ist. 

Der Erfinder bedient sich bei seiner Methode eigens prä- 
parirter Farben und besonderer, sinnreich construirter Pinsel, 
wodurch es ermöglicht wird, mit demselben Farbenton die ge- 
gebenen Flächen heller oder dunkler anzulegen. Die grössten 
Flächen lassen sich völlig fleckenfrei und gleichmässig in kürzester 
•Zeit auch auf nicht aufgespanntem Zeichenpapier anlegen und 
durch Einstellen des Pinsels mühelos abschattiren. Die Farben 
sind waschecht, aber leicht durch Gummi zu beseitigen. Licht- 
aussparungen können mühelos durch Ueberpinseln derselben mit 
einer Tinctur, die nach dem Anlegen durch Wasser entfernt 
wird, hergestellt werden. Der Preis der Farben und Geräthe 
übersteigt nicht den der besseren Qualitäten in der Aquarell 



— 76 — 

manier. Der Erfinder giebt bereitwilligst jede Auskunft und 
Anweisung. 

Für das Coloriren von Zeichnungen mit Buntstiften (s. § 28) 
ist nur zu bemerken, dass die beste Wirkung erreicht wird, wenn 
man mit dem gut gespitzten Stift die Fläche durch dicht neben- 
einander gelegte Striche deckt und dann mit der Estompe (s. § 29) 
vorsichtig und gleichmässig die Farbe verreibt. 

Derartig ausgeführte Zeichnungen sehen sehr zart aus und 
erhalten sich auch recht gut. 

§ 56. Das Schraffiren. 

Die Ausstattung technischer Zeichnungen in schwarzer Manier 
hat in neuerer Zeit eine grosse Verbreitung gefunden, wesentlich 
wohl deshalb, weil derartige Zeichnungen einen sehr vornehmen 
Eindruck machen. 

Aber auch diese Technik muss gelernt sein. 

Schnitte, Grundrisse, Schlagschatten werden mit gleich- 
massiger Schraffur versehen. Der Charakter der einzelnen 
Materialien, die Stärke des Schattens und sonstige Verschieden- 
heiten lassen sich durch die verschiedensten Schraffuren dar- 
stellen und nuanciren. Es werden feine oder starke Striche 
mit breiten oder engen Zwischenräumen gewählt, es werden 
nach bestimmtem Gesetz unterbrochene oder punktirte Linien, 
oder letztere mit durchgehenden Strichen abwechselnd gezogen. 
An rechter Stelle stehen gelassene Lichtkanten, die vorher mit 
Hleistrichen anzugeben sind, geben den Zeichnungen ent- 
schiedenes Leben. 

Sehr zweckmässig bedient man sich beim Schraffiren guter 
Apparate, und es wird in dieser Hinsicht nochmals auf § 42 
zurückgewiesen Nur eins sei hierbei noch erwähnt, dass man 
nämlich selbst bei den besten Apparaten, die also sicher stets 
denselben Zwischenraum einstellen, fleckige Schraffuren erhalten 
wird, wenn man die Tusche in der Ziehfeder bis auf den letzten 
Rest aufbraucht und dann dicht neben den mit fast leerer 
Feder gezogenen Strich einen solchen mit voller Feder hinsetzt 
Hierdurch entsteht immer eine Ungleichmässigkeit, die durch 
eine stets möglichst gleich bleibende Füllung der Ziehfeder leicht 
vermieden werden kann. Auch jedes Absetzen der Apparate 



— 77 — 

innerhalb einer Fläche macht sich bemerkbar, da das Auge ge- 
rade für Fehler in Schraffuren äusserst empfindlich ist. Diese 
Fehler lassen sich allerdings durch verständiges Ausbessem 
mildem, z. B. dadurch, dass man zu dunkle Stellen mit einem 
weichen Gummi etwas heller reibt, zu helle durch sorgfältiges 
Zwischenzeichnen von feinen Strichen dunkler tönt; auch durch 
Anwendung von Bleifederstrichen lässt sich Manches erreichen. 

Schräge Flächen, wie Böschungen, werden bezeichnet durch 
aufeinanderfolgende Striche mit wachsenden Zwischenräumen. 
Dieses Wachsen muss stetig erfolgen; bei mangelnder üebung 
ist ein Nothbehelf das Vorziehen dieser Striche in lileifeder, bis 
das Auge beMedigt ist. 

Mit grosser Sorgfalt ist bei der Darstellimg runder Körper 
wie Säulen, Nietköpfe und dergl. zu verfahren, und ist es rath- 
sam, auch hierfür einige Musterkörper, ähnlich wie sie S. 74 für 
das Anlegen empfohlen sind, zur Hand zu haben. Zur Dar- 
stellung dieser Körper, wie Cy linder, Kegel, Kugel, wird ent- 
weder ein Strich von constanter Breite in entsprechend ver- 
schiedenen Zwischenräumen angewendet, oder man wählt bei 
gleichen Zwischenräumen Striche verschiedener Stärke, an den 
dunkelsten Stellen die breitesten. Letztere Methode ist aller- 
dings sehr mühevoll, giebt aber wunderschöne Zeichnungen. 



§ 57. Das Pausen. 

Die Hauptbedingung für sicheres Pausen ist, dass das Paus- 
material unverrückbar fest über die Urzeichnung gespannt ist, 
so dass weder Falten noch Wellen während des Durchzeichnens 
entstehen können. 

Das Ausziehen muss recht langsam erfolgen, da die Tusche 
einige Zeit braucht, ehe sie auf dem fetten und glatten Paus- 
materiai haftet. Bei Pausleinwand ist die rauhe, stumpfe Seite 
für das Ausziehen die geeignetere. 

Was das Anlegen betrifft, so ist zu erwähnen, dass es beim 
Pauspapier gleichgiltig ist, welche Seite gewählt wird, dass man 
aber bei Pausleinwand stets die glatte Seite nimmt und die 
Farbe etwas stärker ieinreibt, da sie transparent wirken soll. 
Allerdings kostet es einige Mühe, ehe man die Farben auf Pausen 



— 78 — 

aufgebracht hat, da die glutten Flächen sich sehr spröde da- 
gegen verhalten. 

Um Pauspapier auch von ganz geringer BeschaÖenheit für 
Tusche und Farbe empfänglicher zu machen, wird als erprobtes 
Mittel empfohlen, dasselbe mit einer Mischung von einem Theil 
farbloser Rindergalle (s. § 30) und reichlich einem Theil Wasser 
zu überziehen; soll die Wirkung der Rindergalle noch erhöht 
werden, so setze man derselben statt Wasser unmittelbar vor 
dem Gebrauch eine dünne Gelatinelösung zu. Die Tusche be- 
ziehungsweise die Farbe laufen dann weder beim Ausziehen 
noch Anlegen zusammen noch auseinander, sondern das so zu- 
gerichtete Papier nimmt Tusche und Farbe gleichmässig an, 
zumal wenn man auch diesen beim Anreiben Rindergalle zu- 
gesetzt hat. 

Dieselbe Wirkung erzielt farblose Rindergalle auch auf 
mangelhaftem, namentlich schlecht geleimtem Zeichenpapier. 

Auch eine Beimischung von geschabter Seife zu den Farben 
giebt ähnliche Ergebnisse wie die Rindergalle. Das auf S. 13 
erwähnte Pauspapier ist auch ohne jede Vorbereitung zum An- 
legen zu verwenden. 

Bei Pausleinwand sind derartige Mittel nicht anwendbar, 
da die Leinwand dadurch vollständig wellig werden würde. Als 
Ersatz kann hier das trockene Einreiben der Leinwand mit 
Alaunpulver oder weisser Kreide angeführt werden, welche Mittel 
die Empfänglichkeit für Tusche und Farben erheblich erhöhen. 

Zweifellos geht aber das Anlegen von Pausen mit Bunt- 
stiften leichter und schneller von Statten, als das mit nassen 
Farben und ist entschieden zu empfehlen. 

Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch das Ver- 
fahren zum Aufziehen von Pausen angegeben. Wenn man nicht 
die bereits gummirten TauenroUenpapiere verwenden will, streiche 
man mit nicht zu dickem Leim oder noch besser mit Mehlkleister 
schnell und gleichmässig den Carton, auf welchen die Pause 
geklebt werden soll, an, lege die Pause mit einem Rande auf 
die geleimte Fläche, halte den andern Rand in die Höhe und 
lasse ihn langsam auf die bestrichene Fläche herunter, während 
ein Gehülfe von dem schon festliegenden Rande aus, der Be- 
wegung des Herunterlassens sich anpassend, mit einer nicht zu 
«charfen Bürste das Pauspapier auf den Carton aufstreicht« 



-~ 79 - 

Trotzdem entstandene Luftblasen werden aufgestochen, die Luft 
wird herausgepresst, und das Papier auf diesen Stellen noch- 
mals fest angedrückt. Dann lässt man die aufgezogene Pause, 
gehörig beschwert, trocknen. 

Auch ohne fremde Hülfe gelingt das Aufziehen von Pausen, 
in höchst einfacher Weise, wenn man die Pause vorher auf eine 
Holzrolle wickelt, dieselbe dann, nachdem der Carton mit Klebe- 
stoff versehen ist, auf den Anfang des Cartons behutsam und 
richtig auflegt und dann langsam mit der einen Hand abrollt, 
während die andere die Pause glatt anstreicht. 

S 58. Das Vergrössern und Verkleinern der Zeichnungen. 

Abgesehen von den in den §§ 43 und 44 behandelten 
Apparaten, auf deren Genauigkeit aber nur bei den besseren 
Sorten zu rechnen ist, lassen sich die Vergrösserungen und 
Verkleinerungen von technischen Zeichnungen in verschiedener 
Weise ausführen. 

Das umständlichste und deshalb gerade nicht empfehlens- 
werthe Verfahren besteht darin, dass der Zeichner jedes Maass 
der zu reducirenden Zeichnung auf dem zu derselben gehörigen 
Maassstabe abgreift, die abgelesene Länge dem Maassstab der 
zu reducirenden Zeichnung entnimmt und alsdann aufträgt. 

Eine Erleichterung gewährt hierbei die Anwendung eines 
Reductionsmaassstabes, der in folgender Form bequem zu ge- 
brauchen ist. Es soll z. B. eine Zeichnung auf Dreiviertel ihres 
Maassstabes gebracht werden. Man zeichne dann auf Milli- 
meterpapier ein rechtwinkliges Dreieck, dessen Katheten parallel, 
den Theilungslinien des Papiers laufen, deren eine drei, deren 
andere vier beliebige Längeneinheiten enthält. Eine aus der 
Zeichnung abgegriffene Länge trage man dann vom Scheitel des 
spitzen Winkels aus auf der längeren Kathete ab. Die in dem 
Endpunkte der eben aufgetragenen Länge auf der Kathete senk- 
rechte und durch die Hypotenuse begrenzte Linie ist dann das 
(auf Grund ähnlicher Dreiecke) verkleinerte Maass. Dasselbe 
wird hinlänglich genau durch Abgreifen mit dem Zirkel erhalten, 
ohne dass die Linie wirklich an der Schiene gezogen zu werden 
braucht, indem das Auge durch die vorhandene Linientheilung 
vollständig richtig geführt wird. 



— 80 — 

Am schnellsten geht das Reduciren von Zeichnungen bei An- 
wendung der im § 33 c. beschriebenen Reductionszirkel, deren 
Anschauung trotz des hohen Preises dem Zeichner zu empfehlen 
ist, wenn er yicl in diesem Fache zu arbeiten hat. 

Zeichnungen mit zahlreichen unregelmässigen Linienzügen, 
wie Landkarten, Höhenschichten plane u. s. w. werden für die 
Reduction mit einem quadratischen Liniennetz überzogen, und 
es wird dann die Zeichenfläche, auf welcher die Reduction an- 
gefertigt werden soll, mit einem um das Reductionsverhältniss 
yeränderten Quadratnetz Tersehen. Dann lassen sich die in den 
einzelnen Quadraten befindlichen Zeichnungsflächen dem Ver- 
hältniss entsprechend mit Leichtigkeit in die reducirten Quadrate 
übertragen. 

Ein ausserordentlich bequemes Mittel zum Reduciren bietet 
der im § 45 beschriebene Rechenstab. Nachdem das betreffende 
Verhältniss mit dem Schieber eingestellt ist, wird der mit dem 
Rechenstab yerbundene Anlegemaassstab an eine Linie der Zeich- 
nung gelegt, um deren Länge von ihm in wahrer Grösse abzulesen; 
jetzt wird auf dem Schieber das reducirte Maass aufgesucht und 
dann die Linie auf der neuen Zeichnung wiederum am Anlege- 
maassstab in der soeben erhaltenen wahren Länge aufgetragen. 
Dies Verfahren bietet jedenfalls mehr Gewähr für Genauigkeit, 
als das zuerst beschriebene mit Anwendung des Zirkels. 

Unter Umständen kann bei geradlinig begrenzten Figuren 
folgende Construction schnell zum Ziel führen. Man nehme in 
einiger Entfernung von dem zu reducirenden Bilde einen Pol 
an und ziehe von demselben nach jedem Eckpunkt der Figur 
einen Strahl. Die Länge eines derselben reducire man dann in 
dem gegebenen Verhältniss, trage die so erhaltene Länge auf 
dem Strahl von dem Pol aus ab und ziehe, bei diesem Endpunkt 
beginnend, zwischen den betreffenden Strahlen Parallelen zu den 
Linien der ürfigur. Auf diese Weise wird das reducirte Bild ohne 
grossen Zeitaufwand und mit ausreichender Genauigkeit erhalten. 

S 59. Die Darstellung der wichtigsten in technischen 
Zeichnungen vorkommenden Materialien und Culturen. 

Es würde bei Weitem über das diesem Büchlein gesteckte 
Ziel gehen, wenn hier eine genaue Wiedergabe der für die ver- 



— 81 — 

schiedenen Zweige der Technik von den Behörden erlassenen 
Vorschriften erfolgte. Die jetzt folgenden Angaben über die 
allgemein üblichen Darstellungs weisen sollen dem Zeichner nur 
einen stützenden Anhalt bieten; selbstverständlich wird er bei 
exacten behördlichen Eingaben stets die einschlägigen Bestim- 
mungen zu Rathe ziehen müssen. 

a) Die farbigre Barstellangr* 

Vorausgeschickt wird, dass sich in Folgendem, wenn nichts 

Besonderes erwähnt wird, der Farbenton auf die in der Ansicht 

dargestellten Theile bezieht, und die geschnittenen Theile mit 

derselben Farbe aber bedeutend dunkler anzulegen sind. 
Es wird dargestellt: 

Holz in der Ansicht gelb (ungebrannte Terre de Sienne oder 
eine Mischung von Carmin und Gummi-gutti), mit Maserung 
(am besten mit der Zeichenfeder) in dunkelbraun (S6pia 
naturelle), im Schnitt gelblichroth (gebr. Terre de Sienne), 
nüt Zeichnung der Jahresringe, der Kern- und Haar -Risse 
in derselben Farbe; 

Ziegelmauerwerk röthlich (Indisch Roth, Madder - Braun, 
Carmin oder eine Mischung von gebr. Terre de Sienne und 
Carmin mit ein wenig Neutraltinte); 

Werksteinmauerwerk aus Sandstein graugelblich (Neutral- 
tinte mit ungebr. Terre de Sienne), aus Granit graubläulich 
Neutraltinte mit Preussisch Blau); 

Beton in der Ansicht grau (Neutraltinte), im Schnitt kräftiger 
und bei kleinem Maassstab mit dimklen Punkten, bei grossem 
nut Einzeichnung der kantigen Betonsteine in derselben 
Farbe; 

Asphalt dunkelbraun (Sepia naturelle); 

Erde braun (Sepia coloree), an der Oberfläche kräftig; 

Kies in der Ansicht gelb (Gummi-gutti), im Schnitt dunkler 
und mit rothen Punkten (Carmin); 

Schmiedeeisen in der Ansicht hellblau (Preussisch Blau), im 
Schnitt dunkelblau (Preussisch Blau oder Ultramarin); 

Gusseisen grau (Neutraltinte); 

Stahl violett (Mischung von Neutraltinte und Carmin); 

Messing gelb (Chromgelb). 

In Lageplänen werden angelegt: 

6 



— 82 — 

Wege braun (ümbra oder Wegebraun); 

Kunststrassen braunroth; 

Gebäude bestehende schwarz (Chinesische Tasche), projectirte 

roth (Carmin); 
Wasser blau (Preussisch Blau); 
Garten blaugrün (Gartengrün oder Preussisch Blau mit wenig 

Gummi-gutti); 
Wiese gelbgrün (WiesengrOn oder Preussisch Blau mit mehr 

Gummi-gutti); 
Moor grün mit blauen, parallelen gestrichelten Linien (Wiesen- 
grün und Preussisch Blau); 
Acker gelblich oder bräunlich (gebr. Terre de Sienne oder 

Ackerbraun); 
Wald violett (Chinesische Tusche mit etwas Carmin). 
11 aide blaugrau. 

Sämmtliche Culturen werden in ihrer Farbe mit Rändern, 
gewissermaassen Schattenstrichen, versehen, welche unter der 
Maassgabe anzuordnen sind, dass das Licht von links oben 
kommend angenommen wird. Diese Ränder werden am sauber- 
sten, wenn sie mit der breit geöffneten 2iiehfeder gezogen werden. 

Für Gleispläne wird bemerkt, dass anzulegen sind: 
die Gleise dunkelblau (ultramarin); 
das Planum hellroth (Carmin); 
Gebäude dunkelroth (Carmin) ; 

Perrons, Rampen, Drehscheiben u. s. w. hellgelb (Gummi- 
gutti). 

Vorkommende Böschungen werden überall mit einer grau- 
grünen, nicht zu grellen Farbe, abgetönt, entweder (das Gewöhn- 
lichere) die höchsten Stellen am dunkelsten oder unter An- 
nahme eines in gewisser Richtung einfallenden Lichtstrahles nach 
den Gesetzen der Schattenlehre. 

In Längenprofilen wird bezeichnet: 
Erde braun in der schon angegebenen Weise (Anlegen mit 

Caffee ist hier zu empfehlen); 
die Tracenlinie roth (Zinnober); 
Bauwerke in Stein roth (Zinnober), in Eisen blau (Preussisch 

Blau); 
Abtrag graublau (Chinesische Tusche mit Preussisch Blau oder 

Indigo) : 



- 83 — 

Auftrag hellroth (Carmin). 

Alle bestehenden Gebäude, Wege, Wasserläufe, Böschun- 
gen u. s. w. in Zeichnungen sind mit schwarzen Linien, alle 
projectirten mit rothen (Zinnober) Linien zu umziehen 
(letzteres natürlich erst nach erfolgtem Anlegen); dement- 
sprechend ist auch die Schrift, welche sich auf bestehende 
Anlagen bezieht, schwarz einzutragen, während projectirte 
Anlagen roth beschrieben werden. 

b) Die sekwarze Barstellang. 

Hier ist zunächst zu bemerken, dass die Ansiohts-Flächen, 
welche parallel der Zeichenfläche liegen, weiss bleiben oder aber 
nach Art der Federzeichnungen behandelt werden, z. B. also 
Holz mit Maserung versehen, Werkstein dem Charakter seines 
Oefüges entsprechend behandelt wird. Die einen Winkel mit 
der Zeichnungsebene bildenden Flächen werden mit gleich- 
massiger Schraffur versehen, welche um so enger wird, je kleiner 
der Winkel ist; gekrümmte Flächen werden in üblicher Weise 
behandelt. 

Die Schnitte werden durch verschiedene Schraffuren ge- 
kennzeichnet, in der Regel durch eine unter 45® von links unten 
nach rechts oben gehende. Im üebrigen können hierfür noch 
folgende Angaben gemacht werden. 
Es wird dargestellt im Schnitt: 
Holz durch Einzeichnung der Jahresringe, der Kern- und Haar- 
Risse; 
Mauerwerk in Ziegel durch Schraffur in ganzen Linien, in 

Bruchstein durch Schraffur in gestrichelten Linien; 
Beton durch stellenweise Einzeichnung der Steine und dann er- 
folgende Schraffur der leeren Stellen mit grösseren Zwischen- 
räumen als für Mauerwerk; 
Asphaltr und Cement-Schichten durch sehr enge Schraffur; 
^rde durch Charakterisirung mit der Zeichenfeder nach ver- 
schiedenen Methoden. (Hier ist darauf aufmerksam zu 
machen, dass ein gewisses Streichen der Erdschichten nach 
derselben Richtung einzuhalten ist, und dass mit mög- 
lichst wenigen zweckmässig vertheilten Strichen die beab- 
sichtigte Wirkung erreicht werden kann.) 
Kies durch Punkte; ' 



— 84 — 

Schmiedeeisen durch Ausfüllung der Querschnitte mit tief- 
schwarzer Tusche unter Freilassung von weissen Licht- 
kanten links und oben; 
Gusseisen durch Schraffur, bei welcher die Zwischenräume 

schmaler als die Striche sind; 
Stahl durch Schraffur, bei welcher ganze Linien mit ge- 
strichelten Linien abwechseln; 
Messing durch Schraffur in strich-punktirten Linien. 

Sind für besondere Zwecke noch weitere unterschiede 
nöthig, so bedient man sich der bisherigen Schraffirungsweisen 
aber in einer zur ersteren Richtung senkrechten Lage oder 
«chliesslich unter anderem Winkel als 45<*. 

In Lageplänen werden bestehende Gebäude mit Schraffur 
in ganzen, projectirte mit solcher in gestrichelten Linien 
versehen. 

Die Culturen werden durch besondere Merkzeichen kennt- 
lich gemacht: 

Wasser durch je zwei bis drei den einfassenden üferlinien 
parallel laufende Striche, deren Abstände mit der Ent- 
fernung vom Ufer zunehmen; 
Garten durch Gebüschgruppen; 
Wiese darch Grasbüschel; 
Wald durch Einzeichnung der betreffenden Baumarten. 

Böschungen werden durch Schraffur, deren Zwischenräume 
vom höchsten Punkte abwärts stetig zunehmen, oder in Berg- 
strichmanier angedeutet. 

In Längenprofilen wird Auftrag durch senkrechte, Ab- 
trag durch horizontale Schraffur dargestellt. 

Das Bestehende wird in ganzen Linien ausgezogen, das 
Projectirte in gestrichelten. 



I 60. Das Verbessern. 

Sehr häufig wird der Zeichner in die Lage versetzt, Ver- 
besserungen oder Aenderungen an der gefertigten Zeichnung 
vorzunehmen, sei es, dass er sich im Ausziehen oder beim 
Tuschen geirrt hat, sei es, dass nachträgliche Aenderungen des 
Entwurfes noch Aenderungen in den völlig fertigen Zeichnungen 
verlangen, sei es, dass Flecke irgendwelcher Art in die Zeich- 



-^ 85 — 

nuDg gekommen sind. In vielen dieser Fälle wird aus ünkennt- 
niss die betroffene Zeichnung verworfen, und mit grossem Zeit- 
verlust eine neue gefertigt, obgleich sich der Fehler oft noch 
mit geringer Mühe beseitigen lässt, vorausgesetzt allerdings, 
dass das Zeichenpapier von guter Beschaffenheit ist. 

Zeichnungen, die nicht getuscht, sondern nur in Strich- 
manier hergestellt sind, bieten hierbei die wenigsten Schwierig- 
keiten. Die Stellen, in denen sich Irrthümer oder Flecke be- 
finden, werden vorsichtig mit einem guten, scharfen Radirgummi 
oder mit dem Radirmesser entfernt, und dann die richtigen 
Linien eingezeichnet. Um fehlerlose Stellen nicht mit wegzu- 
radiren, empfiehlt es sich, in ein Stück Zeichenpapier eine Oeff- 
nung von der Grösse der fehlerhaften Stelle zu schneiden, das- 
selbe aufzulegen und dann in dem Ausschnitt zu radiren. Beim 
Nachziehen der Striche ist Vorsicht geboten, und ein sorgfältiges 
Einstellen der Ziehfeder auf die Strichbreiten anzurathen. 

Das Wegnehmen einzelner Linien, die z. B. bei grapho- 
statischen oder perspectivischen Zeichnungen in einem Gewirr 
anderer sich befinden, wird unter völliger Schonung der letz- 
teren mit der Zirkelspitze sicher erreicht, obzwar nicht zum 
Vortheile des Zirkels. Empfehlenswerth ist für diesen Zweck 
das sogenannte nasse Radiren. Man überfährt den zu ent- 
fernenden Strich mit einem nassen Pinsel, fängt das Wasser 
mit Fliesspapier ab und radirt dann vorsichtig mit einem 
recht weichen Gummi über den Strich; hierdurch lösen sich 
die obersten Papiertheilchen an den feuchten Stellen mit der 
Tusche ab, während die danebenliegenden Theile unberührt 
bleiben. 

Mühsamer ist das Ausbessem von getuschten Zeichnungen. 

Wer keine üebung im Retouchiren hat, kommt am sichersten 
zum Ziel, wenn er die getuschte Fläche, die der Ausbesserung 
bedarf, in ihrer ganzen Ausdehnimg, d. h. bis zu den nächsten, 
sie völlig umschliessenden, schwarzen Strichen hin mit dem 
Gunmii entfernt und sich hierfür ebenfalls der schon oben an- 
geführten Radirschablone bedient, deren Oeffnung mit der Fläche 
identisch sein muss. Nach dem Radiren bestreiche man die 
Fläche mit Alaunlösung und suche durch wiederholtes üeber- 
legen blasser Töne die Farbe der Nachbartheile zu erreichen. 



— 86 — 

Für einen gewandten Zeichner ist es am bequemsten, nur 
den betreffenden Fleck oder Strich mit Gummi, Messer u. s. w. 
SU entfernen und dann mit ziemlich trockenem Pinsel und 
durch wiederholtes Auftragen eines ganz matten Tones die 
Stelle, ihrer Umgebung entsprechend, zu tönen, also zu re- 
touchiren. 

Wenn für umfangreiche Aenderung einer Zeichnung nur 
noch geringe Zeit zur Verfügung steht, wenn also z. B. dienst- 
liche Termine einzuhalten sind, oder Wettbewerbe ablaufen, 
und dabei die wiederherzustellenden Flächen sehr gross sind> 
sodass beim Entfernen Tiel Zeit verloren geben würde, so giebt 
folgendes Verfahren immerhin noch eiae anständige Zeichnung. 

Man lege die Zeichnung unverrückbar fest auf ein Stück 
Zeichenpapier, welches genau dieselbe Beschaffenheit wie daa 
für die Zeichnung verwendete hat und etwas grösser als die 
auszubessernde Figur ist, und schneide mit einem scharfen 
Federmesser die Umrisse der letzteren nach, so dass auch das 
untenliegende Papier durchschnitten wird. Dadurch erhält man 
ein Stück Papier congruent der ausgeschnittenen Figur, welches 
genau in die Oeffnung passt. Man lege es in die Oeffnung 
hinein, verklebe die Schnittnarben von unten mit Papierstreifen 
und zeichne nun das Bild in richtiger Weise noch einmal auf 
das eingeklebte Stück. Die sichtbaren Ränder zwischen der 
Zeichnung und der eingeklebten Figur nehmen dann die Stelle 
der mit Tusche ausgezogenen Grenzlinien ein. Wenn es aus 
irgend welchen Gründen nicht möglich ist, das auszuschneidende 
Stück bis an die nächsten Grenzlinien auszudehnen, wenn also 
nachher die Schnittnarben mitten in freie Flächen fallen, lässt 
sich noch Rath dadurch schaffen, dass man die Narben mit 
einem Kitt aus Talcum und Eiweiss sorgfältig ausstreicht. 

Bei einigermaassen praktischem Sinn, den man jedem Tech- 
niker zutrauen muss, gelingen diese Verfahren recht gut, und 
die Ausbesserung ist bei oberflächlichem Anblick kaum zu be- 
merken. 

I 61. Die Schrift. 

Zum schönsten Schmuck einer Zeichnung gehört die Schrift, 
und es ist zu bedauern, dass so oft nur geringer Werth auf sie 
gelegt wird. 



^ 87 — 

Die Schrift soll sich der Zeichnung anpassen, ihrem Charakter^ 
ihrer Grösse entsprechen. 

Es giebt vielerlei Schriftarten, wie gothische, romanische, 
Druck- und Karten-Schrift, femer eine Schrift, welche sich nur 
aus den Schattenstrichen der lateinischen Druckbuchstaben zu- 
sammensetzt und übrigens sehr lesbar und schnell herzustellen 
ist; doch kann auf alle diese verschiedenen Schriften hier nicht 
eingegangen werden, sondern es muss dafür auf die so mannig- 
fachen Vorlagen für Zierschriften verwiesen werden, wie sie 
jede einschlägige Handlung bietet. Zeichnern aber, denen die 
Begabung für Herstellung besonderer Zierschriften versagt ist, 
Liebhabern, die nicht zu viel Zeit verwenden können, sei die 
Rundschrift warm empfohlen, die nach den von Sonn ecken 
herausgegebenen Heften leicht zu erlernen ist. Jeder Laie, auch 
mit der schlechtesten Handschrift, ist nach kurzer Uebung im 
Stande eine Rundschrift zu schreiben, deren er sich auf der 
Zeichnung nicht zu schämen braucht. 

Da diese Schrift eine allgemeine Verbreitung gefunden hat^ 
und ohne Bedenken für jede Gattung von Zeichnungen zu ver- 
wenden ist, seien derselben hier einige Zeilen gewidmet. 

Der Anfönger thut wohl, nachdem er die Grösse der Schriftea 
in richtigem Verhältniss zu ihrer Bedeutung, als Hauptüberschrifty 
Benennung der einzelnen Figuren u. s. w. gewählt hat, sich die 
nöthigen Linien, horizontal wie vertical, in Blei vorzuziehen 
und sodann die betreffenden Worte mit der Bleifeder leicht 
hinzuschreiben, um die Länge der Ueberschrift zu erhalten xmd 
danach den Raum auf der Zeichnung bemessen, sowie der 
Schrift die richtige Stellung über der Mitte der Zeichenfiguren 
geben zu können. 

Bei den Federn von No. 3V2 aii ungefähr ist die Benutzung^ 
eines Messingschuhes, der zu diesem Zwecke von Sönnecken 
construirt ist und im Handel geführt wird, dringend zu empfehlen. 
Derselbe wird über die Feder geschoben, und dann die Tusche 
mit einer gewöhnlichen Scbreibfeder zwischen den Schuh und 
den Rücken der Rundschriftfeder eingebracht. Hierbei ist darauf 
zu achten, dass die Unterseite der Feder mit Tusche nicht in 
Berührung kommt, da sonst die Haarstriche dick werden. 

Die Federhaltung muss genau der Vorschrift in den 
Sonn ecken 'sehen Heften entsprechen. Rückläufige Striche 



— 88 — 

sind unter allen Umständen zu yermeiden. Die Feder muss 
stets sauber gehalten und bei geringem Fehler durch eine neue 
ersetzt werden. Die Schreibweise der einzelnen Buchstaben 
tnuss immer gegenwärtig sein. 

Für Zeichnungen, die in sehr matten Farben oder in grossem 
Maassstabe gezeichnet sind, empfiehlt es sich, die Doppelf ede 
anzuwenden, da die Schrift mit Tollen Federn wegen ihrer 
breiten, schwarzen Striche hierbei zu sehr auffallen würde. 

Beim Einschreiben der Zahlen wende man nur die feinste 
Feder No. 6, oder noch besser eine gewöhnliche, nicht zu weiche 
Stahlfeder an, da die Zahlen sonst leicht unleserlich werden. 

Zweckmässig ist es, für die vier bis fünf gebräuchlichsten 
Nummern der Rundschriftfedern auch ebenso viele Federhalter 
im Gebrauch zu haben. 

Da sich die Rundschriftfedem sehr schnell abnutzen und 
dann keine scharfen Haarstriche mehr geben, so bedürfen sie 
häufiger Erneuerung; doch giebt es Zeichner, welche die ab- 
genutzten Federn durch geschicktes Schleifen der Spitzen wieder 
brauchbar machen. 

An dieser Stelle erscheint es auch angebracht, auf die 
richtige Stellung der Buchstaben, welche zur Bezeichnung der 
Schnittrichtungen dienen, aufmerksam zu machen. Diese Buch- 
etaben müssen stets aufrecht auf derjenigen Seite der Schnitt- 
linie stehen, auf welche die dargestellte Schnittfigur projicirt 
ist. Nur so wird jeder Zweifel bezüglich der Richtung des 
Schnittes gehoben. 

§ 63. Das Reinigen. 

Vor dem Tuschen ist die Zeichnung entweder nass abzu- 
waschen oder mit weichem Gummi abzureiben, da sonst die 
Farben auf den unsauberen Flächen unklar werden. 

Nach dem Tuschen und dem Aufbringen der Schrift wird 
es noch einmal nöthig, eine Reinigung vorzunehmen, um den 
Staub, der sich inzwischen noch aufgesetzt hat, von den weissen 
Flächen zu nehmen und die für die Schrift nöthig gewesenen 
Bleilinien zu entfernen. Hierzu ist sehr weicher Gummi zu ver- 
wenden, und es ist ausserdem darauf zu achten, dass die ge- 
tuschten Flächen nicht überrieben werden. 



— 89 — 

Vor dem Abschneiden endlich ist eine letzte Reinigung mit 
Handschuhabfallleder sehr zu empfehlen. Mit diesem Material 
reibe man nochmals die Zeichnung, auch die getuschten Flächen, 
ordentlich ab. Das fein zertheilte Leder nimmt jeden Schmutz 
Yon dem Blatte, setzt sich in die beim Zeichnen» namentlich 
durch das Radiren, aufgerissenen Papierporen und verleiht der 
ganzen Zeichnung ein zartes, sauberes Aussehen. 



§ 63. Das Entfernen von Flecken. 

Tinten-, Färb- und Tuschflecke werden je nach Ausdehnung 
durch Waschen oder Radiren mit Gummi oder Messer be- 
seitigt. 

Fettflecke, deren Vorkommen schon eine schlechte Em- 
pfehlung für den Zeichner ist, lassen sich aus gutem Papier 
bei sorgsamer, unermüdlicher Behandlung durch folgende Mittel 
entfernen. 

Man rühre einen Brei von gebrannter Magnesia und Benzin 
zusammen, streiche denselben mit einem Pinsel von der Rück- 
seite der Zeichnung aus auf den Fettfleck und fahre mit dem 
Aufstreichen so lange fort, bis der Fleck verschwunden ist. 
Das Benzin löst das Fett auf, und die gebrannte Magnesia saugt 
es begierig an. 

Nach einem anderen Verfahren lege man ein weiches Fliess- 
papier über den Fleck und fahre vorsichtig mit einem heissen 
Plätteisen darüber; das erwärmte Fett geht dann in das Fliess- 
papier über. Man gehe aber mit dem getränkten Fliesspapier 
behutsam um, da bei Unachtsamkeit durch dasselbe neue Fett- 
flecke auf der Zeichnung entstehen können. 

Petroleumflecke sind sehr leicht zu beseitigen, indem man 
die betreffende Stelle des Blattes erwärmt; es geschieht dies 
am zweckmässigsten seitwärts des Cylinders einer brennenden 
Lampe, nicht über demselben, da hierbei die Gefahr des An- 
sengens nahe liegt. Das erwärmte Petroleum wird sich alsbald 
verflüchtigen. 

Fettflecke im Holz des Reissbrettes oder des Zeichentisches 
werden durch Auflegen von Thon in leichter Weise entfernt. 



; 



— 90 — 
S Mm Dtt AbsdiMidoii. 

Geübte Zeichner schneiden die Zeichnungen mit einem 
scharfen Federmesser aus freier Hand nach Yorgezogenen Blei- 
strichen ab. Behufis sicherer Führung bediene man sich eines 
eisernen Lineals, nicht aber etwa der Reissschiene, welche über- 
dies leicht zerschnitten wird. Da eiserne Lineale theuer sind, 
so dürfte der in § 31 beschriebene Hobel wohl zu empfehlen sein. 

Um bei straff gespanntem Bogen ein Einreissen während 
des Schneidens zu verhüten, ist es zweckmässig, zuerst zwei 
parallele Seiten zu schneiden. Ausserdem empfiehlt es sich, 
mit der Hand an gefährdeten Stellen dem Reissen yorzubeugen. 

Durchaus sicher wird das Einreissen dadurch verhütet, das» 
man an einer Stelle ausserhalb der Begrenzungslinie der Zeich- 
nung einen Schnitt thut, und nun, von hier ausgehend, mit dem 
flachen Messer, welches dabei ähnlich wie ein Falzbein gehand- 
habt wird, den Bogen ringsum ausserhalb der schon genannten 
Begrenzungslinie vom Brette trennt; der dadurch erhaltene 
zackige Rand wird dann später mit Scheere oder Messer gerade 
geschnitten. Auch bietet diese Art des Abschneidens den Vor- 
theil, dass das Brett unversehrt bleibt. 

Bemerkt man beim Abschneiden, dass die Zeichnung theil- 
weise am Brett festgeklebt ist, so vermeide man jedes Los- 
reissen, weiche vielmehr den Leim mit recht reinem Wasser 
auf, entferne die Zeichnung, wasche den Leim auf der Rück- 
seite mit dem Schwamm ab, lege die Stelle zwischen Fliess- 
papier und lasse sie, gehörig beschwert, trocknen. 

Zu erwähnen ist noch, dass losgeschnittene, vorher stark 
gespannt gewesene Zeichnungen, selten gerade und parallele 
Linien haben, dass man also bei etwaigen nach dem Los- 
schneiden noch erforderlichen Verbesserungen mit Reissschiene 
und Dreieck dementsprechend vorsichtig arbeiten muss. 

I 65. Das Aufziehen der Zeichnungen u. s. w. 

Es erübrigt noch, einiges über die Ausstattung der Zeich- 
nungen hinzuzufügen. 

Sind letztere auf cartonnirtem Whatman gezeichnet, so ge- 
nügt es, dieselben gerade beschneiden und höchstens mit einem 



— 91 — 

farbigen wollenen oder seidenen Bande (grün viel angewendet) 
einfassen zu lassen. Nur bei grossen Wettbewerben, bei denen 
auch Werth auf die äussere Ausstattung zu legen ist, wird 
man Zeichnungen, die schon auf cartonnirtem Papier gefertigt 
sind, nochmals auf einer besonderen Pappe mit breitem Rande 
aufkleben lassen. 

Situationspläne, Nivellements u. dergl., welche sich über 
mehrere Blätter ausdehnen, werden zweckmässig auf nicht 
cartonnirtem Papier gezeichnet und dann auf Leinwand gezogen. 
Hierdurch erreicht man, dass die spätere Handhabung eine be- 
quemere ist und die Zeichnungen mehr geschont werden. 

Die auf gewöhnlichem Papier gezeichneten Entwürfe sind 
stets auf gutem Carton aufzuziehen, wenn auf die spätere Er- 
haltung auch nur einiges Gewicht gelegt wird. Die Buchbinder, 
welche sich mit der Ausstattung von Zeichnungen befassen, und 
die grossen Zeichenmaterialienhandlungen haben hierfür, nament- 
lich in grauen Farbenlagen (auch schwarz in jüngster Zeit be- 
liebt), eine grosse Auswahl. Auch hierbei ist zu berücksichtigen, 
dass die Breite des Randes zur Grösse, der Ton des Cartons 
zur Farbenwirkung der Zeichnung in einem ansprechenden Ver- 
hältniss steht. 

Für farbige Innenansichten von Gebäuden, Perspectiven 
xmd anderen Blättern, welche zu besonderer Geltung gebracht 
werden sollen, werden sogenannte Passe-par-tout's verwendet, 
starke Cartons mit kreisförmigem, rechteckigem oder dergl. 
Ausschnitt, deren flache Fasen mit Gold oder anderen Farben 
betont sind^ so dass das Bild selbst recht vertieft liegend er- 
scheint. Auch hierin sind verschiedene Arten in den Hand- 
lungen vorräthig. 

Grosse Mühe und auch Kosten verursacht bei Wettbewerben 
die Anbringung der auf jedem Blatte sich wiederholenden Ge- 
sammtaufschrift und des Motto's (Kennzeichens). Hierfür ist 
es sehr zu empfehlen, beides in entsprechender Grösse, drucken 
zu lassen entweder auf einem Papier gleich der Farbe des 
Cartons oder auch auf weissem Papier und dann an gewünschter 
Stelle aufzukleben. 



— 92 — 
§ 66. Die Zeichenmappe. 

Für die gute Erhaltung Ton Zeichnungen ist die Anschaffung 
einer Zeichenmappe unerlässlich. Dieselbe muss aus starker 
Pappe, Rücken und Ecken aus Leder, gearbeitet, und am besten 
mit schwarzem Papier überzogen sein. Die Grösse derselben ist 
so zu bemessen, dass die Längen- und Breiten-Abmessungen die 
der Zeichuungen um ungefähr 1 cm übertreffen. Die Stärke des 
Rückens muss sich nach der Ajizahl der aufzunehmenden Blätter 
richten. Linen sind gut schliessende Staub klappen, womöglich 
vier an der Zahl, anzubringen. Der Schluss der Mappe ist durch 
starke und möglichst zahlreiche Bänder zu bewirken. Ein in 
der Mitte des Deckels anzubringender Ledergriff zum bequemen 
Tragen darf nicht fehlen. 

Hauptsache ist, dass die Blätter stets in die Mappe unter 
die Staubklappen gelegt und die Bänder der Mappe sämmtlich 
geschlossen werden, nur dann hat der Zeichner die Sicherheit, 
dass seine mühsam hergestellten Werke vor Staub und Gewürm 
geschützt sind. 



Bezugsquellen 

für 

a) Zelchenmaterialien. 

Aachen, Weyera-Kaatzer, Kleinmarschierstr. 8. 

„ Gustav Urban, Comphausbad 40. 
Berlin, Bormann, G. Nachf., C. Brüderstr. 39. 

„ Dallach, Julius, W. Markgrafenstr. 60. 

„ Faber, A. W., W. Friedrichstr. 79. 

» Spielhagen & Co., SW. Friedrichstr. 49a. 

„ Spitta & Leutz, SW. Ritterstr. 59, 

„ Wendler, Theod., SW. Friedrichstr. 37a. 

9 Wichmann, Gebr., Specialität: Zeichenmaterialien, 
Bonn, Sönnecken, F. [NW. Karlstr. 13. 

Braunschweig, Gustav Störig, Kohlmarkt 15. 
Breslau, Lustig & Seile, Altbüsserohle 6. 

„ Marsch, Schuhbrücke 7. 
Brunn, Gustav Bauer. 
Darmstadt, Müller, L. B., Schulstrasse. 
Dortmund, Ruhfuss, F. W., Am Markt. 
Düren, Schleicher & Schüll, Specialität: Zeichenpapier. 
Düsseldorf; Schönfeld, Stefan, Bazarstr. 3. 

„ Dr. Schönfeld & Comp., Bismarckstr. 6. 
Halle a/S., Bretschneider, H., Mauergasse 3. 
Hamburg, Tohmfor, R. 

Hannover, C. Schrader's Nachf., Bahnhofstr. 1. 
Holzminden, C. C. Müller. 
Höxter a/W., Buchholtz. 
Karlsruhe i. Baden, Leichtlin, Gebr. 
Köln a/Rhein, Avanzo, Gebr., Hochstr. 48. 

„ Hermann, Gompertz, Schildergasse 72. 

Königsberg i/Pr., Quatz, Otto, Junkerstr. 12. 
Leipzig, Meister & Schirmer, Schulstrasse 10. 
Magdeburg, Dencke, Joh. Fr., Alter Markt 20. 
München, Brugger, And., Theatinerstr. 1. 

„ Prantl, Fr. A., Odeonsplatz 15 u. 16. 
Nürnberg, Hermannsdörfer, Winklerstr. 29. 
9 Müller, C.^ Hauptmarkt 13. 



— 94 — 

Kiga, Lyra, August, Kaufstrasse 8. 

Stettin, Lehmann & Schreiber, Koblmarkt 

Stuttgart, Martz, U., Canzleistrasse. 

Trier, Pathey er, Marktplatz. 

Wien, J. Mayr & Fessler, Wien I., Kämtnerstr. 87. 

Zürich, Waser & Co., J. H., Limmatquai 68/70. 

b) Reisszeuge und Zeichen -Apparate. 

Aachen, Vennemann, Alex., Friedrich-Wilhelm-Platz. 
Aarau, Gysi, F. 

, Kern & Co. 
Berlin, Bonsack, E., SO. Engel-Üfer 17. 

^ Clement, Otto & Co., SW. Kommandantenstr. L 

« Dörffel & Färber, NW. Dorotbeenstr. 44. 

„ Hagemann, Gebr., C. Poststrasse 81. 

^ Heiland, J., C. Kurze Str. 19. 

, Lüttig, C, C. Poststr. 10/11. 

^ Rost, E., SW. Friedrichstr. 218. 

, Sprenger, Ed., SW. Ritterstr. 75. 
Breslau, Pusch (Neil & Staritz Nachf.), Schmiedebrücke. 
Buxtehude, Beiker. 
Chemnitz, Richter. 
Darmstadt, Schroeder, J. 
Traiser, Karl. 
Halle a/S., Hagedom, Gebr., ülrichstr. 61. 
Hamburg, Dennert & Pape. 
Hannover, Parisius. 

'Holzminden, Hölbe (Holzmindener Format). 
Leipzig, Hugershoff, Schillerstrasse 8. 
3iagdeburg, Kröning Söhne. 

^ Mittelstrass. 
3iünchen, Rief 1er, S., Karlsplatz 29. 
Nürnberg, Pröbster, Joh. Jac. sen , Rosenthalstr. 22. 

„ Pröbster's, J. L. Sohn, Innere Cramer-Klettstr. 

-Speier, Mayscheider, Daniel. 
Wien, Klintz, F., Reinprechtsdorferstr. 10. 
„ Kraft & Sohn, Kämtnerstr. 84. 



Sach- und Namens -Yerzeichniss. 



NB. Die Zableii beziehen sich aaf die Seiten. 



Abschneiden der Zeichnung. 

85. 90. 
Abwaschen der Zeichnung. 33. 

71. 88. 
Ackermann, engl. Farben. 30. 
Adler-Tusche von Bruns. 31. 
Alaunlösung. 85. 
Amsler, Planimeter von. 54. 
Anlegemaassstab. 16. 
Anlegen. 71 u. ff. 
— • grosser Flächen. 73. 

— nach Günzberg. 75. 
Anschärfapparat für Bleistifte 

auf Ständer. 19. 

von Lemann. 19. 

Anschärfen d. Bleistifte. 19. G3. 
Anschleifen d. Ziebfedem. 1. 24. 

Zirkel. 1. 24. 

Arcansas-Schleifsteine. 24. 
Asbestos-Pauspapier. 13. 
Aufspannen d. Zeichenpapiers. 

58 u. ff. 
-^ der Pausen. 78. 
Auftragen. 62 u. ff. 

— nach der Methode von Ma- 
thias Schwärt. 67. 

Ausstattung d. Zeichnungen. 91. 



Ausziehen. 67 u. ff. 
— von Curven. 70. 
Ausziehtusche von Bruns. 

Günther Wagner. 27. 

Wolff & Son. 27. 



31. 



Beiker, Ziehfeder m. ungleichen 

Backen von. 26. 
Behälter für eingeriebene 

Tusche, eingeschliffene Näpfe. 

28. 

, Syphon. 28. 

von Wichmann. 

28. 
Bezugsquellen für Reisszeuge. 

94. 

Zeichenmaterialien. 93. 

Biberhaarpinsel. 32. 
Bimstein. 19. 34. 
Bing^scher Kreiswinkel. 46. 
Bleisparer. 20. 
Bleistiftanspitzer. 19. 
Bleistifte. 17. 18. 

— aus Cumberland-Graphit. 17. 

— von A. W. Faber. 17. 
Johann Faber. 18. 



— 96 — 



Bleistifte Yon Grossberger und 

Kurz. 18. 

Hardtmuth. 18. 

Bleistift, Künstler, s. Eünstler- 

stifte 18. 
— , Taschen-. 18. 

— feilen. 19 

— härten. 62. 
Böschungsdreiecke. 5. 
Bruns, Ausziehtusche Ton. 81. 
Bürsten zum Reinigen der 

Zeichnungen. 22. 
Buffer u. s. w. Gummi. 22. 



€a£fee als Fixativ. 35. 

Camera lucida. 57. 

verbesserte (Schmidt & 

Hänsch). 57. 

— , photographische. 67. 

Carbol als Zusatz für Gunmii 
arabicum. 15. 

Centrirschuh. 25. 

Centrumschoner von Hom. 66. 

Gelatine. 66. 

Metall. 66. 

Chenal, französ. Farben. 30. 

Chinesische Tusche. 26. 

, Aufbewahren derselben. 

27. 

, Einreiben derselben. 68. 

, Zusätze zu derselben. 68. 

Chromsaures Kali als Tuschen- 
zusatz. 68. 

Clement , Schraffirvorrichtung 
von. 49. 

— , Zeichenfeder von. 29. 

Coloriren mit Kreidestiften. 83. 
76. 78. 



Culturen, Darstellung derselben 

in Farben. 81. 

in schwarz. 83. 

Cumberland Graphitstifte. 17» 

Curvenlineal. 44 u. ff. 

— , Eisenbahn-. 44. 

— , Hartgummi-. 44. 

von Schleicher & SchülL 

45. 
— , Holz-. 44. 
— , Hom-. 44. 
— , Metall-. 45. 
— , Schiffbauer-. 45. 
— , Universal-. 45. 
Curvenmesser. 47. 
Curvenrädchen. 47. 
— von Jakob. 48. 
Curvenziehfeder. 42. 



Darstellung der Culturen in 

Farbe. 81. 

in schwarz. 83. 

Gleispläne. 82. 

Lägepläne. 82, 84. 

Materialien in Farben. 81» 

in schwarz. 83. 

Schatten. 74. 77. 

Tracen. 82. 84. 

Dennert & Pape, Rechenstab 

von, 53. 
Dörffel, Punktirziehfeder von* 

41. 
DoppelpinseL 82. 
Doppeltgeleimte Papiere von 

Schleicher & SchülL 12. 
Dreiecke, Böschungs-. 5. 
— für axonometrische Zeich- 

nungen von Ubrich Martz. 7. 



— 97 — 



Dreiecke, Giebel-, ö. 
— , Glas-. 7. 
— , Hartgummi-. 7. 
— , Holz-. 7. 
^ mit Maassstab. 8. 
-, Metall-. 7. 
— , Octogon-. 5. 
— , Prüfen der. 9.. 
— , Reinigen der. 7. 
— , Weichen- ö. 
— , Zellhom-. 8. 
Dreispitzzirkel. 89. 



ESingeschMene Tuschnäpfe. 28. 
Einkauf der Zeichengeräthe. 1. 

22. 
Einsatzzirkel. 28. 24. 
Eisenbahncurvenlineal. 44. 
Ellipsenzirkel. 40. 
Eilipsograph. 40. 
Englische Bleistifte a. Cumber- 

land Graphit. 17. 
V. Erichsen, Planimeter von. 64. 
Essig als Zusatz zu Tusche. 68. 
Bstompen. 88. 
— , Kork-. 84. 
— , Leder-. 34. 
— , Papier-. 84. 



Paber, A. W., Bleistifte von. 17. 
— , Johann, Bleistifte von. 18. 
FalhiuUenzirkel. 87. 
— von Richter. 88. 
Farbe, Behandlung der. 80. 
Farben, deutsche Generalstabs- 
karten. 80. 
— , — , von Günther Wagner. 80. 



— , — Katasterkarten-. 80. 
— , — von Dr. Schönfeld. 80. 
— , englische von Ackermann. 

80. 
von Winsor & Newton. 

30. 
— , französische von Chenal. 80. 
Farbenkasten. 81. 
Federmesser. 19. 
Feilen-, Bleistift-. 19. 
Fettflecke, Entfernen von. 89. 
Fischotterhaarpinsel. 82. 
Fixative. 34. 
— , Caffee. 85. 
— , französischer Lack. 84. 
-, Milch. 85. 
— , Rindergalle. 84. 
— , Wasserdampf. 85. 
Flächenmesser, s. Planimeter. 
Fliesspapier. 82. 
Fluchtpunktschiene. 54. 

— von Ernst Otto 55. 
Kranz. 55. 

V. Niederstetter. 55, 

Schroeder. 65. 

L. Schupmann. 66. 

Streckfuss, 55. 

Flüssige Ausziehtusche. 26. 

von Günther Wagner. 27. 

von Wolff & Son. 27. 

— Farben. 80. 



Gänseüügel zum Reinigen der 
Zeichnungen. 22. 

Gärtner, Ziehfeder von. 25. 

Gelatineplatten als Centrum- 
schoner. 66. 

Generalstabskartenfarben. 80. 
7 



98 



Giebeldreiecke. 5. 
GJasdreiecke. 7. 
Oleispläne, Daxstellung der- 
selben. 82. 
Graphitpapier. 18. 
Graphitstifte, Cumberland-. 17. 

— von A. W. Faber. 17. 

Johann Faber. 18. 

Grossberger & Kurz, Bleistifte 

von. 18. 
Günther Wagner , Auszieh- 

Tusche. 27. 

, deutsche Farben. 80. 

Günzberg, Tuschirmethodevon. 

76. 
Gummi. 21. 

— arabicum. 15. 

— , Buffer u. s. w. 22. 
-. Knalk 21. 
— , Speck-. 21. 
— , Stangen-. 22. 
— , Waffel- 21. 



Haarzirkel. 87. 
Härte der Bleistifte. 62. 
Halbirungszirkel. 88. 
Handfeger. 22. 
Handschuhabfallleder. 89. 
Handzirkel. 24. 

Hardtmuth, Bleistifte von. 18. 
Härtung, Volutenzirkel von. 40. 
Hasenläufe zum Reinigen der 

Zeichnungen. 22. 
Hauck, Perspectograph von. 66. 
Heftzwecken. 16. 
— als Centrumschoner. 66, 
— , Stahl-. 16. 
— , überkapselte. 16. 



Henckels, Radirmesser von. 22* 
Hobel zum Abschneiden der 

Zeichnungen. 86. 
Holzcurvenlineale. 44. 
Homplatten als Gentrumr 

schöner. 66. 



Jacob, Gurvenmesser von. 48. 



Katasterkartenfarben. 80. 

Kehr, Nullenzirkel von. 88. 

Enallgummi. 21. 

Kohle. 88. 

Korkestompen. 84. 

Kranz, Fluchtpunktschiene von. 
65. 

Kreide. 88. 

— , bunte. 83. 

— , schwarze. 88. 

Kreiswinkel von Bing. 46. 

Kretschmann, Reissschienen- 
halter von. 6. 

Künstlerstifte. 18. 

— mit Klemmvorrichtung. 18. 

— zum Schrauben. 18. 



I^andschaftsspiegel. 66. 
Lack, französischer. 84. 
Lagepläne, Darstellung der. 82. 

84. 
Lederestompe. 84. 
Leim. 14. 

Leim als Zusatz zu Tusche. 69. 
Leimpinsel. 16. 
Lemann, Anschärfapparat von. 

19. 



— 99 — 



Leonin-Paus-Papier. 13. 
Lineale, Eisen-. 85. 
— , Holz-. 5. 



Mailänder Pantograph. 60. 
Marderhaarpinsel. 32. 
Martz, Dreiecke für axonome- 
trische Zeichnungen von. 7. 
Maassstäbe. 16. 17. 
— , Anlege-. 16. 

— mit dreieckigem Querschnitt. 
17. 

— , Elfenbein-. 16. 
— , Holz-. 16. 

— mit linsenförmigem Quer- 
schnitt. 17. 

— Metall-. 17. 
— , Papier-. 17. 

, von Schleicher ÄSchüll. 

17. 
— , Taschen-. 17, 
— , Transversal-, 17. 

— mit trapezförmigem Quer- 
schnitt. 17. 

— , Wahl desselben. 61. 62. 
Materialien, Darstellung der. 

81 u. ff. 
Mauermaasse von Sönnecken. 

42. 
Mechanograph. 51. 
zur Megede, Schraffirapparat 

von. 49. 
Metallmaassstäbe. 17. 
Milch als Fixativ. 35. 
Millimeterpapier. 12. 
Mississippi-Schleifsteine. 24. 



Wey, Schichtentheiler von. 48. 
V. Niederstetter, Fluchtpunkt- 
schiene von. 55. 
Nullenzirkel. 87, 
— , von Kehr. 38. 
— , von Richter. 38. 



Octogondreiecke. 5. 

Oelpapier, blaues. 13. 

— , rothes. 13. 

Otto, Fluchtpunktschiene von. 

55. 
Oldendorp, Planimeter von. 63. 



Pantograph. 50. 

— , älterer. 50. 

— , Mailänder. 50. 

Papierestompen. 34. 

Papier, Fliess-. 32. 

— , Graphit-. 13. 

— , Millimeter-. 12. 

— , Paus-. 13. 

— , Sand-. 19. 

— , Whatman, "siehe Whatman- 

Papier. 
Papiermaassstäbe. 17. 
Parallellineal. 44. 
Parallelziehfeder, s. Ziehfeder. 
Passe-par-tout für Zeichnungen. 

91. 
Pausen, Anfertigung von. 77. 
— , Aufspannen von. 78. 
Pausleinwand. 14. 
Pauspapier. 13. 
— , Asbestes. 13. 
— , Leonin. 13. 
— , Pergament. 13. 



— 100 — 



Peaucellier , Uniyersalcuryen^ 

lineal Yon. 46. 
Pergament-Pauspapier. 18. 
Perspectograph. 55. 

— von Hauck. 55. 

— von Ritter. 66. 
Petroleumflecke, Entfernender. 

89. 
Photographische Camera. 57. 
Pinsel. 32. 
— , Biberhaar-. 32. 
— , Doppel-. 82. 
— , Fischotterhaar. 32. 
-^, Marderhaar-. 82. 
— , Verwasch-. 82. 
Planimeter. 58 u. f. 

— von Amsler. 54. 

V. Erichsen. 54. 

Oldendorp. 54. 

Projectirpapier, s. Millimeter- 
papier. 12. 

Prüfen der Dreiecke. 9. 

Reissbretter. 9. 

Reissschienen. 8, 

des Zeichenpapiers. 10. 

Punktimadel. 28. 
Punktirrad. 41. 
Punktirziehfeder. 41. 

— von Dörffel. 41. 
Richter. 41. 



Radirmesser. 21. 

— von Henckels. 22. 
Rechenstab. 51. 80. 

— von Dennert ^ Pape. 58. 
Reductionsmaassstab. 79. 
Reductionszirkel. 88. 
Reinigen der Dreiecke. 7. 



Reinigen des Reisszeuges. 24. 

— der Zeichnungen mit Brod- 
oder Semmelkrume. 22. 

Gummi 22. 

Handschuhabfall- 
leder. 22. 
Reissbrett 2. 
— , Prüfen desselben. 9. 

— von Schlesicky-Ströhlein. 8. 

— von Sönnecken. 3. 

— -Nägel, s. Heftzwecken. 
Reissfeder, s. Ziehfeder. 
Reissschiene. 4. 

— , bewegliche. 4. 

— mit Maassstab. 5. 
— , Prüfen der. 8. 

— mit verstärkter Zunge. 4. 
Reissschienenhalter v. Kretscb- 

mann. 5. 

Reissstifte s. Heftzwecken. 

Reisszeug. 22. 

~, Behandlung desselben. 24. 

Reisszeugfabriken. 94. 

Reisszeugreparaturen. 24. 

Reisszeug von Rief ler. 28. 

—, Zusammenstellung dessel- 
ben. 28. 

Richter, Fallnullenzirkel von. 88. 

— Punktirziehfeder von. 41. 
— , Schraffirvorrichtungvon. 49. 
— , Stangenzirkel von. 89. 

—y Ziehfeder mit Saphirspitze 

von. 26. 
Rief 1er, Reisszeug von. 23. 
Rindergalle. 84. 
Ritter, Perspectograph von. 56. 
Rundschrift. 87. 
Rundschriftfedem. 87. 



101 — 



Sandpapier zum Schärfen der 

Bleistifte. 19. 
Schatten, Darstellung der. 74. 
Schattirwinkel v. Schroeder. 6. 
Schichtentheiler von 0. Ney. 43. 

— auf Papier. 43. 
SchiffcuTYenlineale. 45. 
Bing's Kreiswinkel. 46. 
Schleicher & SchüU, doppelt- 
geleimte Papiere von. 12. 

— Hartgummicurvenlineale. 46. 
— , Transversalmaassstäbe von 

Papier. 17. 
Schleifsteine. 24. 
— , Arkansas. 24. 
—, Mississippi. 24. 
— , schwedische. 24. 
Schlesicky-Ströhlein, Reissbrett 

von. 3. 
Schmidt & Hänsch, verbesserte 

Camera lucida. 57. 
Schönbom » üniversalcurven- 

lineal. 46. 
Schönfeld , deutsche Farben 

von. 30. 
Schraffiren von Böschungen. 77. 

— von Körpern. 77. 
Schraffirvorrichtung vod* 

Clement. 49. 

zur Megede. 49. 

Richter. 49. 

Schrift. 86 u. ff. 

Schroeder, Bing's Kreisidnkel 

von. 47. 
— , Fluchtpunktschiene von. 65. 
— , Schattirwinkel von. 6. 
SchuhfürRundschriftfedern. 87. 
Schupmann, Fluehtpunkt- 

schiene von. 55. 



Schwamm. 33. 

Schwartz, Methode zum Auf- 
tragen von. 67. 

Schwedische Schleifsteine. 24. 

Sönnecken, Mauermaasse von. 
42. 

— , Reissbrett von. 3. 

Spannfedern, s. Bleisparer. 

Speckgummi. 21. 

Spitzenschoner. 20. 

— von Johann Faber. 20. 
Sprenger, Curvenziehfeder von. 
Stahlhefbzwecken. 15. [42. 
Stahlmessband. 17. 
Stangffligummi. 22. 
Stangenzirkel. 38. 

— von Richter. 39. 
Stellzirkel. 37. 

Storchschnabel s.Pantographen. 
Streckfuss, Fluchtpunktschiene. 

von. 54. 55. 
Strichbreite. 68. 
Sussner, Farbige Kr^destifte 

von G. W. 33. 
Syphon für flussige Farben* 28. 



Taschenbleistifte. 18. 

Taschenmaass. 17. 

TauenroUenpapiere, gummirte. 
13. 

Tchebischef, üniversalcurven- 
lineal von. 46. 

Theilzirkel. 37. 

Tracen, Darstellung von. 82. 84. 

Transparent-Schablonen- 
Papier. 13. 

Transversalmaassstäbe Mehe 
Maassstäbe. 



— 102 — 



Tusche. 26. 

— , Chinesische. 26. 

— , Chinesische flüssige. 27. 

Tuschgläser. 81. 

Tuschkasten. 81. 

Tuschnäpfe. 31. 

— aus Glas. 31. 

Porzellan. 31. 

Tuschplatten. 31.. 
Tuschen, das. 71. 
Tuschirmethode Yon Günzberg. 
76. 



IJeberkapselte Heftzwecken. 15. 
üniversalcurvenlineal v. Peau- 
cellier. 46. 

Schönbom. 46. 

Tchebischeff. 46. 

Unterhaltung der Materialien. 2. 



Terbessem der Zeichnungen. 

84 u. ff. 
Vergrössem der Zeichnungen. 

79 u. t 
Verkleinem der Zeichnungen. 

79. u. f. 
Verwaschpinsel. 32. 
Volutenzirkel von Härtung. 40. 



Waffelgummi. 21. 
Wasserdampf als Fixatiy. 35. 
Wegeziehfeder s. Ziehfeder. 
Weichendreiecke. 5. 
Whatmanpapier. 11. 
— , cartonnirt. 11. 
— , deutsches. 11. 



Whatmanpapier, englisches. 11. 

— format. 11. 

Wichmann, Behälter für ein- 
geriebene Tuso|ie. 28. 

— , Zeichentisch von. 36. 

Winsor & Newton, englische 
Farben von. 30. 

Winkelmesser. 46. 

Wischer, s. Estompen. 

Wolff & Son, englische Auszieh- 
tusche. 27. 



Zeichenfeder von Clement. 29. 

Glas 29. 

Hartgummi. 29. 

Stahl. 29. 

Vogelfedem. 29. 

Zeichenkohle. 33. 

Zeichenkreide. 33. 

Zeichenmappe. 92. 

Zeichenmaterialien, An- 
schaffung der. 1. 

Zeichenmaterialienhandlungen. 
93. 

Zeichenpapier. 10. 

— auf Leinwand gezogen. 12. 
— , Aufspannen desselben. 58. 
— , Prüfen desselben. 10. 
Zeichentisch. 36. 

— von Wichmann. 36. 
Zellhomdreiecke. 8. 
Ziehfeder, Anschleifen der. 24. 

— mit beweglicher Backe. 25. 

— m.schneidenformiger Backe. 
26. 

verschieden starken 

Backen von Beiker. 26. 
— , Curven-. 42. 



— 103 — 



Ziehfeder, Curven- Yon 
Sprenger. 42. 

— mit Druckschraube. 25. 
von Gärtner. 25. 

— von Hartgummi. 26. 
— , Parallel-, 41. 

mit drehbarer Axe. 42. 

— , Punktir-, s. Punktirzieh- 
feder. 

— mit Saphirspitze von Richter. 
26. 

Scala. 25. 

Stellvorrichtung a. Stiel- 
ende. 26. 

— für breite Striche. 42. 
— , Wege. 41. 

Ziehfeder mit Zugschraube. 25. 
Zirkel, Anschleifen desselb. 24. 
— , Dreispitz-. 39. 
— , Einsatz-. 24. 



— , Ellipsen-, 40. 
Zirkel, FaUnullen-. 37. 

von Richter. 38. 

— , Haar-. 37. 
— , Halbirungs-. 38. 
— , Hand-. 24. 
-, Nullen-. 37. " 

— Parallelogramm von Peau 
cellier. 46. 

— , Reductions-. 38. 

— , Stangen-, s. Stangenzirkel. 

— , Stell-.' 37. 

— , Theil-. 37. 

— mit Vasenkopf, 65. 
— , Voluten-. 40. 

Zusatz zu Tuschen, Chrom- 
saures Kali. 68. 

, Essig. 68. 

, Leim. 69. 

, Rindergalle. 68. 



Anhang. 



A. Die Anfertigung der Zeichnungen fDr Gesuche um 
Baugenehmigung. 

Bearbeitet im Ansohluss an die Baupolizei - Ordnung für Berlin 
vom 15. Januar 1887. 



Aus der Berliner Baupolizei-Ordnung ist 
fiir Anfertigung der Zeichnungen maassgebend der in 
Folgendem angegebene: 

§ 27. BauTorlagen« 

Bei Nachsuchung der baupolizeilichen Genehmigung (vergL 
§ 26) ist 

a) ein Bauplan vorzulegen, welcher unter Darstellung der 
Grundrisse sämmtlicher Geschosse, sowie der erforder- 
lichen Querschnitte und einer Ansicht der Straseeniront, 
Konstruktion und Abmessungen des beabsichtigten Baues 
im Ganzen, sowie in seinen Theilen und die Art und 
Stärke des zu verwendenden Materials genau erkennen 
lässt und ausserdem auch bestimmt über die beabsichtigte 
Benutzungsart der Räume Auskunft giebt. Auch muss 
jedesmal die Höhenlage des geplanten Baues gegenüber 
der Strassendammkrone und der Oberkante des Bürger- 
steiges ersichtlich gemacht sein. Soweit es zur baupolizei- 
lichen Prüfung erforderlich, ist der Bauplan in seinen ein- 
zelnen Theilen durch Detailzeichnungen zu erläutern und 
die Tragfähigkeit der Konstruktionen rechnungsmässig 
nachzuweisen. 

Baupläne sind in der Regel im Maassstabe von 1 : 100, 
Detailpläne im Maassstabe von 1 : 20 zu fertigen. 

Bei Errichtung neuer Gebäude und bei Um- und Reparatur- 
bauten, welche eine Durchbrechung oder wesentliche Verände- 
rung äusserer Umfassungswände bedingen, sowie auf Erfordern 
auch in sonstigen Fällen, ist ausserdem 

b) ein Lageplan vorzulegen, welcher — der Regel nach im 
Maassstabe von mindestens 1 : 500 — die Lage des be- 
treffenden Grundstücks zu öffentlichen „Strassen und Nach- 
bar-Grundstücken „unter Einzeichnung der festgesetzten 
Bauflucht, sowie die Entfernung des beabsichtigten Baues 
von anderen Gebäuden auf demselben Grundstücke, von 



— 105 — 

Strassen, Nachbargrenzen ,,uiid den Gebäuden auf Nach- 
bar-Grundstücken^ genau erkennen lässt und atrf Verlangen 
Yon einem Tereideten Feldmesser be$2:Iaubigt werdeo muss. 

Das Grundstück, auf welchem gebaut werden soll, muss 
stets nach Haus-, Grundbuch- und Grundsteuerkataster Nummer 
bezeichnet werden. 

Stehen Neu- oder Erweiterungsbauten in Frage, so ist bei 
Einreichung der BauYorlagen auch darzuthun, auf weichem 
Wege die Abwässerung stattfinden soll. 

Die Pläne sind in einer die üebersicht erleichternden Weise 
farbig anzulesen. 

Sämmtliche ßauvorlagen sind von dem Bauherrn und dem 
leitenden Bauunternehmer zu Yollziehen. 

Weitere Vorschriften wegen Beschaffenheit der Bauvorlagen, 
der Zahl der yorzulegenden Exemplare u. s. w. werden je nach 
Bedürfiaiss durch Bekanntmachung getroffen werden. 



Von den am Schiasse angedeuteten Bekannt- 
machungen ist bis jetzt die folgende erlassen: 

Bekanntmaehiing. 

Auf Grund des § 27 der Baupolizei-Ordnung für Berlin vom 
15. Januar 1887 wird in Betreff der Bau vorlagen bei Nach- 
suchung baupolizeilicher Genehmigungen noch das Folgende be- 
stimmt: 

1. Die Baupläne, sowie der Lageplan müssen in je 3 Exem- 
plaren, welche auf dauerhaftem oder mit Leinewand unter- 
zogenem Papier oder auf Kopir - Leinewand gezeichnet 
sind, eingereicht werden. Der Lageplan muss eine Be- 
rechnung der ganzen Fläche des Grundstücks und eine 
Berechnung der davon bereits bebauten, sowie der zu 
bebauenden Fläche enthalten Die Maasse, welche diesen 
Berechnungen zu Grunde liegen, müssen in den Lageplan 
eingeschrieben sein 

2. Bei Grundstücken, welche bereits vor dem 28. Januar 1887 
auf mehr als drei Viertel ihrer Grundfläche bebaut waren 
(§ 2 der Baupolizei-Ordnung), muss, wenn dieselben auf 
einer gleich grossen Grundfläche wieder bebaut werden 
sollen, ein von einem vereideten Feldmesser gefertigter 
oder beglaubigter Lageplan vorgelegt und die Berechnung 
der Flächen von demselben auch dahin beglaubigt sein, 
dass die darin als bebaut angegebenen Flächen mit Wohn- 
gebäaden von mindestens einem Stockwerk über dem 
Erdgeschoss besetzt sind. 

3. Die Detail - Zeichnungen und die Berechnung der Trag- 
föhigkeit der Konstruktionen sind in 2 Exemplaren ein- 
zureichen. Bei verbundenen Eisen-Konstruktionen müssen 
diese Vorlagen auch von demjenigen Sachverständigen, 



— 106 — 

welcher die Anfertiguiig der Konstruktionen yerantwort- 
lieb übernommen hat, durch Unterschrift Tolizogen sein. 
Berlin, den 29. Januar 1887. 

Der Polizei -Präsident. 
(gez.) Freiherr von Richthofen. 



Zu den unter No. 1 dieser Bekanntmachung erlassenen 
Vorschriften über die Beschaffenheit des Papiers, auf welchem 
die Zeichnungen zu fertigen sind, giebt noch nähere Aufklärung, 
folgende : 

Bekanntmachung rom 29. Juni 1885. 

Mit den Anträgen auf Ertheilung Ton Bau-Erlaubnissscheinen 
gehen beim Polizei- Präsidium häufig Zeichnungen und Pläne 
ein, welche auf Lichtpausepapier oder einem ähnlichen unhalt- 
baren Material gefertigt sind und schon bei kurzem Gebrauch 
zerreissen beziehungsweise brechen, mithin zur Aufbewahrung 
in den Grundstücks-Acten Töllig unbrauchbar sind. 

Das bauende Publikum wird hierdurch darauf aufmerksam 
gemacht, dass für die Folge derartige ungenügende Vorlagen 
Ton vorn herein werden zurückgewiesen und dass nur auf 
dauerhaftem Material gefertigte Zeichnungen und Pläne zur 
Annahme gelangen werden. 

Berlin, den 29. Juni 1885. 

Königliches Polizei -Präsidium. 
(gez.) von Madai. 



"Weitere Vorschriften und Bekanntmachungen, welche sich 
auf die Herstellung der Bauzeichnungen beziehen, sind nicht 
vorhanden. Es erübrigt nur noch, einige praktische, ergänzende 
Winke zu geben. 

Einzureichen sind die Gesuche bei der Abtheilung HI des 
Königlichen Polizei-Präsidiums, C, Alexander-Strasse. HI. 

Die Zeichnungen selbst sind auf gutem Zeichenpapier (What- 
man stets unbeanstandet), Pausleinwand (die englische ist be- 
sonders zu empfehlen) oder, wenn es Umdruckzeichnungen sind, 
auf Leinwand aufgezogen, einzureichen. Das Format des halben 
Whatman-Bogen 48/64 cm ist der bequemen Handhabung wegen 
einzuhalten, so lange der Umfang der einzelnen Zeichnungen 
dies gestattet; über die Grösse des ganzen Whatman hinaus- 
gebende Blätter sind nur dann einzureichen, wenn sie nicht zu 
vermeiden sind. 



— 107 — 

Darzustellen ist Alles, was zur Beurtheilung der beab- 
sichtigten Bauausführung nothwendig ist, wie dies der Ab- 
schnitt a des § 27 der Bauordnung andeutet. l 

Die Schnitte sind in charakterisirenden Farben anzulegen, 
wenn dies zum Verständniss nothwendig ist; im Allgemeinen 
jedoch und bei einfachen Verhältnissen wird ein dunkler Ton 
zur Bezeichnung der geschnittenen Theile hinreichen. 

Die Richtung der Balkenlagen ist in allen Grundrissen durch 
einen einfachen Strich für jeden Gebäudetheil anzugeben, ausser- 
dem aber ist eine Balkenlage mit allen Auswechselungen ein- 
zuzeichnen, und empfiehlt es sich, dies im Grundriss des Dach- 
bodens iu thun, da hier sonstige Eintragungen am wenigsten 
erforderlich sind. 

Bei unregelmässiger Form des Grundstückes ist stets, 
um Weiterungen zu vermeiden, ein besonderer, von einem ver- 
eideten Landmesser aufgestellter Lageplan in zwei Exemplaren 
beizulegen. 

Derselbe muss alle Maasse, welche zur Berechnung des 
ganzen Grundstücks, sowie der bebauten und unbebauten 
Flächen desselben erforderlich sind, enthalten; am Rande des 
Blattes oder auf besonderem Bogen ist diese Berechnung in 
genauen, revisionsfähigen Ansätzen beizufügen. 

Ausserdem verlangt jetzt bei Neubebauungen die örtliche 
Strassenbau- Polizei -Verwaltung die Einreichung eines Nivelle- 
ments- und Lage-Planes, aus welchem die beabsichtigte Anlage 
der Entwässerung hervorgeht. 

Dieser Plan, welcher ebenfalls von einem vereideten Land- 
messer aufgestellt sein muss, wird zweckmässig nach Einreichung 
des Baugesuches unmittelbar an die oben genannte Behörde 
eingesandt. 

Bei Anfertigung der einzureichenden Bauzeichnungen ist 
namentlich darauf zu achten, dass alle wesentlichen Maasse hin- 
sichtlich der' Geschoss- und Front-Höhen, der Längen und Tiefen 
der Gebäude, der Abstände der Gebäudetheile von einander und 
von der Grenze klar ersichtlich sind, dass die auf verschiedenen 
Blättern angegebenen Maasse übereinstimmen, und die Theil- 
strecken zusammen genommen immer genau das Gesammt- 
maass ergeben. 



— 108 — 

Bezüglich der rechnungsmässigen Nachweisung für die Trag- 
fähigkeit der Konstruktionen ist zu erwähnen, dass hierzu zweck- 
mässig PApier in Reichsformat (33 auf 21 cm), einmal gebrochen, 
zu verwenden ist. Die linke Spalte wird benutzt für die ße- 
lastungsskizzen und die Profile der einzelnen Träger, bei denen 
stets alle Maasse anzugeben sind, u. s. w., die rechte für die 
Berechnung selbst. 

Bei genauer Beachtung der gegebenen, hier zusammen- 
gestellten Vorschriften und der zwar wenigen, aber der Praxis 
entnommenen Anweisungen dürfte dem bauenden Publicum eine 
Richtschnur gegeben sein, die es Yor mancher unangenehmen 
Verzögerung bewahren wird. 

Bemerkt werde noch, dass die Aenderung von Bauflucht- 
linien und die Anlagen neuer Strassen nicht vor die Ortspolizei, 
sondern die Landespolizei gehören (Abtheilung I des Königlichen 
Polizei-Präsidiums, C, Portal Ecke Alexander-Platz u. Parallel- 
Strasse. I.). Es muss hierfür auf die Vorschriften für die Auf- 
stellung von Fluchtlinien und Bebauungsplänen vom 28. Mai 
1876 und das Gesetz, betr. die Anlegung von Strassen und 
Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften vom 2. Juli 1875 
verwiesen werden. 

B. Die Anfertigung der Zeichnungen für Gesuche um 
Patenibewilligung. 

Bearbeitet 

im Anschluss an das Patentgesetz für das Deutsche Reich vom 

25. Mai 1877. 



Dem Deutschen Patentgesetz sind beigegeben: 
Bestiniiiiaugen ttber die Anmeldung von Erflndangen. 

§ 1. Die Anmeldung und jede ihr beigefügte Zeichnung der 
Beschreibung ist von dem Patentsucher oder dessen Vertreter 
zu unterzeichnen. 

Erläuterungen des Gegenstandes der Erfindung dürfen nicht 
in der Anmeldung selbst, sondern nur in deren Anlagen ge- 
gegeben werden. 

§ 2. Jede Anlage der Anmeldung ist mit einer laufenden 
Nummer zu versehen. Jede Anlage ist, soweit es sich nicht um 
Modelle oder Probestücke handelt, in zwei Exemplaren bei- 
zufügen. 



— 109 — 

§ 3. Die Anmeldung muss die nachstehend verlangten An- 
gaben möglichst in der angegebenen Reihenfolge, enthalten: 

a) Eine kurze aber genaue Bezeichnung dessen, was den 
Gegenstand der Erfindung bildet. Aus der Bezeich- 
nung soll sich mit Sicherheit der Patentanspruch, 
d. h. dasjenige ergeben, was der Patentsucher 
als neu und patentfähig ansieht. 

b) Den Antrag, dass für den so bezeichneten Gegenstand 
der Erfindung ein Patent ertheilt werden möge. Soll 
dafür nur ein Zusatzpatent ertheilt werden (§ 7 des 
Patentgesetzes), so hat der Patentsucher dies ausdrück- 
lich zu bemerken und das Hauptpatent, sowie dessen 
Nummer nebst Jahr der Ertheilung anzugeben. 

e) Die Erklärung, dass der gesetzliche Kostenbetrag von 
20 Mark (§ 20 des Patentgesetzes) bereits an die Kasse 
des Patentamtes eingezahlt sei oder gleichzeitig mit der 
Anmeldung eingehen werde. 

d) Die Angabe des Namens, des Standes, und des Wohn- 
ortes des Patentsuchers, sofern die Anmeldung durch 
einen Vertreter erfolgt. Der letztere hat eine von dem 
Patentsucher unterzeichnete Vollmacht beizufügen. Wird 
für einen im Inlande wohnenden Patentsucher ein Ver- 
treter bestellt und soll letzterer als solcher auch in die 
Patentrolle eingetragen werden (§ 19 des Gesetzes), so 
ist dies in der Vollmacht ausdrücklich anzugeben. 

e) Die Aufführung der einzelnen Anlagen der Anmeldung 
unter Angabe ihrer Nummer und ihres Inhaltes. 

§ 4. Zu allen Schriftstücken der Anmeldung ist Papier in 
dem Format von 33 auf 21 cm zu verwenden. 

Zu der Schrift; soll tiefschwarze nicht klebrige Tinte benutzt 
werden. 

Die Zeichnungen sind in einem Haupt- und einem Neben- 
exemplar einzureichen. Für das Hauptexemplar ist weisses, 
starkes und glattes Zeichenpapier (sog. Bristol- oder Carton- 
papier) in dem Format 

von 33 cm Höhe auf 21 cm Breite, 
oder von 33 „ „ „ 42 „ „ 
oder von 33 „ „ „ 63 „ „ zn verwenden. 

Die Zeichnung, sowie alle Schrift auf dem Hauptexemplar 
ist mit chinesischer Tusche in tiefschwarzen Linien auszuführen, 
nicht zu coloriren oder zu tuschen. 

Die Zeichnung ist durch eine einfache Randlinie einzufassen, 
welche 2 cm von der Papierkante entfernt ist. 

Innerhalb des durch die Randlinie begrenzten Raumes muss 
auch alle Schrift fallen. 

Die Unterschrift des Patentsuchers ist in der unteren 
rechten Ecke anzubringen. 



— 110 — 

An der oberen Seite des Blattes ist ein Raum von min- 
destens 3 cm Höhe innerhalb der Randlinie für Nummer, Datum 
und Bezeichnung des Patentes zu bestimmen. 

Als Neben-Exemplar ist eine Durchzeichnung des Haupt- 
Exemplars auf Zeichenleinwand einzureichen. Bei demselben 
ist die Anwendung von bunten Farben zulässig und erwünscht. 

Die Zeichnungen dürfen nicht geknifft und nicht gerollt 
sein, dieselben müssen auch so verpackt sein, dass sie in glattem 
Zustande an das Patentamt gelangen. 

§ 5. Alle Maassr imd Gewichtsangaben müssen nach metri- 
schem System erfolgen, Temperaturangaben nach Celsius, Dichtig- 
keitsangaben als specifische Gewichte angegeben sein. 

§ 6. Die Beschreibungen müssen sich auf das zur Beur- 
theilung des Patentgesuches Gehörige beschränken; allgemeine 
Erörterungen sind zu vermeiden. Im üebrigen müssen die Be- 
schreibimgen so eingerichtet sein, dass sie sich bei der Erthei- 
lung des Patentes zur Veröffentlichung eignen. Am Schlüsse 
derselben sind die Patentansprüche näher, als es in der An- 
meldung geschehen^ zu bezeichnen. 

§ 7. Die Beifügung von Modellen und Probestücken ist 
erwünscht, sofern die Veranschaulichung der Erfindung dadurch 
erleichtert wird ; sie ist geboten, wenn ohne dies die Beurtheilung 
des Patentgesuches nicht mit Sicherheit erfolgen kann. 



Zu § 4, dem hier in Frage kommenden Paragraphen, ist vor 
Allem zu bemerken, dass die eingereichten Patentzeichnungen 
für die Patentschrift und zur Abgabe an etwaige Interessenten 
von der Reichsdruckerei vervielfältigt werden und zwar auf 
photographischem Wege. Hierdurch erklären sich sofort die so 
strengen Forderungen in Betreff der Einhaltung des Formates, 
der Art der Darstellung u. s. w. 

Die Zeichnung soll in einem Haupt- und einem Neben- 
Exemplar eingereicht werden, von denen das erstere in den 
Acten des Patentamtes verbleibt, und das letztere für den Fall, 
dass eine Umänderung, beziehungsweise genauere Darstellung 
verlangt wird, wieder an den Verfasser als Unterlage für die 
neue Zeichnung zurückgereicht wird. 

Die vorgeschriebenen Maasse der Zeichnungen stehen im 
Zusammenhang mit dem Format der für die photographische 
Wiedergabe gewählten Platten und sind deshalb genau ein- 
zuhalten; auch die Forderung, dass weisses, starkes und glattes 
Papier zu wählen ist, findet ebenso ihre Erklärung, da dünnes 



— 111 — 

Papier leicht Kniffe erhalten kann, welche dann auf der Photo- 
graphie sichtbar werden, ebenso wie getöntes oder rauhes Papier 
zu Unklarheiten Veranlassung giebt. Man kann übrigens bei 
der Auswahl des Zeichenpapiers nicht fehl gehen, da in den 
grösseren Papierhandlungen das vom Patentamt hierfür em- 
pfohlene, sogenannte Bristol-Papier schon in den vorgeschriebe- 
nen Abmessungen geführt wird. Bemerkt werde hier, dass die 
Oberfläche des Bristol-Papiers durch Radiren leicht rauh wird. 
Letzteres ist also möglichst zu vermeiden. 

Empfehlenswerth ist es, den Maassstab für die darzustellen- 
den Gegenstände nicht zu klein zu nehmen und lieber die 
grösseren Papier-Formate zu verwenden, da die Vervielfältigung 
nicht in der Grösse des Originals, sondern etwa in dem halben 
Maassstabe desselben erfolgt. Oft werden aus diesem Grunde 
Zeichnungen zu deutlicherer, d. h. grösserer Darstellung zurück- 
gegeben. 

Die Zeichnung und die Schrift sind mit chinesischer 
Tusche in tiefschwarzen Linien auszuführen, um die Verviel- 
fältigung recht deutlich erscheinen zu lassen. Man darf also 
z. B. nicht Tusche verwenden, die nachher bei dem Abreiben 
der Zeichnung mit Gummi stellenweise loslässt; in diesem Falle 
empfiehlt sich etwas Zusatz von Leim. Etwa anzudeutende 
Abschattirung darf nicht durch Tuschen mit dem Pinsel er- 
folgen, sondern muss in Strichmanier mit der Ziehfeder aus- 
geführt werden. Die Darstellung von Zeichnungen in schwarzer 
Manier und zwar in kräftigen deutlichen Strichen ist hier also 
am Ort, und es sei daher auf § 59 b hier besonders verwiesen. 

Die auf der Zeichnung anzubringende Randlinie giebt die 
Grösse der Fläche an, welche zur Vervielfältigung gelangt. Alles 
ausserhalb dieser Linie Befindliche würde also auf der photo- 
graphischen Platte keinen Platz mehr finden und daher fort- 
bleiben. Deshalb muss auch alle Schrift, auch die Unter- 
schrift des Patentsuchers und der Raum für Nummer, Datum 
und die oft vom Patentamt selbst festgesetzte oder wenigstens 
geänderte Bezeichnung des Patents innerhalb dieses Randes 
fallen. 

Als Nebenexemplar ist eine Durchzeichnung einzureichen, 
bei welcher die Anwendung von bunten Farben zulässig und 
sogar erwünscht ist, da durch die farbige Charakteristik der 



— 112 — 

einzelnen Materialien etwaige bei Beurtheilnng des farblosen 
Hanptexemplars entstandene Zweifel gehoben werden können. 
Bemerkt mag hier noch werden, dass die farbige Darstellung 
auf der Pause in nassen Farben und nicht mit bunten Kreide- 
stiften gewünscht wird. Für Anfertigung dieser Leinwandpause 
wird des Weiteren auf § 67 verwiesen. 

Die Bestimmung, dass die Zeichnungen nicht geknifft und 
nicht gerollt sein dürfen und so verpackt sein müssen, dass sie 
in glattem Zustand an das Patentamt gelangen, findet ebenfalls 
ihre Erklärung durch die Wahl des photographischen Ver- 
vielfältigungs-Verfahrcns, bei welchem nur glatte Originale dea 
Erfolg sichern. .'^*^"T' ^ 

(;';"-■:■■••:•-) 




Dmek Ten Gaatar Ihren«, Berlin 8, PrinseMinnen^tr. SU 



Zur weiteren Orientirung über ,,Teehnisehes Zeichnen^^ 

erlaube ich mir noch auf folgende Werke aufmerksam zu machen: 

Bestimmnilg^eil über die Anwendung gleichmässiger Signaturen für 
topographische und geometrische Karten, Pläne und Risse. Laut 
Beschluss des Centraldirectoriums der Vermessungen im Preussischen 
Staate vom 20. XII. 1879, ™^^ Berücksichtigung der durch die Be- 
schlüsse vom 16. Xn. 1882 und 12. XII. 1884, 15. XII. 1886 und 
21. xn. 1887 herbeigeführten Abänderungen. 3. Aufl. 18 S. gr. 8. 
cart. mit 8 Tafeln in Buntdruck. 1888. 2 M. 50 Pt. 

Die Darstellung^ der Bauzeiehnung« Im Anschluss an die vom 
Ministerium für öffentliche Arbeiten erlassene Anweisung zum prak- 
tischen Gebrauch für Baubeamte, Architekten, Maurer- und Zimmer- 
meister, sowie als Lehrbuch für höhere und niedere Fachschulen, 
bearbeitet von G. Benkwitz« Mit 4 lith. Taf. 1889. cart. i M. 20 Pf. 

Die zeiclineriselie AusfOhrnng der Bauzeiehnntigeti mit Bezug auf 
die farbige Darstellung und die Schraffierung. Von Arch. €• W« 
0« Schmidt^ Lehrer an der Baugewerksschule zu Eckernförde. Mit 
59 Fig. auf II Tafeln. Leipzig 1886. 2*M. 80 Pf. 

Yoiiagen zam Tosehen von Faf^aden mit umgebender Landsehaft. 
Von Hogo TietZy Arch. 5 Blatt, wovon 4 in Lichtdruck und i in 
Farben ausgeführt. Foho. In Mappe. Karlsruhe 1885. 6 M. 

Inhalt: i Bl. Schraffiermanier, i Bl. Schwarzmanier (Tusche), 
i Bl. Blauschwarzmanier (Neutraltinte), i Bl. Sepiamanier, i Bl. Bunt- 
manier (Aquarell). 

Tlieorie und Praxis der Zeiclienklinst für Handwerker, Techniker 
und bildende Künstler. Ein Vademekum über nlle Zweige und Ge- 
biete des Zeichnens nach den neuesten Erfindungen, Erfahrungen und 
den bewährtesten Methoden. Von P. Gründling und L« Hanne- 
Uiann^ Architekten. 4. Aufl. Mit Atlas von 30 Foliotafeln, ent- 
haltend über 500 Figuren, gr. 8^. Weimar 1883. geh. 9 M. 

Neues perspelctiyisclies Studienblatt von J,M. Frangenlieinif, Arch., 
vormals Lehrer der Bauwissenschaften an der Königl. Gewerbeschule 
zu Elberfeld und comm. Director der früheren Baugewerkschule zu 
Erfurt. Pralstiselie Anwendung der Linear- Perspective« Ein 

Blatt auf stärkstem Zeichenpapier im Format 71 : 57 Centimeter. Mit 
erklärendem Text (4 Seiten in Folio). Preis nebst einer dauerhaften 

Kapsel zur sorgfältigen Autbewahrung 2 M. 

Dieses Blatt schliesst sich genau an das System der Pollllse'schen 
darstellenden Geometrie an und ist deshalb nicht nur allen Stu- 
direnden der Bauwissenschaft, sondern auch den praktischen Architekten, 
Bautechnikern etc., wie nicht minder allen Zeichenlehrern an Real-, 
Gewerbe- und Fortbildungsschulen aufs Beste zu empfehlen, zumal 
hervorragende Autoritäten das Erscheinen dieses Blattes, als einem 
bringenden Bedürfniss entsprechend, begrüsst haben. 

B9* Man wolle gefälligst noch die folgende Seite beachten! "IM 



Als Pendant zu dem vorliegenden zur Mege de 'sehen Buche 

erschien ferner: 

Die Anfertigrnng der Zeichmugen fOr Maschinenfabriken« An- 
weisung, technische Zeichnungen für das Constructionsbureau und 
für die Werkstätten der Maschinenfabriken zweckmässig, sachgemäss 
und den Anforderungen der Praxis entsprechend herzustellen, zu 
vervielftlltigen , zu behandeln, auszustatten und zu registriren. Mit 
erläuternden Figuren und Farbendruck -Tafeln. Nach in der Praxis 
gesammelten Erfahrungen zusammengestellt und für technische Bureaux 
und Lehranstalten bearbeitet von Joll* Franz Weyde, Dipl. Ma- 
schinen-Ingenieur und ordentlicher Professor an der Staats-Maschinen- 
Gewerbeschule in Kaschau, und A« Weickert. Ingenieur und Fach- 
lehrer für Maschinen-Zeichnen etc. in Berlin. 1889. Preis geh. 1,50 M., 
gebd. 2 M. 

Eingegangene Beurtheilungen tiber das vorstehend genannte Buch: 

,,Wollen Sie freundlichst meinen Dank annehmen für das mir ge- 
sandte Buch, welchem ich meine Versicherung hinzufüge, dass ich das 
Buch auf's Wärmste empfehlen kann. 

Die in deutlichster Kürze vorgetragenen Lehren sind nicht Schul- 
meinungen, sondern lang bewährte Erfahrungen der Praxis u. s. w.** 

Darmstadt, E« Braoer^ Professor 

2. Oktober 1889. an der grossh. techn. Hochschule. 

„Beehre mich Ihnen mein Urtheil darüber dahingehend auszu- 
sprechen, dass ich von dem ganzen Inhalte desselben» sowie von der 
sehr zweckmässigen Uebersichtlichkeit der Behandlung des Gegenstandes 
vollkommen befriedigt bin u. s. w. — 

Indem ich schon im Interesse der dadurch geförderten Sache eine 
rasche Verbreitung des Buches in Fachkreisen wünsche u. s. w." 

x> X. u ' Dxvj, Prof. Jos. Pechan, 

Reichenberg 1. Böhmen, „ . . j j . * l au*i- 

, c. . V 00 Fachvorstand d. mechan.-techn. Abth. 
16. September 1889. ^^^ ,^ ^ Staats-Gewerbeschule. 

„Soweit ich bei dem Durchsehen des Buches erkennen konnte, 

haben die Verfasser allen dem Maschinenzeichner vorkommenden Fragen 

Rechnung getragen ; ich persönlich stimme mit den angegebenen Regeln 

betreffs der Ausführung von Maschinenzeichnungen völlig überein u. s. w." 

Charlottenburg, K« UartmanUy Ingenieur u. Docent 

12. Mai 1889. a. d. techn. Hochschule Berlin-Charlottenburg. 

„Ich werde das Buch gerne weiter empfehlen.** 

. , xjr ■ 00 Kgl. Reg.-Baumstr. B. Salomon, 

Aachen, lo. Mai 1880. „ r j . 1. tt u u V 

^ Professor an der techn. Hochschule. 

„Ich halte das Buch für entschieden nützlich und voll geeignet^ 
die anzustrebende einheitliche, durch Einfachheit, Klarheit und Rasch- 
heit der Ausführung ausgezeichnete Darstellungsmethode von Maschinen« 
Zeichnungen zu fördern." 

Proc To vToi t««.. Heinrich OoHner jr. 

rrag, 10. mai 1009. Professor am deutschen Polytechnikum. 



„Ein recht brauchbares und nützliches Buch." 

«T. Q T • ,oQ« !*• Knglmayr, Ingenieur und k. k. Prof. 

Wien, 8. Tum 1889. j 1 1 o^ * u u i 

•' ^ an der k. k. Staatsgewerbeschule. 

„WUnschenswerth wäre es, wenn auf allen Fachschulen die Zeich- 
nungen in der angegebenen Art ausgeführt würden u. s. w." 

xM'^^ -j . -Kjr - 00 W« Rebber. Ingenieur und Lehrer 

Mittweida, 14, Mai 1889. rj>\ -i 

' ^ ^ am Technikum. 

„Ich habe das Buch mit Interesse gelesen und werde nicht er- 
mangeln, dasselbe den Studirenden zu empfehlen." 

T> -t o nx - 00 A« Käs« ord. Professor 

Pribram, 18. Mai 1889. j 1 1 t> 1 j 

' ^ an der k. k. Bergakademie. 



Ausser obigen Empfehlungen wurden dem Buche noch 
viele andere günstige Beurtheilungen zu Theil! 



Ueber die Terrielfältigrnng yon Zeiehnongen, Hin« 
stration yon Werken in technischer Hinsicht handeln folgende 
Bücher, welche Interessenten hiermit angelegentlichst empfohlen werden 
können: 

Die Teryielfältigang yon Zeichnongen, insbesondere von technischen 
Zeichnungen. Von H* Maihails^ Ingenieur. 61 S. 8^ mit 10 in den 
Text gedruckten Abbildungen. Berlin 1887. geh. i M. 50 Pf. 

Die modernen Lichtpaus-Terfahren zur Herstellung exacter Copien 
nach Zeichnungen, Schriften, Stichen etc. mit Hilfe lichtempfindlicher 
Papiere. 2. verm. Aufl. 35 S. S^. Mit Probedrucken. Düsseldorf 1884. 

geh. 2 M. 

Das Lichtpaus -Terfahren oder die Kunst, genaue Copien mit Hilfe 
des Lichtes, und Benutzung von Silber-, Eisen- und Chromsalzen 
herzustellen. Auf Grund eigener Erfahrungen bearb. von H. Schu- 
berth. Mit 4 Abbild. 123 S. 8«. Wien 1885. Eleg. geh. i M. 50 Pf. 

Die Technik der Reproduction yon Militär-Karten und Plänen, 

nebst ihre Vervielfältigung, mit besonderer Berücksichtigung jener 
Verfahren, welche im K. K. mil.-geogr. Inst, zu Wien ausgeübt werden. 
Von 0. Yoihmer, K. K. Oberst -Lieut. 303 S. 8». Mit 57 Ab- 
bildungen. Wien 1885. geh. 4 M. 50 Pf. 



Diese Werke können durch alle Buchhandlungen bezogen 
werden. Ich halte dieselben jederzeit vorräthig und liefere sie bei 
direkter Bestellnng gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken 
oder per Post-Anweisung umgehend franko nach allen Orten. 

In dringlichen Fällen wird man also gut thun, sich stets an mich 
direct zu wenden. 

Polytechnische Buchhandlong A. Seydel in Berlin W.^ 
Mohrenstrasse 9. 



Zum Unterricht in 'Bauschulen 

als Vorlagewerhe beim technischen Zeichnen werden 
bestens empfohlen: 

Einfache Objecto des Bau- und Maschinenfaches. Von 

Architect ۥ Heskj^ Professor an der K. K. Staats-Gewerbeschule in Wien. 

26 M. 60 Pf. 

I Einführung in das projectivische Zeichnen. Als Lehrheft. 8. Mit 

2 Tafeln. 1887. 1 M. 60 Pf. 

U. 36 Vorlagen für das angewandte geometrische Zeichnen. Folio in 

Mappe mit erklärendem Text. 2. Auflage. 1887. 25 M. 

Ergänzungsheft zu vorstehenden 2 Theilen. 12 Taf. in Fol. 
1888. 9 M. 

Vorlagen für den gewerblichen Fachunterricht an technischen 
Lehranstalten, insbesondere an Gewerbeschulen. Herausgegeben 
im Auftrag und mit Unterstützung des Grossherzoglich Ba- 
dischen Oberschulraths von Direktor Ph. Kircher in Karlsruhe 
unter Mitwirkung der Professoren H. Schlüter, Fr. Henne- 
berg und Th. Krauth. 1886—89. 100 Tafeln. 

Preis in Mappe 100 M. 

Das Werk behandelt eine bürgerliche Gebäude -Anlage nebst Einrich- 
tung in bautechnischer Entwickelung mit einschläglichen Aufgaben aus 
dem Gebiete des Maschineufaches. 

Vorlagen zum Bau von Wohngebäuden 

Jeder Art. 

R. R. Hintz, Moderne Häuser. Abbildungen von viiien 

und freistehenden herrschaftlichen Wohngebäuden 

mit Grundrissen, nebst allen für den Bau erforderlichen 

Informationen. 2 Hefte ä 5 M. 

Das erste Heft enthält 47, das zweite 40 f>rojekte für Architekten, 
Bau-, Maurer- und Zimmermeister und solche Private, welche den Bau 
eines eigenen Wohngebäudes beabsichtigen. — 

Ein interessantes Vorlage werk, herausgegeben vom Lichter- 
felder Bauverein. 

¥orsiehend genannte Werke sind zu beziehen von der 

Polytechnischen Buchhandlung 

A. Seydel 
in Berlin IV., Mohrenstrasse 9. 



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Dampf- Tinten- nni Chemiselie Fabrik 

Inhaber Franz Schulz u. Georg H. Weiss 



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Beaclitung. 

Schreib - Tinten. Copir ^Tinten. 

Farbige Tinten. 

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Qibei'reDKie Ballbärkfiit 



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Bene-Alliance-Stp. 17, 

und bei Fr. SturickoWj Papier- Handlung, 

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Carl Schleicher & Schall, Düren, 

Rlielnlaud. 
Der pneumatische 

Lichtpause- Apparati 

üeatsclies Patent Hugo Sack Xo. S170S^ 
wurde u- a. gekauft you FHel Krupp, Sruson, Setrieh au, Bochumer 
Verein, John Cockerillt Sir W, 8. Armstrong, MitcheH L Co,, Gute 
Hotfoungshütte, Mannesmann, Harkert, Maffei, Dingler, Freiherren 
von Rothaohild, Gebr Sulzer, Gan2 & Co., Haniel & Lueg, Aotlen- 
Geaeilschaft HohenioLlern, Hllgers, Kgl. Preuss. Ingenieur - Comite, 
Kgl. BelQ. KHegsminiaterium, Kais. Russ. Kronswerke, Kolländ. Re^ 
gierung, Ka^s. Japan. Regierung, Dänische Staatsbahnen, Schweiz. 
Staat, KgL Preuss, Elsenbahn-Directionen, Oesterr. Carl-Ludwigabahn, 
Nordofit&ee Canalhau, Königliche Munitionsfabrik, Chicago, Si Paui, 

MinneapolLs & Ohmaha Eisenbahnen In cten Ver Staaten. 

Wegen beschreibender Druckschriften wolle man sich an 
Carl Schleicher A SchflII in Düren wenden. 



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Jaunft-- unb Pupierbanblimg 

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gros — en detail. 
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